21st Century Fox: Medienmogul Murdoch reicht das Zepter weiter

21st Century Fox: Medienmogul Murdoch reicht das Zepter weiter

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Der Medienzar Murdoch (rechts) übergibt die Leitung des US-Unterhaltungskonzern Fox an seinen Sohn.

Beim US-Unterhaltungskonzern Fox lässt Altmeister Rupert Murdoch die jüngere Generation ran. Sein Sohn James wird Vorstandschef.

Es ist offiziell: Rupert Murdoch gibt im Alter von 84 Jahren den Chefposten beim US-Unterhaltungsriesen 21st Century Fox ab - sein Sohn James übernimmt das Amt. Der 42-Jährige wird bereits ab Juli den Spitzenjob des Vorstandsvorsitzenden antreten, wie das Unternehmen am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Auch Murdochs älterer Sohn Lachlan wird befördert. Gemeinsam mit seinem Vater soll der 43-Jährige künftig den Verwaltungsrat führen.

Damit bestätigt sich, was von etlichen US-Medien bereits in der Vorwoche berichtet worden war - der Milliardär und Unternehmer teilt die Macht mit der jüngeren Generation und stellt die Weichen für seine Nachfolge. Allerdings zweifeln viele Beobachter, ob der als kontrollierend geltende Altmeister die Fäden beim Medienkonzern, zu dem auch der deutsche Bezahlsender Sky gehört, in der neuen Konstellation wirklich aus der Hand geben wird.

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„Lachlan und James sind beide versierte und verdiente Manager. Zusammen [...] werden wir uns anstrengen, unser Unternehmen in Zeiten des dynamischen Wandels unserer Branche zu neuen Ebenen des Wachstums [...] zu führen“, ließ Rupert Murdoch verlauten. Die neue Aufgabenverteilung verspricht formal Teamwork in Führungsfragen. Dabei erhält auch Lachlan, obwohl ohne Vorstandsposten, viel Einfluss - die untere Managementebene berichtet an ihn und James gemeinsam.

Medienzar füllt Kriegskasse Murdoch will Sky Deutschland abstoßen

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Der Pay-TV Fernsehsender Sky soll an BSkyB verkauft werden. Quelle: dpa

Die Personalrochade an der Konzernspitze rückt vor allem Rupert Murdochs rechte Hand Chase Carey in den Hintergrund. Der 61-Jährige leitete bis zuletzt als COO das operative Geschäft im Vorstand, James Murdoch war bislang sein Vize. Carey soll noch bis zu seinem Vertragsende Mitte Juni 2016 Mitglied des Verwaltungsrats bleiben. „Er wird aktiv eingebunden sein, um Lachlan und James in ihren neuen Rollen zu unterstützen“, teilte Rupert Murdoch mit.

Neben zahlreichen Fernsehsendern gehört zum Murdoch-Konzern das Filmstudio 20th Century Fox. Das Geschäft mit Zeitungen wie dem Flaggschiff „Wall Street Journal“ und Büchern wurde vor zwei Jahren unter dem Druck von Investoren in die Schwestergesellschaft News Corp abgespalten, wo Rupert Murdoch weiter den Hut auf hat. Vorausgegangen war ein Abhörskandal bei der britischen Sonntagszeitung „News of the World“, die später eingestellt wurde.

Das Imperium des Rupert Murdoch

  • Geerbtes Unternehmen

    Rupert Murdoch kam 1931 in Australien zur Welt. Das Unternehmertum liegt in der Familie: Sein Vater kaufte sich in die Zeitungskette News Limited ein, Sohn Rupert erbte sie 1952 – und baute sie zu einem Medienimperium aus, zu dem heute neben den Zeitungen in aller Herren Länder auch der Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ ein legendäres Hollywood-Studio gehören.

  • Von der „Sun“ bis zum „Wall Street Journal“

    Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später verleibte sich Murdoch in Großbritannien die renommierte Londoner „Times“ ein, außerdem das Massenblatt „Sun“. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein. Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“.

  • Fox-Fernsehsender

    Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nimmt in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

  • Auch in Deutschland aktiv

    In Deutschland hält Murdoch die Mehrheit am Bezahlsender Sky – sein Sohn James ist Vorsitzender des Aufsichtsrates.

  • Schiffbruch mit MySpace

    Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Mit einem anderen Projekt erlitt er indes Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk MySpace ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

  • Aufspaltung in zwei Bereiche

    2013 spaltete Murdoch sein Imperium in zwei Reiche auf: die profitable Filmsparte 21st Century Fox und das schwächelnde Verlagsgeschäft News Corp.

Dieser Fall, bei dem Reporter Handy-Mailboxen von Prominenten angezapft oder Polizisten für Informationen bezahlt haben sollen, machte auch James Murdoch zu schaffen. Er war damals für die Printgeschäfte in Großbritannien verantwortlich. Ermittlungsberichte konnten aber keine eindeutigen Belege für ein Fehlverhalten seinerseits finden. Für Fox war der Imageschaden so groß, dass die Übernahme der britischen Senderkette BSkyB abgeblasen werden musste.

Rupert Murdoch hatte 1953 im Alter von 22 Jahren von seinem Vater zwei Tageszeitungen und einen Radiosender in Australien geerbt. Er übernahm nach und nach weitere Blätter und stieg zu einem nationalen Schwergewicht auf. In den 1960ern wagte er den Sprung nach Großbritannien, in den 70ern folgten die USA. Zuerst kaufte er wieder Zeitungen, später das Filmstudio 20th Century Fox und schließlich stieg er ins Fernsehgeschäft ein. Zuletzt schätzte das Magazin „Forbes“ sein Vermögen auf 13,3 Milliarden Dollar.

Für 80 Milliarden Dollar Murdoch wollte Time Warner übernehmen

Der US-Medienmogul Rupert Murdoch soll in den vergangenen Wochen versucht haben, den Rivalen Time Warner für 80 Milliarden Dollar zu übernehmen. Die Offerte sei jedoch ausgeschlagen worden.

Rupert Murdoch Quelle: REUTERS

Murdoch gilt als Medienzar der alten Schule - kontrollierend, stur und aggressiv in geschäftlichen Dingen. Sein großer Traum vom weltumspannenden Firmenimperium scheiterte jedoch im vergangenen Jahr. Mit der Übernahme von Time Warner, die ihm Namen wie CNN oder HBO gebracht hätte, wollte Murdoch sein Lebenswerk krönen. Doch er biss mit einem Angebot über 80 Milliarden Dollar auf Granit und zog sich dann enttäuscht zurück.

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