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Air Berlin: Lufthansa profitiert vom Etihad-Deal

von Rüdiger Kiani-Kreß

Die Air-Berlin-Rettung durch Etihad beflügelt den Wettbewerb und nutzt auch der Lufthansa.

Hartmut Mehdorn (2. v. l.) hat sein Weihnachtsgeschenk schon ausgepackt: Die arabische Fluggesellschaft unter James Hogan (2.v.r) steigt bei Air Berlin ein. Quelle: dpa
Hartmut Mehdorn (2. v. l.) hat sein Weihnachtsgeschenk schon ausgepackt: Die arabische Fluggesellschaft unter James Hogan (2.v.r) steigt bei Air Berlin ein. Quelle: dpa

Für Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn ist es ein echtes Weihnachtsgeschenk: Etihad, die Fluglinie aus dem wohlhabenden arabischen Emirat Abu Dhabi, steigt in Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft ein und steckt bis zu 270 Millionen Euro in das klamme Unternehmen, davon bis zu 195 Millionen Euro als Kredit. Die Deutschen drücken nun zwar höhere Schulden, aber sie müssen nicht mehr um ihre Existenz bangen. Zudem verspricht Mehdorn, dass der Verbund schneller als andere Partnerschaften Synergien bringt durch höhere Umsätze und niedrigere Kosten.

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Zielgruppe: preisbewusste Touristen

Doch auch für die Lufthansa ist der Deal letztlich ein kleines Präsent. Auf den Asienstrecken dürfte der Verbund der Lufthansa allerdings zusetzen, weil Air Berlin gegenüber den Kunden hierzulande für die wenig bekannte Etihad einsteht. Doch am Ende könnten die Vorteile überwiegen. Zum einen wendet sich der neue Verbund vorerst notgedrungen vor allem an preisbewusste Touristen. Sie sind bisher die wichtigste Kundengruppe von Etihads arabischen Rivalen Emirates und Qatar Airways. Die beiden müssen damit rechnen, dass Passagiere abwandern und die Einnahmen sinken. Preiskämpfe im wichtigsten Lufthansa-Kundensegment, den Geschäftsreisen, können sich die beiden darum seltener leisten.

Kampf um die billigsten Preise

Gleichzeitig kann die Lufthansa den Preiskampf auf Langstrecken und gegen Billigflieger verschärfen. Dank der neuen Konkurrenz muss sie nicht mehr fürchten, dass die Wettbewerbshüter Kampfpreise auf bestimmten Routen als Ausnutzen einer marktbeherrschenden Marktstellung verbieten. Und da Air Berlins Kerngeschäft mehr denn je Flüge in Deutschland und Europa sind, schreckt dies Billigflieger wie Easyjet davon ab, sich stärker in Deutschland zu engagieren. Auch davon profitiert die Lufthansa.

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