3D-Drucker statt Surf-Boxen: Internetcafés kämpfen gegen das Verschwinden

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3D-Drucker statt Surf-Boxen: Internetcafés kämpfen gegen das Verschwinden

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Es gibt nur noch wenige Menschen in Deutschland, die keinen eigenen Internetzugang haben. Internetcafés reparieren deshalb auch Handys oder verkaufen Wasserpfeifen. Rettet sie das?

von Lisa Oenning

Mit dem Aufstieg des Smartphones begann der Niedergang des Internetcafés. Viele Cafés sind schon verschwunden, die übriggebliebenen kämpfen um ihre Existenz. Nur wer sein Modell ändert, hat noch eine Chance.

Wenn Hans-Jörg Miller das Internetcafé in der Düsseldorfer Altstadt betritt, braucht er nichts zu sagen. Der 75-Jährige nickt Inhaber Pishtiwan Hasan nur zu. Der blickt kurz auf seinen Bildschirm und ruft: „Nummer zehn ist frei!" Wortlos verschwindet Miller im hinteren Teil des Ladenlokals – dorthin, wo nur die mit Holz abgeschirmten Monitore den dunklen Raum erhellen.

Zu Hause hat Miller weder Internet noch einen PC. Eine bewusste Entscheidung: „Ein Computer würde mein Wohnungsbild stören“, sagt der Stammkunde in Hasans Café. Er will nicht mehr Zeit als nötig vor dem Computer verbringen. „Ich habe zielgerichtete Vorstellungen, wenn ich ins Internetcafé gehe“, erklärt der Rentner. E-Mails an Bekannte und Ämter schreiben, sich über das Weltgeschehen informieren. Seit vier Jahren dreimal wöchentlich.

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Mit seinem regelmäßigen Besuch bei Hasan ist Miller eine Ausnahme. In neun von zehn Haushalten in Deutschland gibt es mittlerweile einen Internetzugang. Wozu sollte man da noch ins Internetcafé gehen?

Nur wenige der Läden halten sich noch in den Innenstädten. Wie viele es genau gibt, lässt sich kaum sagen. Die Stadt Düsseldorf und auch die Mehrheit der anderen Gemeinden haben keine Daten. In Berlin sind es noch etwa 200, schätzt die Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK). Nur Betreiber, die risikofreudig sind und viel ausprobieren, können noch bestehen.

Zur Jahrtausendwende war das noch anders. 1994 eröffnete das erste Internetcafé in Deutschland in Duisburg. Zur Zeit der New Economy erlebten Internetcafés einen Boom. Viele wollten ins Netz – doch die Anschaffung eines Computers war mit hohen Kosten verbunden.

Mittlerweile können die meisten Bundesbürger eigentlich jederzeit surfen. 65 Prozent der Deutschen besitzen ein Smartphone, hat der Digitalverband Bitkom ermittelt. "Irgendwann war Internet Alltag", sagt der Berliner Internetsoziologe Stephan Humer. Ausgerechnet der schnelle Siegeszug des Internets hat ein Verschwinden der Internetcafés ausgelöst.

Die Internet-Anschlüsse der deutschen Haushalte

  • 63,8% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 50 Megabit pro Sekunde und mehr.

    Stand: Sommer 2014; Quelle: TÜV Rheinland

  • 70,7% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 30 Megabit pro Sekunde und mehr.

  • 78,2% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 16 Megabit pro Sekunde und mehr.

  • 89,0% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 6 Megabit pro Sekunde und mehr.

  • 94,9% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 2 Megabit pro Sekunde und mehr.

  • 96,2% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 1 Megabit pro Sekunde und mehr.

Die meiste Zeit des Tages ist es deshalb ruhig im Internetcafé von Hasan. Zwölf Computer stehen in der kleinen Kammer – vor drei Jahren, als er das Geschäft übernahm, waren es fast doppelt so viele. „Es kommen weniger Kunden, um das Internet zu nutzen“, sagt der Geschäftsmann. Vielmehr brauchen die Kunden Computer, um Bewerbungen zu schreiben oder um zu drucken.

"Es gibt immer Personengruppen, die auf Intercafés ausweichen müssen", sagt Internetsoziologe Humer. Hartz-IV-Empfänger, die sich keinen PC leisten können. Jugendliche, die beim Surfen nicht von ihren Eltern kontrolliert werden wollen. Und Flüchtlinge: Sie nehmen über das Internet Kontakt mit Familie und Freunden in der Heimat auf und informieren sich über komplizierte bürokratische Angelegenheiten.

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