Air France : Europas zweitgrößte Fluglinie entlässt 2900 Mitarbeiter

Air France : Europas zweitgrößte Fluglinie entlässt 2900 Mitarbeiter

, aktualisiert 06. Oktober 2015, 06:55 Uhr
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Der Personalchef von Air France, Xavier Broseta, flüchtete von der Demonstration.

Die Fluggesellschaft Air France kündigt 2900 Mitarbeitern, auch betriebsbedingt. Das sorgt für Tumulte in der Belegschaft: Bei einer Protestaktion verliert Personalchef Xavier Broseta sogar sein Hemd und flüchtet.

Aus Wut über den geplanten Jobabbau bei der Fluggesellschaft Air France haben Demonstranten eine Sitzung des Betriebsrats gestürmt und den Personalchef angegriffen. Mit zerrissenem Hemd und nacktem Oberkörper flüchtete Personalvorstand Xavier Broseta am Montag aus einem Handgemenge. „Das Management von Air France verurteilt die körperlichen Gewalttaten entschieden“, teilte das Unternehmen mit und kündigte eine Klage an.

Nach Angaben eines Sprechers wurden sieben Menschen verletzt, darunter Broseta und mehrere weitere Manager. Ein Sicherheitsmann sei mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gekommen. „Das ist nicht das wahre Gesicht von Air France“, sagte Fluglinien-Chef Frédéric Gagey. Während der Sitzung im Air-France-Gebäude am Flughafen Charles-de-Gaulle bei Paris hatte er den Arbeitnehmervertretern am Vormittag seine Sparpläne vorgestellt. 2900 Stellen sollen wegfallen, bestätigte der Mutterkonzern Air France-KLM später.

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Nach dem Eindringen der Demonstranten wurde die Sitzung unterbrochen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Männer Broseta aus einer aufgebrachten Menge eskortierten. Dabei rissen Demonstranten ihm das Hemd vom Körper. „Diese Gewalt ging von einigen besonders aggressiven Einzelpersonen aus, während die Demonstration streikender Mitarbeiter bis dahin ruhig verlaufen war“, hieß es vonseiten des Unternehmens. Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron nannte die Täter unverantwortlich. Auch Gewerkschafter kritisierten den Vorfall.

Die Fluggesellschaft will mit den Sparplänen ihre seit 2011 anhaltende Verlustserie beenden. Vergangene Woche waren Verhandlungen mit Pilotenvertretern über längere Arbeitszeiten bei gleichem Gehalt gescheitert, daraufhin kündigte das Unternehmen den Plan B mit Stellenkürzungen an.

Betroffen sind 300 Piloten, 900 Mitglieder des Kabinenpersonals und 1700 Jobs am Boden, wie Air-France-Chef Gagey bestätigte. Das Langstreckenangebot soll bis 2017 um zehn Prozent zusammengestrichen werden. 35 Flüge pro Woche sollen wegfallen, vor allem auf unprofitablen Strecken nach Asien und in den Nahen Osten.

Der für Montag von mehreren Gewerkschaften ausgerufene Streik hatte auf den Flugverkehr nur geringe Auswirkungen: Alle geplanten Flüge konnten nach Angaben des Unternehmens beibehalten werden. Allerdings sei es zu Verspätungen gekommen, sagte Gagey.

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