Abmahnung für Deutsche Post: Bundesnetzagentur wirft Post Preisdumping vor

Abmahnung für Deutsche Post: Bundesnetzagentur wirft Post Preisdumping vor

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Ein Briefträger sortiert im Briefverteilzentrum die Post.

Die Bundesnetzagentur wirft der Deutschen Post bei Werbebriefen Dumping vor und fordert das Unternehmen zu einer Änderung der Preispolitik auf. Preise würden teilweise um mehr als die Hälfte unterschritten, so der Vorwurf.

Die Bundesnetzagentur wirft der Deutschen Post vor, in Teilen des Marktes für Werbebriefe Wettbewerber mit Dumping-Preisen verdrängen zu wollen. Der Bonner Konzern müsse entsprechende Praktiken bis Ende Juni abstellen, teilte die Regulierungsbehörde am Dienstag mit. Die Post will die Entscheidung einem Sprecher zufolge prüfen und dann über mögliche juristische Schritte entscheiden.

Was die Post mit ihrer Strategie 2020 erreichen will

  • Bessere Umweltbilanz

    Auch der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß soll verringert werden: Bis 2020 will die Post ihre Energie-Effizenz um 30 Prozent verbessern. Vor kurzem kaufte der Dax-Konzern zum Beispiel den deutschen Elektroauto-Entwickler Streetscooter auf.

  • Erste Wahl für Aktionäre

    Die Aktie Gelb soll weiter steigen: Post-Chef Frank Appel möchte zur ersten Wahl für Anleger werden. Zwischen 40 und 60 Prozent des Nettogewinns sollen die Aktionäre jährlich als Dividende ausgeschüttet bekommen.

  • Glückliche Kunden

    Auch die Kundenzufriedenheit soll steigen - auf über 80 Prozent. Nach Recherchen der WirtschaftsWoche beschwerten sich allerdings vor allem deutsche Großkunden zuletzt über die Briefzustellung.

  • Mehr Gewinn

    Der Gewinn ist die wichtigste Ziellinie in der Strategie 2020: Bis zum Ablauf der Frist will Appel fünf Milliarden Euro Plus machen. Dazu müsste er pro Jahr den Gewinn um acht Prozent steigern. Die Brief- und Paketsparte, die ihren Umsatz vor allem in Deutschland macht, soll drei Prozent Gewinnsteigerung pro Jahr dazu beisteuern - das Expressgeschäft, die Logistik- und Speditionssparten müssen zehn Prozent mehr im Jahr verdienen.

    Kein anderer Dax-Konzern hat so konkrete und zugleich so ehrgeizige Ziele.

  • Wachstum in Schwellenländern

    In Deutschland hat der durch den Onlinehandel ausgelöste Paketboom die Deutsche Post weit nach vorne getrieben. Jetzt will der Bonner Konzern diesen Effekt auch in den Schwellenländern mitnehmen: Bis 2020 soll sich der Marktanteil in diesen Regionen von 22 auf 30 Prozent erhöhen. Der Fokus liegt dabei auf Brasilien, Indien, China, Russland und Mexiko.

  • Zufriedene Mitarbeiter

    Auch bei den Mitarbeitern möchte die Post die erste Wahl sein. Ziel des Vorstand ist es, in den Mitarbeiterbefragung eine Zustimmungsquote von über 80 Prozent zu erlangen. Zuletzt lag die Quote bei ungefähr 70 Prozent.

Die Bundesnetzagentur hatte Kampfpreise der Post ins Visier genommen, die der Konzern Firmen anbietet, die Neukunden mit Werbebriefen für sich gewinnen wollen. Für dieses "Impulspost" genannte Produkt wollte die Post je nach Gewicht Entgelte von 14 oder 24 Cent verlangen - der Bundesnetzagentur zufolge liegt dies zum Teil mehr als die Hälfte unter den Preisen für vergleichbare Werbebriefe. "Gerade auf dem wettbewerbsschwachen Briefmarkt ist es nicht zu rechtfertigen, dass alternativen Postdienstleistern durch Dumpingpreise Kunden entzogen werden", betonte die Behörde. Die Post hatte die "Impulspost" bereits in Pilotprojekten getestet, ab dem Jahr 2017 sollte das Produkt breit angeboten werden.

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Ab dem 1. Juli wird die Post nun zu entsprechenden Preiserhöhungen verpflichtet. Die Entscheidung der Aufsichtsbehörde sei nicht nachvollziehbar, sagte ein Postsprecher. Mit der Impulspost wollte die Post Werbetreibenden die Möglichkeit geben, Neukunden zu erheblich niedrigeren Preisen anzuschreiben als Bestandskunden. Dabei berief sich das Unternehmen darauf, dass ihr Angebot sowohl Werbung per Brief wie auch digitale Formen umfasse. Und auf diesem Markt verfüge sie über keine marktbeherrschende Stellung. Die Deutsche Post will den Sachverhalt deshalb prüfen und gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten.

Deutsche Post Kunden beschweren sich häufig über Paketzustellung

Ärger bei der Post: Die Kunden beschweren sich überdurchschnittlich häufig über Probleme bei der Paketzustellung. Das zeigen Zahlen der Verbraucherzentrale und der Bundesnetzagentur.

Kunden der Deutschen Post DHL beschweren sich überdurchschnittlich häufig über Probleme bei der Paketzustellung. Quelle: REUTERS

Die Post hat aber auch noch an anderer Stelle Ärger mit der Regulierungsbehörde. Sie untersucht Vorwürfe von Konkurrenten, der Konzern boote Wettbewerber durch Großkundenrabatte in Form von Werbevergütungen aus. Auch daran hatte das Bundeskartellamt im vergangenen Jahr Anstoß genommen: Die Wettbewerbshüter warfen dem Konzern vor, in der Vergangenheit mit Großkunden Briefpreise und Treue-Rabatte vereinbart zu haben, die es anderen Briefdienstleistern unmöglich machten, ein wettbewerbsfähiges Angebot zu unterbreiten. Die Post habe diese Praxis aber eingestellt.

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