Deutscher Handelskongress: Ikea-Milliardär verschmäht Auszeichnung des Einzelhandels

Deutscher Handelskongress: Ikea-Milliardär verschmäht Auszeichnung des Einzelhandels

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Der Gründer und Vorsitzende des schwedischen Möbelhauses IKEA Ingvar Kamprad vor der Firmenzentrale in Almhult.

Eine Möbel-Legende sorgt für Verdruss: Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) wollte Ikea-Gründer Ingvar Kamprad für sein Lebenswerk auszeichnen. Doch der 82-Jährige kam nicht zur Preisverleihung - und muss nun auf einen weißen Porzellanbären verzichten.

Bühnennebel wabert durch die Luft, der Saal im Berliner Estrel-Hotel ist in blaues Licht getaucht und zur knalligen Titelmusik von „Mission Impossible“ läuft ein Video mit stimmungsvollen Berlin-Impressionen über die Leinwand. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels hatte sich alle Mühe gegeben, um die durch Finanzkrise und Konsumschwäche gedrückte Stimmung mit einer großen Feier aufzuhellen.

Schließlich galt es gestern Abend, die drei innovativsten und erfolgreichsten Händler des Jahres zu küren. Zwei der drei Preisträger kamen, doch die Hauptperson hatte offenbar Besseres vor: Ingvar Kamprad, Gründer des Möbelhauses Ikea, sagte kurzfristig ab und erzürnte damit die deutsche Händlerschar.

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Der 82-Jährige, der mit einem geschätzten Vermögen von 31 Milliarden Dollar zu den reichsten Menschen des Planeten zählt, sollte eigentlich mit dem sogenannten Lifetime Award des HDE – also dem Preis für sein Lebenswerk – ausgezeichnet werden. Die Auszeichnung hätte gepasst, denn erst über die Expansion nach Deutschland hat sich Ikea zur heutige Größe geschraubt und noch immer ist die Bundesrepublik der mit Abstand wichtigste Markt für den Möbel-Giganten.

Kamprad hatte für die Preisverleihung auch schon zugesagt. Doch kurz vor der Feier änderte er seine Pläne. „Wegen eines dringenden Termins“, sei Kamprad verhindert, erklärte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. Auch eine Zuschaltung per Video ließ sich dem Vernehmen nach nicht einrichten.

Entsprechend verschnupft reagierten die HDE-Granden. Der Preis werde Kamprad nicht in sein Schweizer Domizil nachgeschickt, sondern bleibe in Berlin, sagte Sanktjohanser. In den vergangenen Jahren hätten schon Branchengrößen wie der langjährige Otto-Chef Michael Otto und der frühere Metro-Manager Erwin Conradi die Auszeichnung - einen weißen Porzellanbären von KPM - persönlich entgegen genommen.

Umso stärker standen die anderen beiden Preisträger im Mittelpunkt. Als mittelständisches Unternehmen wurde in diesem Jahr die Münchner Firma Foto/Video Sauter ausgezeichnet. Das Unternehmen bürge seit Jahrzehnten für Service und Beratungsqualität lobte die Jury.

Als Großunternehmen wurde die Buchhandelsgruppe Weltbild geehrt. Geschäftsführer Carel Halff nahm den Preis entgegen und durfte sich über eine überschwängliche Rede von Laudator und Verleger Florian Langenscheidt freuen, der Weltbild als „Mischung aus Amazon, Aldi, Otto und H&M“ beschrieb.

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