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50-jähriges Bandjubiläum: Rolling Stones - Meister des Mehrwerts

von Rüdiger Kiani-Kreß und Jürgen Salz

50 Jahre nach ihrem ersten Auftritt sind die Rolling Stones nach wie vor die erfolgreichste Band der Welt. Doch auf ihre alten Tage wollen sie noch einmal richtig absahnen.

The Rolling Stones - 200 Mio. verkaufte Platten

They can't get no satisfaction - sie kriegen nicht genug: Die Rolling Stones feiern 2012 ihr 50. Bühnenjubiläum. Mit geschätzten 200 Millionen verkauften Tonträgern zählen Mick Jagger, Keith Richards, Ron Woods und Charlie Watts (von rechts nach links) zu den kommerziell erfolgreichsten Bands aller Zeiten. Bereits seit 1962 rocken sie die Bühnen dieser Welt mit Hits wie „Angie“, „Start me up“ oder „Paint it black“. Allerdings sollte man meinen, dass nach 50 Jahren mehr Verkäufe zu Buche stehen - allerdings zählt nicht nur Qualität sondern auch Qualität. Und da haben andere Künstler vielfach die Nase vorn. Wer? Das zeigen wir auf den folgenden Bildern.

Die Daten sind geschätzt und ohne Gewähr, da die Erfassung weltweit über lange Zeiträume äußerst schwierig ist. Die Schätzungen beruhen auf Angaben aus Quellen wie Biographien, Statistiken und Fachliteratur.

Bild: dpa

Von Geschäftsleuten hat Mick Jagger keine gute Meinung: Zahlenmenschen, die danach fragen, ob sich eine Show nicht doch vielleicht etwas billiger produzieren lasse, sind dem Frontmann der Rockgruppe Rolling Stones suspekt. „Die geschäftliche Seite macht mir keinen Spaß“, so Jagger.

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No satisfaction, wenn’s ums Geld geht? Reine Show! Jagger, der an der London School of Economics studiert hat, gilt als gewiefter Verhandlungspartner. Und das Unternehmen „Rolling Stones“ ist – zumindest wirtschaftlich gesehen – die erfolgreichste Band der Popgeschichte, erfolgreicher sogar als die Beatles: Bis zu 2,5 Milliarden Dollar dürften die Herren Jagger, 68, Keith Richards, 68, Ron Wood, 64 und Charlie Watts, 70, seit 1989 eingenommen haben. Für die Zeit davor existieren nur wüste Schätzungen. 1989 traten die Stones nach siebenjähriger Pause erstmals wieder gemeinsam auf und verdienten mit ihrer „Steel Wheels“-Tour gleich richtig gutes Geld: Es war – mit einem Gesamtumsatz von über 260 Millionen Dollar – die bis zu diesem Zeitpunkt erfolgreichste Tournee, die je eine Rockband absolviert hatte.

Der bislang letzte Konzertreigen „A Bigger Bang“, den die Stones 2005 in den USA eröffneten, brachte am Ende geschätzte Einnahmen in Höhe von über 500 Millionen Dollar. Dazu kommen dem Vernehmen nach mehrere hundert Millionen Dollar Umsätze aus den Verkäufen von vor allem den in immer wieder neuen Formaten veröffentlichten CD’s, Konzertfilmen wie Shine A Light aus 2008 oder Some Girls – Live in Texas ‘78  sowie Fanartikeln und Lizenzgebühren wenn ihre Musik in Radio, Film und Fernsehen gespielt wird.

Und das ist noch lange nicht das Ende. Zwar waren sich besonders Jagger und Richards lange Zeit nicht grün, weil Richards in seiner Autobiografie „Life“ über Jagger hergezogen haben und ihm neben Unausstehlichkeit auch gewisse für ein Sexsymbol Rocker gewisse peinliche Unzulänglichkeiten im Unterleibsbereich nachsagte.

Pläne für neue Konzerte

Doch nachdem sich die Streithähne Herren im März in einem Doppel-Interview - passender Weise in der Us-Rockpostille „Rolling Stone“ – altersmilde und versöhnlich gaben, basteln sie offenbar wieder an neuen Konzerten. Eigentlich wollten die Rocker im Pensionsalter bereits in diesem Sommer noch einmal auf Tournee gehen. Gerüchten zufolge ging es um ein Jubiläumsprogramm, an dem sie laut Presseberichten bereits seit dem Jahreswechsel 2011/2012 gearbeitet haben und zu dem die verbliebenen Vier auch die noch lebenden Ex-Mitglieder Bill Wyman und Mick Taylor einladen wollen.

Doch offenbar erlosch auf den Proben, zu denen sich die Legenden laut Presseberichten im Mai in New York trafen, der Funke ein wenig. Immerhin sagte Mick Jagger Anfang der Woche im britischen Fernsehen, er rechne mit ein paar Auftritten zum Jahresende.

Finanzen in der eigenen Hand

Die Zurückhaltung ist verständlich. Die Herren sind nicht nur ein wenig betagt. Sie brauchen das Geld beim besten Willen nicht mehr. Jaggers Privatvermögen wird auf bis 400 Millionen Euro taxiert, das er etwa in Immobilien und Kunstsammlungen investiert hat. Schlagzeuger Charlie Watts züchtet die teuersten Pferde Großbritanniens. Vergessen sind die Anfangszeiten in den Sechzigerjahren, als sie ihr Manager Allen Klein finanziell ganz kurz hielt. „Damals“, so Jagger heute, „hatten wir Mistverträge. Aus diesem Grund haben wir uns selbst um die Finanzen gekümmert.“

Zunächst mit mäßigem Erfolg. Für die Konzerte holte Frontmann Jagger Spezialisten von Tourneetheatern oder der Eislaufrevue Holiday On Ice. Die langen Besprechungen von Details langweilten jedoch die Musiker. Schlimmer jedoch: „Gerade auf Tournee war es eine Sache des Zufalls, ob was hängen blieb oder nicht“, erinnert sich Jagger. Auf Anraten von Freunden engagierte er schließlich Finanzberater Rupert Prinz zu Loewenstein. Der Mann mit dem alten bayrischen Adelstitel hatte gerade das Londoner Privatbankhaus Leopold Joseph & Sons verlassen, um sich mit einer Vermögensverwaltung selbstständig zu machen. Da kam die prominente Kundschaft wie gerufen.

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