Diehl: Allmähliche Abrüstung

KommentarDiehl: Allmähliche Abrüstung

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Der Vorstandsvorsitzende des Industrie- und Rüstungskonzerns Diehl, Thomas Diehl,

von Rüdiger Kiani-Kreß

Beim Nürnberger Technologiekonzern Diehl wird das Rüstungsgeschäft allmählich zur Nebensache.

Die heimische Bundeswehr und ihre Geräte gehören zu den Lieblingsthemen von Thomas Diehl.

Sowohl während der heutigen Pressekonferenzen und mehr noch danach bei den Hintergrundgesprächen über einem Glas deutschen Rotweins spricht der Chef des Nürnberger Technologie- und Rüstungskonzerns Diehl gern über die Truppe und wie sie besonders bei ihrem Einsatz in Afghanistan leidet, weil sie veraltetes Gerät nutzen muss statt moderner Technik - nicht zuletzt der aus seinem Haus.

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Flugzeuggeschäft steht vor einem Boom

In Diehls Bilanz wird das Geschäft mit Waffen und den passenden Gegenmitteln allmählich zur Nebensache. Seit dem vergangenen Jahr ist der vornehm "Defence" genannte Bereich bei Umsatz und Gewinn die Nummer zwei im Konzern – hinter dem Teilkonzern Metall genannten Geschäft mit Industriemetallen, sowie Wälz und Umformtechnik. Lediglich bei der Zahl der Beschäftigten ist Defence mit gut 3000 Mitarbeitern noch ein Viertel größer als Metall. Und das wird so weiter gehen.

Denn während Diehl erwartet, dass das Verteidigungsgeschäft in den nächsten Jahren weiter schrumpfen wird, soll Metall zulegen, nicht zuletzt dank neuer Geschäfts im Bereich E-Mobilität, wo Diehl mit neuen Bauteilen und innovativen Legierungen eine größere Rolle spielen will. Und auch der zweite Platz der Waffen wankt.

Denn das Aerosystems genannte Geschäft mit der Inneneinrichtung von Passagierflugzeugen steht vor einem Boom. Airbus und Boeing wollen angesichts der Auftragsbestände in Höhe von bis zu sieben Geschäftsjahren die Produktion bis 2015 um bis zu ein Viertel hochfahren. Sonst, so fürchten sie, kaufen die Fluglinien am Ende noch des Wartens überdrüssig Maschinen aus China oder Russland.

Langfristiger Erfolg

Dazu hat sich Diehl dank einer Reihe von Zukäufen zum Komplettanbieter aufgeschwungen von der Beleuchtung über Gepäckfächer bis zu Bordküchen und Toiletten. Das Geschäft ist zwar riskanter als der Rüstungsbereich, weil die Hersteller Teile für neue Flugzeuge auf eigene Rechnung entwickeln müssen, während bei Waffen der Staat die Forschung zahlt. Doch wenn ein Programm dann läuft, winken langfristige Geschäfte und oft auch Aufträge zur Renovierung älterer Maschinen.

Zurückziehen will sich Diehl aber nicht aus dem Bau von Lenkwaffen, Panzerketten und Überwachungstechnologie. „Weil wir genug neue Produkte haben, ist das für uns auch auf kleinerem Niveau kein finanzielles Risiko“, sagt Diehl.  

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