Ab Mittwoch: Lufthansa-Piloten streiken drei Tage

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Ab Mittwoch: Lufthansa-Piloten streiken drei Tage

, aktualisiert 28. März 2014, 13:51 Uhr
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Die 5400 Lufthansa-Piloten verstärken mit einem dreitägigen Streik den Druck im Tarifkonflikt.

Die Piloten der Lufthansa streiken nächste Woche drei komplette Tage. Der Arbeitsausstand gehe von Mittwoch 00.00 Uhr bis Freitag 23.59 Uhr, teilte die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit am Freitag mit.

Die Piloten der Lufthansa wollen ab Mittwoch kommender Woche streiken. Sie kündigten einen dreitägigen Ausstand an, der am Mittwoch den 2. April um 00.00 Uhr beginnen und am Freitag den 4. April um 23.59 Uhr enden soll. In dem Tarifkonflikt um höhere Gehälter und die Zukunft der Übergangsrenten habe es trotz mehrerer Treffen keine Annäherung mit der Lufthansa gegeben, erklärte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Freitag in Frankfurt. In einer Urabstimmung hatten die Piloten mit sehr großer Mehrheit für einen Arbeitskampf gestimmt.

Die Streikankündigung trifft den Zeitraum der Osterferien in Niedersachsen und Bremen. Ursprünglich hatte die VC angekündigt, in den Osterferien nicht streiken zu wollen. „Der von uns angekündigte Verzicht, die Osterferien nicht mit Arbeitskämpfen zu belasten, wurde anscheinend vom Management nicht als Zeichen unseres Verantwortungsbewusstseins gegenüber den Urlaubsreisenden verstanden. Wir lassen uns von Lufthansa nicht hinhalten“, erklärte die VC-Tarifexpertin Ilona Ritter. Weitere Streiks bis zum Ende der Osterferien seien nach derzeitigem Stand ausgeschlossen.

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Die rund 5400 Piloten der Lufthansa-Passagesparte kämpfen neben höheren Gehältern insbesondere für den Fortbestand ihrer bisherigen Übergangsrenten. Diese Zahlungen ermöglichten es den Kapitänen bislang, bereits ab einem Alter von 55 Jahren mit bis zu 60 Prozent ihrer Grundbezüge in die gesetzliche Rente überzugehen.

Welche Rechte Fluggäste bei Streik haben

  • Hinweise der Verbraucherschützer

    Die Verbraucherzentrale NRW erklärt, welche Rechte betroffene Fluggäste haben.

  • Ansprüche gegen die Fluggesellschaft (1)

    Die Airline muss laut EU-Verordnung einen Ersatzflug zum nächstmöglichen Zeitpunkt anbieten. Alternativ können Fluggäste bei Annullierung des Flugs vom Luftbeförderungsvertrag zurücktreten und sich den Flugpreis erstatten lassen.

  • Ansprüche gegen die Fluggesellschaft (2)

    Bei Ausgleichszahlungen ist die Lage strittig. Nach bislang überwiegender Ansicht gelten Streiks als "außergewöhnliche Umstände", und dann braucht die Fluggesellschaft nicht zu zahlen.

  • Ansprüche gegen die Fluggesellschaft (3)

    Findet der Flug verspätet statt, sichert die europäische Fluggastrechte-Verordnung folgende Rechte zu: Anspruch auf kostenlose Betreuung besteht ab zwei Stunden Verzögerung bei Kurzstrecken (bis 1500 km), ab drei Stunden bei Mittelstrecken (bis 3500 km) und ab vier Stunden bei Langstrecken. Die Airline muss dann für Mahlzeiten, Erfrischungen, zwei Telefongespräche, Telexe, Faxe oder E-Mails sowie eventuell notwendige Hotelübernachtungen (falls sich der Flug um einen Tag verschiebt) samt Transfer sorgen.

  • Ansprüche gegen die Fluggesellschaft (4)

    Wollen die Fluggäste die Reise bei einer mehr als fünfstündigen Verspätung nicht mehr antreten, können sie ihr Geld zurückverlangen.

  • Ansprüche gegen den Reiseveranstalter (1)

    Der Reiseveranstalter ist der erste Ansprechpartner, wenn der ausfallende Flug Teil einer Pauschalreise ist. Auch der Veranstalter hat die Pflicht, schnellstmöglich für eine Ersatzbeförderung zu sorgen.

  • Ansprüche gegen den Reiseveranstalter (2)

    Erst, wenn der Flieger mehr als vier Stunden verspätet ist, kann je nach Flugstrecke ein Reisemangel vorliegen. Dann können für jede weitere Verspätungsstunde fünf Prozent des Tagesreisepreises vom Veranstalter zurückverlangt werden.

  • Ansprüche gegen den Reiseveranstalter (3)

    Wenn durch den Streik Reiseleistungen ausgefallen sind, haben Urlauber die Möglichkeit, nach ihrer Rückkehr den Preis der Reise zu mindern.

Im Schnitt schieden sie zuletzt mit knapp 59 Jahren aus dem Dienst, wie VC und Lufthansa übereinstimmend schildern. Lufthansa hat die Vereinbarung aber zum Jahresende 2013 einseitig gekündigt, weil ihre Verkehrspiloten nach einem EuGH-Urteil inzwischen bis zum Alter von 65 Jahren fliegen dürfen und nicht mehr wie bis 2011 spätestens mit 60 Schluss machen müssen.

Die Kündigung der Übergangsversorgung zum Jahresende 2013 ist das wichtigste Motiv der Piloten für den Streik. Die Gewerkschaft hatte zudem immer wieder betont, dass sie das harte Sparprogramm unter dem Titel „Score“ bei der Lufthansa für überzogen hält. „Wir sind nicht bereit, unsere Übergangsversorgung für eine höhere Rendite zu opfern“, sagte der Sprecher der VC-Tarifkommission, Thomas von Sturm.

Betroffen von den Streiks wären die Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. Die Konzerntöchter Swiss und Austrian Airlines haben eigene Tarifverträge und würden von einem Ausstand bei der Lufthansa nicht getroffen.

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Lufthansa-Piloten gehören zu den bestbezahlten Angestellten der Republik. Nach Unternehmensangaben steigen junge Flugoffiziere nach der zweijährigen, zum guten Teil selbstbezahlten Flugschule mit einem jährlichen Grundgehalt von 55.500 Euro ein, das mit Zulagen für Schichtdienst und Flugstunden über das vereinbarte Maß hinaus ein Anfangsgehalt von rund 73.000 Euro ergeben kann. Nahezu jedes Jahr folgt nach dem sogenannten Senioritätsprinzip die nächste Gehaltsstufe. Nach derzeit 23 Schritten ist die oberste Kapitänsstufe mit einem Grundgehalt von 193.000 Euro erreicht, inklusive Zulagen können das dann mehr als 255.000 Euro brutto im Jahr werden. In der aufgekündigten Übergangsversorgung erhält ein Ex-Kapitän bis zur gesetzlichen Rente in der Regel bislang 124.000 Euro. Als Rentner sind dann 54.000 Euro Betriebsrente und rund 23.000 Euro gesetzliche Rente drin.

Laut Lufthansa entsprechen die Gehälter in etwa denen anderer europäischer Ex-Staatsfluglinien wie Air France oder British Airways. Deutlich weniger verdienen die Flugzeugführer in den USA, bei Low-Cost-Carriern oder zwischengeschalteten Dienstleistern. Gesucht werden Piloten unter anderem in China und im Mittleren Osten, wo auch steuerfreie Einkommen locken.

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