Air Berlin: Ministerium arbeitet weiter an Millionenkredit

Air Berlin: Ministerium arbeitet weiter an Millionenkredit

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Air Berlin streicht mehrere Flüge aus "operativen Gründen".

Vor fast drei Wochen hat Air Berlin Insolvenz beantragt, die Bundesregierung will die Fluggesellschaft mit einem Millionenkredit stützen. Der ist bisher noch nicht in trockenen Tüchern.

Nach der Insolvenz von Air Berlin wird laut Wirtschaftsministerium weiter an einem Millionenkredit für die Fluggesellschaft gearbeitet. „Die technische Umsetzung ist auf dem Weg. Eine Unterschrift ist noch nicht geleistet worden“, teilte eine Ministeriumssprecherin am Sonntag in Berlin mit. Zu weiteren Einzelheiten wollte sich das Ministerium nicht äußern. Die „Bild am Sonntag“ berichtete, die Airline und die staatliche Förderbank KfW hätten sich auf Konditionen des Kredits geeinigt.

Ein Sprecher von Air Berlin wollte dazu keine Stellung nehmen. Die Fluggesellschaft soll einen 150-Millionen-Euro-Kredit der Bundesregierung bekommen, um die Zeit bis zu einem Verkauf zu überbrücken. Air Berlin verhandelt als zweitgrößte deutsche Airline derzeit mit dem Marktführer Lufthansa und weiteren Interessenten über den Verkauf von Unternehmensteilen.

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Auf der Internetseite erklärte die Fluglinie am Sonntag, es seien Flüge abgesagt worden. „Aus operativen Gründen muss airberlin heute Flüge streichen“, hieß es. „Wir bedauern die für unsere Fluggäste entstandenen Unannehmlichkeiten sehr.“ Nähere Angaben etwa zur Zahl der gestrichenen Flüge und zu den Gründen machte die Airline nicht.

Das ist Air Berlin

  • Boom der Billigflieger

    Die 1978 gegründete Fluggesellschaft Air Berlin ist mit dem Boom der Billigflieger groß geworden. Erfolg hatte Deutschlands zweigrößte Airline zunächst mit Flügen von Berlin nach Mallorca. 2002 nahm sie Linienflüge in europäische Städte ins Programm.

  • Zu viel gewollt

    Nach einem radikalen Expansionskurs geriet das Unternehmen in eine Krise. Seit 2008 schreibt Air Berlin - mit einer Ausnahme durch den Verkauf des Vielfliegerprogramms - rote Zahlen. Im Jahr 2016 betrug der Verlust rund 782 Millionen Euro, der Schuldenberg wuchs auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Jahrelang hielt der arabische Großaktionär Etihad, der 29,2 Prozent der Anteile besitzt, die Airline mit Finanzspritzen in der Luft.

  • Flug in die Insolvenz

    Im August 2017 zieht Etihad die Reißleine: Der Hauptaktionär erklärt, keine weitere finanzielle Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Air Berlin stellt daraufhin beim zuständigen Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung.

Die Fluggesellschaft schrieb zum Beispiel bei Facebook, Passagieren, die von einer Flugstreichung betroffen seien, werde „die bestmögliche Reisealternative angeboten“. In Berlin habe es die eine oder andere Schlange vor dem Umbuchschalter gegeben, sagte ein Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg am Abend. „Auswirkungen auf den Flugverkehr hatte das aber nicht.“

Ein Sprecher von Air Berlin war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Am Flughafen Berlin-Tegel fielen laut online genannten Abflügen vereinzelt Verbindungen aus, etwa nach Köln/Bonn oder Stuttgart, aber auch an entferntere Orte wie San Francisco. Am Flughafen Düsseldorf fielen nach Angaben eines Flughafensprechers sieben Flüge aus, größere Probleme habe es nicht gegeben.

Die verlustreiche Fluggesellschaft hatte mitten in der Ferienzeit Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Der Staatskredit der Bundesregierung, dem die EU-Kommission noch zustimmen muss, ist umstritten. Konkurrent Ryanair hatte das Bundeskartellamt und die EU-Wettbewerbskommission angerufen, auch die Fluglinie Germania will gegen den Kredit vorgehen.

Arbeitnehmervertreter kämpfen um eine Übernahme möglichst vieler der mehr als 8000 Beschäftigten durch den oder die jeweiligen Käufer. An diesem Montag gibt es dazu ein Treffen mit den Regierungschefs der Länder mit den größten Air-Berlin-Standorten Berlin und Düsseldorf, dem Berliner Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

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