Air-Berlin-Chef: Stefan Pichler nennt Sorge um Zahlungsunfähigkeit "abwegige Spekulation"

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Stefan Pichler

von Rüdiger Kiani-Kreß und Annina Reimann

Air-Berlin-Chef Stefan Pichler weist Befürchtungen zurück, das Unternehmen könnte nicht genug Geld haben oder frisches Geld benötigen, um eine im November fällige Anleihe über 200 Millionen Euro zurückzubezahlen.

„Wir planen unsere Liquidität so, dass wir unseren gegenwärtigen und künftigen Verpflichtungen nachkommen können“, sagte Pichler im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Das beinhaltet unsere gegenwärtigen Kreditlinien genauso wie auch zukünftige Initiativen, die wir zu gegebener Zeit bekanntgeben.“ Auf die Frage, ob bei Air Berlin je eine Insolvenz etwa in Eigenverwaltung zur Debatte gestanden habe, sagte Pichler: „Dies war nie ein Thema, das ist eine abwegige Spekulation.“

Gleichzeitig sieht Pichler erste Erfolge seines Sanierungskurses. „Das operative Geschäft verbessert sich, wie man an einer Rekordauslastung im August mit 90,9 Prozent ablesen kann“, sagte er der WirtschaftsWoche. Das werde sich auch „an besseren Resultaten im zweiten Halbjahr“ zeigen.

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Einen zentralen Beitrag zur Sanierung, so Pichler, leiste die Kooperation mit der Fluglinie Etihad, die knapp 30 Prozent der Anteile an Air Berlin hält. „Wir erwarten Ersparnisse im dreistelligen Millionenbereich in den kommenden drei Jahren“, sagte Pichler der WirtschaftsWoche. „Die Zahl der Kunden, die wir durch den Ticketverkauf über Etihad erhalten, ist im ersten Halbjahr um elf Prozent gestiegen. Diese Zahl wird sich noch durch mehr Partner, mehr Flüge und eine stärkere Vermarktung steigern.“

Um die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft aus den roten Zahlen zu führen, hat Pichler weitere Sparmaßnahmen angekündigt, ohne allerdings konkret zu werden. „Klar ist: Jeder Bereich des Unternehmens wird beim Sparen helfen müssen“, sagte der Air-Berlin-Chef.

Nach Informationen der WirtschaftsWoche könnten 1000 der konzernweit 9000 Mitarbeiter die Fluggesellschaft verlassen müssen. Im Zuge dessen könnte ein Teil der Arbeitsplätze, etwa die Personalverwaltung, an Dienstleister in osteuropäische Niedriglohnländer ausgelagert werden. Dazu sagte Pichler der WirtschaftsWoche: „Natürlich gehen wir der Frage nach, wo wir welche Leistungen beziehen, und wir könnten große Projekte global ausschreiben.“

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