Air Berlin und Etihad: Aufschub im Code-Share-Streit

Air Berlin und Etihad: Aufschub im Code-Share-Streit

, aktualisiert 23. Oktober 2015, 18:26 Uhr
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Stewardessen der Fluggesellschaft Etihad Airways und Air Berlin.

Im Streit um Gemeinschaftsflüge von Air Berlin und Etihad können die Fluggesellschaften aufatmen. Das Verwaltungsgericht hat den Fluglinien Aufschub gewährt.

Im Streit um Gemeinschaftsflüge von Air Berlin und Etihad können die Fluggesellschaften erst einmal durchatmen. Das Verwaltungsgericht Braunschweig verpflichtete das Luftfahrtbundesamt (LBA) am Freitag, Etihad den Winterflugplan für Fluglinien- und Code-Share-Dienste befristet bis zum 8. November 2015 zu genehmigen, sagte Gerichtspräsident Wolfgang Bartsch.

Die arabische Airline hatte eine einstweilige Verfügung beantragt, um die gemeinsamen Flüge mit Air Berlin zu schützen. Die Bundesregierung verhandelt derzeit mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, in welchem Umfang diese Flüge weiterhin angeboten werden dürfen.

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Nach Ansicht der deutschen Seite erlaubt ein Vertrag zwischen den Ländern nicht alle der von Etihad für den Winter beantragten Codeshare-Flüge. Air Berlin will mit Etihad 65 Codeshare-Flüge anbieten, die Beamten des Verkehrsministeriums sehen für 29 davon keine rechtliche Basis.

Darum geht es beim Code-Share-Streit

  • Was bedeutet Code-Sharing überhaupt?

    Beim Code-Sharing teilen sich mehrere Airlines einen Flug: Nur eine Linie führt ihn tatsächlich aus, stellt Flugzeug und Crew. Die andere verkauft allerdings auch Tickets  - unter ihrem Namen und mit eigener Flugnummer. Für die Passagiere heißt das: Am Gate steht ein Air-Berlin-Flieger, obwohl Etihad gebucht war.

  • Was ist das Besondere bei Air Berlin und Etihad?

    Mit den Air-Berlin-Flügen kann Etihad das Flugangebot künstlich erweitern. Für den Winterflugplan 2015/16 planen Air Berlin und Etihad Code-Share-Verbindungen zwischen. Die Funktion als europäischer Zubringer ist einer der Hauptgründe, warum die deutsche Krisen-Linie für Etihad interessant ist. Als Großaktionär (knapp 30 Prozent) hat die Fluglinie aus Abu Dhabi deshalb schon viel Geld in den Erhalt von Air Berlin gesteckt.

  • Wie wichtig sind die Code-Share-Verbindungen für Air Berlin?

    Für Air Berlin geht es nicht nur darum, Etihad bei Laune zu halten und deren Finanzhilfen zu sichern. Die Durchführung der Code-Share-Flüge bringt wichtiges Geld. “Der Wegfall dieser Einnahme ist für die Air Berlin existenzbedrohend”, erklärten die Betriebsräte der Fluggesellschaft jüngst. Wieviel Air Berlin am Ende tatsächlich verdient, ist nicht ganz klar. Der zusätzliche Umsatz durch die von Etihad verkauften Tickets soll bei bis zu 140 Millionen Euro pro Jahr liegen.

  • Warum gibt es Zoff um die Code-Share-Verbindung?

    Grundlage der Flüge ist das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Es regelt in welchen Städten Linien aus den Emiraten, also Emirates aus Dubaí und Etihad aus Abu Dhabi, landen dürfen. Wichtigster Streitpunkt sind die Langstreckenflüge aus den Emiraten nach Deutschland. Aus deutscher Sicht bestimmt das Abkommen, dass die arabischen Linien nur in vier Städten landen dürfen. Derzeit sind dies Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg. Dazu, so die deutsche Interpretation, dürfen Emirates und Etihad auch Code-Share-Flüge mit einem deutschen Partner von einer der vier Städte nach Berlin und Stuttgart anbieten. Mehr nicht. Etihad und die Emirate sehen das anders. Für sie erlaubt das Abkommen auch Code-Share-Flüge aus den Emiraten nach Berlin und Stuttgart. Dazu dürfen Etihad und Air Berlin auch bei Anschlussverbindungen ab Berlin oder Düsseldorf kooperieren.

Der Winterflugplan beginnt bereits am Sonntag und nach eigenen Angaben haben die beiden Fluglinien bereits 82.000 Reisen für diese Routen verkauft.

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