Airlines: Letzter Aufruf für die Lufthansa

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Airlines: Letzter Aufruf für die Lufthansa

von Rüdiger Kiani-Kreß

Billigflieger und Wettbewerber aus der Golfregion bringen die Lufthansa und Air Berlin in Existenznot. Eine Exklusivstudie zeigt, was beide Airlines tun müssen, um zu überleben - und was das für die Fluggäste bedeutet.

Christoph Franz kann die Aussicht von seinem Büro am Frankfurter Flughafen nicht so recht genießen. So viele seiner Flugzeuge mit dem Kranich auch vorbeiziehen, vom Superjumbo Airbus A380 bis zum kleinen Regionaljet: Der Lufthansa-Chef weiß, dass sie die Konzernkasse nicht so recht klingeln lassen.

Analysten wie Neil Glynn von Credit Suisse rechnen damit, dass die Lufthansa nach 2011 auch 2012 Verlust schreibt. 2013 dürfte es zwar einen Gewinn geben, schätzungsweise unter einer halben Milliarde Euro. Doch eigentlich will Franz mit seinem Effizienzprogramm Score, das er im Februar vorstellte, das Ergebnis bis 2014 um eineinhalb Milliarden Euro auf gut zwei Milliarden Euro steigern – wohl ein aussichtsloses Unterfangen.

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Noch weniger kann sich Hartmut Mehdorn über die vielen rot-weißen Air-Berlin-Flugzeuge am Himmel über seinem Büro in der Hauptstadt freuen. Sein Schrumpfprogramm „Shape & Size“ brachte zwar mehr als die erwarteten 200 Millionen Euro Ersparnis, die der Air-Berlin-Chef erhofft hatte. Doch das reicht nicht. Mehdorn musste gerade die zusätzliche Sparrunde „Turbine 2013“ einläuten. Denn trotz steigender Umsätze haben Verluste und die Kosten für die wachsenden Schulden das Eigenkapital der Fluggesellschaft stark geschrumpft und den 200-Millionen-Euro-Kredit vom arabischen Großaktionär Etihad fast ganz aufgefressen.

Wettbewerb als gemeinsames Grundproblem

So unterschiedlich die Probleme der beiden Airlines sind, so sehr quält sie ein gemeinsames Grundproblem. Nicht die Konjunktur, der hohe Kerosinpreis oder die deutsche Luftverkehrsabgabe drücken die Airlines auf den Boden. Es sind Wettbewerber, die Franz und Mehdorn mit überlegenen Geschäftsmodellen das Fürchten lehren. Im europäischen Kurzstreckenverkehr, ob von Berlin nach Mailand oder München nach London, nehmen ihnen Billigflieger wie Ryanair aus Irland und die britische Easyjet die Fluggäste weg. Und auf der Langstrecke von Europa nach Asien und Afrika saugen Emirates, Etihad und Qatar Airways mit ihren Superflughäfen in den arabischen Emiraten immer mehr Kunden aus dem internationalen Zubringer- und Fernliniennetz von Lufthansa, Air France-KLM und British Airways.

Wie groß die Defizite und damit die Bedrohung der Lufthansa ist, hat die Unternehmensberatung A.T. Kearney exklusiv in einer Studie über die größten Fluglinien in Europa und dem Nahen Osten für die WirtschaftsWoche untersucht. Das Ergebnis lässt sich auf Air Berlin übertragen.

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