KommentarAir Berlin: Treibstoff Hoffnung

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Der Vorstandsvorsitzende der Fluggesellschaft Air Berlin, Hartmut Mehdorn. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin ist im vergangenen Jahr noch tiefer in die Verlustzone gerutscht.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Air Berlin hat für 2011 eine katastrophale Bilanz vorgelegt. Konzernchef Mehdorn weiß: Wird die nächste nicht deutlich besser, ist das Unternehmen in Gefahr. Doch die versprochene Wende wird schwer.

Auf den ersten Blick wirkte die Einladung von Hartmut Mehdorn zur Bilanzpressekonferenz seiner Air Berlin für das vergangene Jahr wie kräftiges Zeichen des Optimismus. Während die Lufthansa ihre Zahlen gestern in einem Nebenraum ihrer Konzernzentrale am Frankfurter Flughafen vorstellte, lud Mehdorn ins feinen Berliner Hotel Intercontinental am Zoologischen Garten. Dazu berichtete gestern die „Süddeutsche Zeitung“, Mehdorns Vorgänger Joachim Hunold seit im vorigen Jahr mit einer eine Abfindung von gut vier Millionen Euro verabschiedet worden.

Doch wer heute die Zahlen gesehen hat weiß, besser gepasst hätte ein zugiger Hangar irgendwo am Stadtrand. Denn für Deutschlands zweitgrößte Fluglinie war das vergangene Jahr schlicht katastrophal. Der Nettoverlust hat sich fast verdreifacht auf jetzt fast 272 Millionen Euro. Trotzdem war Mehdorn optimistisch. „Die Performance in allen Bereichen steigt sichtbar, die Talsohle ist damit durchschritten“, versprach der 69-Jährige.

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Etihads Millionen sind aufgebraucht

Und damit hat er sicher recht. Denn eins ist klar: Schlimmer kann, oder besser darf, es nicht werden. Denn noch so ein Jahr oder gar ein schlimmeres, und Air Berlin wäre praktisch weg vom Fenster. Denn in 2011 hat die Linie das ohnehin schon knappe Eigenkapital halbiert und die Quote auf unangenehme elf Prozent gedrückt.

Dazu hat die Linie die Schulden auf 813 Millionen Euro fast verdoppelt. Damit ist die Finanzspritze der Fluglinie Etihad aus dem Öl-Emirat Abu Dhabi, die mit der Übernahme von knapp 30 Prozent der Aktien im Januar Ende bis zu knapp 300 Millionen Euro ins Unternehmen gepumpt hat, praktisch weg.

Mehdorn stützt seine Zuversicht auf das vierte Quartal 2011. Denn dort waren seine Maschinen voller denn je und im Schnitt hat ihm jeder seiner gut 35 Millionen Passagier gut acht Euro mehr für sein Ticket gezahlt. Doch ob das reicht, bleibt abzuwarten.

Schlechter Ausblick für 2012

Die Analysten der Investmentbank Credit Suisse jedenfalls befürchten auch für 2012 schwere Verluste von bis zu 200 Millionen Euro. Denn fast alle Gründe, die zu dem Katastrophenjahr 2011 geführt haben, bleiben der Airline auch in 2012 erhalten.

Das beginnt bei der Bilanz selbst. Für seine 813 Millionen Euro Schulden zahlt die Linie mit einem Zinssatz von gut zehn Prozent einen höheren Satz als Wackelländer wie Griechenland. Auch die hohen Ausgaben für die Flotte bleiben. Weil Air Berlin zur Geldbeschaffung immer mehr seiner Flugzeuge verkauft hat, steigen die Leasinggebühren. Und angesichts der angespannten Finanzlage verlangen die Verleiher der Maschinen laut Insidern weiterhin mehr als bei anderen Airlines.

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