Air Berlin: Mehdorn hört als Vorstandschef auf

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Air Berlin: Mehdorn hört als Vorstandschef auf

Hartmut Mehdorn hört als Vorstandschef bei Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft Air Berlin auf. Sein Nachfolger wird mit sofortiger Wirkung Wolfgang Prock-Schauer, wie das Unternehmen am Montag in einer Pflichtmitteilung für die Börse mitteilte.

Prock-Schauer war bisher für Strategie und Planung verantwortlich. Der 56-jährige Österreicher war im vergangenen Oktober von der Fluggesellschaft British Midland International (bmi) zu Air Berlin gestoßen. Mehdorn wird auch künftig dem Verwaltungsrat (Board of Directors) angehören. In der offiziellen Mitteilung wird der scheidende Air-Berlin-Chef mit den Worten zitiert: „Jetzt ist die richtige Zeit für den Führungswechsel, und es ist das richtige Signal, dass Wolfgang Prock-Schauer als neuer CEO das für das Unternehmen so wichtige Turnaround-Programm führt."

Die wichtigsten Stationen von Wolfgang Prock-Schauer

  • Austrian Airlines

    Wolfgang Prock-Schauer, 56, startete seine Karriere in den frühen 1980er Jahren bei der heutigen Lufthansa-Tochter Austrian Airlines.

  • Jet Airways

    2003 wurde er Chef der indischen Fluggesellschaft Jet Airways und brachte sie zwei Jahre später an die Börse.

  • British Midland (BMI)

    Bei der Lufthansa versuchte Prock-Schauer ab 2009 vergeblich, deren damalige Tochter British Midland (BMI) in die schwarzen Zahlen zu hieven. Anfang 2012 wurde BMI an die British-Airways-Mutter International Airlines Group (IAG) verkauft.

  • Air Berlin

    Im Oktober 2012 wechselte Prock-Schauer zu Air Berlin. Er sieht das Unternehmen vor „großen Herausforderungen“. Für die anstehenden Veränderungen kündigte er ein hohes Tempo an.

Der frühere Chef der Deutschen Bahn war im August 2011 als Übergangslösung für den langjährigen Air-Berlin-Chef Joachim Hunold angetreten. Damals hatte angefangen das Sparprogramm "Shape & Size" umzusetzen. Binnen eines Jahres wollte Mehdorn damit 230 Millionen Euro einsparen, unter anderem durch höhere Ticketpreise und die Verkleinerung der Flugzeugflotte.

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Wenige Monate später legte er ein mit "Turbine 2013" ein weiteres Sparprogramm für die schwächelnde Fluggesellschaft auf. Wieder sollten "Strukturen und Prozesse auf den Prüfstand" gestellt werden mit dem Ziel, sie zu optimieren und signifikant Kosten zu reduzieren. Als Grund nannte der Konzern "hohe Belastungen aus der widersinnigen Luftverkehrssteuer sowie anhaltend hohe Kerosinpreise". Auch die immer wieder verzögerte Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafen macht dem Unternehmen zu schaffen. Mehdorn hatte deshalb Schadenersatzklagen angekündigt.

Verwaltungsratschef Hans-Joachim Körber lobte Mehdorns Leistung: „Er hat das Unternehmen in der Krise der europäischen Luftfahrt auf einen neuen Weg gebracht, marktgerechter positioniert und entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt“ . Mit Prock-Schauer übernehme nun ein anerkannter Branchenexperte die Spitzenposition. Der neue Vorstandschef betonte: „Air Berlin steht vor großen Herausforderungen.“ Ob es dem neuen Chef gelingen wird, den Lufthansa-Konkurrent aus den roten Zahlenzu führen, steht noch in den Sternen.

Als Mehdorn 2011 Chef von Air Berlin wurde, trat er ein schweres Erbe an. Die Fluggesellschaft war unter seinem Vorgänger Joachim Hunold rapide gewachsen und hatte Konkurrenten wie DBA, LTU und Niki geschluckt. Das blieb auch nicht ohne Folgen für die Bilanz: Die Einkaufstour und die jahrelangen Verluste hinterließen Schulden von 850 Millionen Euro. Zunächst konnte Air Berlin die Kapitaldecke aufbessern. Sie stieg im September 2012 auf acht Prozent, Mitte des Jahres waren es noch vier Prozent. Allerdings arbeiten andere Fluggesellschaften mit 20 Prozent und mehr.

Um über die Runden zu kommen, hat die Fluglinie Ende 2011 Etihad an Bord geholt. Die Airline aus der Golf-Metropole Abu Dhabi sicherte sich 30 Prozent der Aktien und stellte ein Darlehen über 255 Millionen Dollar zur Verfügung. Damals sagte Mehdorn, dass die Kooperation erste Erfolge zeige: „Wir profitieren sehr von der strategischen Partnerschaft.“ Mittlerweile ist der Kredit mit dem Großaktionär Etihad die Berlinern zu Beginn des Jahres aus der größten Not geholfen hatte, ist fast aufgebraucht. Und ein neues Darlehen ist nicht in Sicht.

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