Air Berlin und Etihad: Gericht erlaubt umstrittene Codeshare-Flüge

Air Berlin und Etihad: Gericht erlaubt umstrittene Codeshare-Flüge

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Der Großteil der Codeshare-Flüge von Air Berlin und Etihad kann weitergehen.

Am Samstag wäre die Genehmigung abgelaufen, jetzt können Air Berlin und Etihad ihre Codeshare-Flüge weiterlaufen lassen. Ein Gericht genehmigte der deutschen Fluggesellschaft einen Teil der umstrittenen Verbindungen.

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin hat im Streit über die Gemeinschaftsflüge mit der arabischen Etihad einen juristischen Etappensieg erzielt. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg genehmigte 26 der 31 umstrittenen Codeshare-Flüge, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Es begründete die Entscheidung damit, dass die Auslandsflüge vom Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten abgedeckt seien. Auf fünf innerdeutschen Strecken seien die Gemeinschaftsflüge hingegen nicht zulässig.

Der Streit um die Codeshare-Flüge tobt seit Monaten und dreht sich im Kern um die Frage, wo Etihad aus Abu Dhabi in Deutschland landen darf. Nicht-europäische Fluglinien wie Etihad brauchen eine Erlaubnis für ihre Starts und Landungen.

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Air Berlin und Etihad Der Kampf um den Code geht weiter

Air Berlin und Etihad können sich freuen. Die umstrittenen Codeshare-Flüge sind nicht mehr akut gefährdet - allerdings auch nicht ganz aus dem Schneider. Was das für Kunden bedeutet und wie sehr es die Airline trifft.

Air Berlin und Etihad: Die beiden Airlines haben eine umstrittene strategische Partnerschaft. Quelle: Presse


Das regelt ein Verkehrsrechtsabkommen zwischen Deutschland als Flugziel und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) als Heimat von Etihad aus den neunziger Jahren. Da steht, dass sich Linien aus den Emiraten vier deutsche Städte aussuchen dürfen, die sie mit eigenen Maschinen anfliegen. Für Etihad sind das Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München. Um auch andere Ziele anzufliegen, nutzt Etihad die Gemeinschaftsflüge mit Air Berlin.

Die Chronik von Air Berlin

  • Sonderrechte im geteilten Berlin

    Genau vor 35 Jahren hob der erste Air-Berlin-Flieger ab. Alles begann mit alliierten Sonderrechten zur Landung im geteilten Berlin. Nach der Wende wuchs Air Berlin zur Nummer Zwei am Himmel über Deutschland heran, doch inzwischen steckt sie seit Jahren in der Krise.

  • 1970er- bis 90er-Jahre

    1978: Gründung als Chartergesellschaft durch den Ex-Pan-Am-Pilot Kim Lundgren. Erstflug am 28. April 1979 von Tegel nach Mallorca. Die Flotte umfasst zwei Maschinen.

    1991: Im April kauft der LTU-Manager Joachim Hunold die Mehrheit der Anteile. Es gibt kurz darauf 15 Flüge pro Tag. Air Berlin expandiert und stationiert zunehmend auch Flugzeuge auf Regionalflughäfen.

    1998: Mit dem Mallorca Shuttle Einstieg ins Linienfluggeschäft.

  • 2004

    Einstieg zu 25 Prozent bei der österreichischen Fluggesellschaft Niki des früheren Rennfahrers Niki Lauda.

  • 2006

    Börsengang und Kauf der Fluggesellschaft dba.

  • 2007

    Kauf des Ferienfliegers LTU, damit auch Interkontinentalflüge.

  • 2008

    2008: Air Berlin rutscht in die roten Zahlen, legt das erste Sparprogramm auf: Strecken fallen weg, Flugzeuge werden ausgemustert. Die Übernahme des Ferienfliegers Condor scheitert.

  • 2010

    Air Berlin kündigt für 2012 den Eintritt in das Luftfahrtbündnis Oneworld an.

  • 2011

    Hunold wirft das Handtuch, Hartmut Mehdorn übernimmt. Ein weiteres Sparprogramm soll das operative Ergebnis um 200 Millionen Euro verbessern. 18 der 170 Maschinen werden verkauft.

  • 2012

    Die arabische Staatsairline Etihad erhöht ihren Anteil von knapp 3 auf 29,2 Prozent und stützt die Airline mit einem 255-Millionen-Dollar-Kredit. Ein neues Sparprogramm beginnt. Der Verkauf des Vielfliegerprogramms an Großaktionär Etihad bringt nur vorübergehend wieder schwarze Zahlen.

  • 2013

    Wolfgang Prock-Schauer wird Vorstandschef und verschärft das von Mehdorn im Vorjahr aufgelegte neue Sparprogramm. Jeder zehnte Arbeitsplatz fällt weg, die Flotte schrumpft auf 142 Maschinen. 400 Millionen Euro sollen bis Ende 2014 eingespart werden.

  • 2014

    Air Berlin sagt die Bilanzvorlage überraschend ab und verschiebt sie um Wochen. Die Spekulationen um die Zukunft der Airline erreichen einen Höhepunkt. Schließlich wird klar: Etihad pumpt noch mehr Geld in die Fluggesellschaft.

  • 2015

    Ab Februar übernimmt Stefan Pichler die Leitung der angeschlagenen Airline. Er kündigt rasche Sanierungsschritte an. „Ab März muss es Schlag auf Schlag gehen", so Pichler.

Bei den Gemeinschaftsrouten erhalten Air-Berlin-Verbindungen eine Flugnummer von Etihad und umgekehrt. Etihad kann so mehr Ziele weltweit anbieten, während Air Berlin damit die Auslastung der Flugzeuge erhöht.

Doch nicht nur deshalb ist diese Kooperation für Deutschlands zweitgrößte Linie so wichtig: Etihad hat wiederholt betont, die Flüge seien ein wesentlicher Grund für das Engagement in Berlin. Die arabische Gesellschaft ist seit 2011 Air-Berlin-Aktionär und hält derzeit einen Anteil von 29,2 Prozent. Geldspritzen aus den Emiraten haben Air Berlin in der Vergangenheit immer wieder über Wasser gehalten.

Zuletzt hatten Etihad und Air Berlin die Bundesregierung heftig kritisiert und sich über eine mangelnde Unterstützung beklagt.

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