Air Berlin: Schlechte Nachricht aus Texas

Air Berlin: Schlechte Nachricht aus Texas

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Air Berlin hatte eigentlich geplant sich mit Hilfe von American Airlines zu sanieren, aber nun ist American Airlines mir sich selbst beschäftigt.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Der Gläubigerschutz von American Airlines ist ein Rückschlag für Air Berlin. Denn statt über die gemeinsame Allianz Oneworld den Deutschen bei der Sanierung zu helfen sind die Amerikaner nun erst mal mit ihrer eigenen Gesundung beschäftigt.

Letztlich war es keine Überraschung als die AMR genannten Muttergesellschaft von American Airlines heute im Morgengrauen ihrer texanischen Heimatstadt Fort Worth mitteilte, in den Chapter 11 genannten Gläubigerschutz des US-Konkursrechts zu flüchten.

Den Schritt hatten Beobachter bereits seit Monaten erwartet. Denn der Linie setzten die aktuelle Konjunkturschwäche und die hohen Ölpreise deutlich mehr zu als ihren  Hauptwettbewerbern den Lufthansa-Partnern United Airlines und US, sowie Delta Airlines und dem weltgrößten Billigflieger Southwest.

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Das liegt nicht zuletzt daran, dass  American als einzige der großen Nicht-Billigflieger noch keine solche geordnete Insolvenz durchlaufen hat und damit als einzige noch immer zumindest teilweise die überholten Arbeitsweisen der US-Flugbranche aus den fetten und gewinnträchtigen neunziger Jahren mit sich herumschleppte.

Delta  und United haben in ihren Chapter 11 Verfahren ihre Arbeitsverträge mit relativ großen Freiheiten und Pensionsprogrammen für das Personal ebenso abgeworfen wie ungünstige Mietverträge für Flughafenterminals oder Bürogebäude.

Horton wird Chancen zu Kostensenkung nutzen

AMR-Chef Gerard Arpey war dagegen noch zu Beginn des Jahres stolz darauf, die nötigen Veränderungen einvernehmlich und fast ohne Arbeitskämpfe hinbekommen zu haben. Dabei nahm er sogar in Kauf, dass er noch keine Modelle des neuen Sparfliegers 787 des US-Herstellers Boeing fest bestellen konnte, weil er dafür noch keine Erlaubnis seiner Piloten hatte.

Doch mit Arpeys Rücktritt heute Morgen wird nun Finanzchef Thomas Horton diese Chance zur Kostensenkung sicher stärker nutzen. um AMR auf Augenhöhe mit den Wettbewerbern bringen.

Diese Veränderungen mögen sieben Stunden entfernt vor sich gehen. Doch zu spüren sind Sie auch hier in Deutschland, genauer in einem Bürohaus am Saatwinkler Damm am Berliner Flughafen Tegel.

Dort im Hauptquartier von Air Berlin dürfte der AMR-Gläubigerschutz für einen kleinen Schock gesorgt haben. Denn Deutschlands zweitgrößte Fluglinie steckt in einer ebenso dramatischen Restrukturierung wie AMR. Und Unternehmenschef Hartmut Mehdorn hatte in seinem vom Vorgänger Joachim Hunold übernommenen Rettungsprogramm Shape & Size American eine zentrale Rolle zugedacht.

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