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Airlines: Zentrale Schwachstellen

Airlines: Letzter Aufruf für die Lufthansa

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Zentrale Schwachstellen

Die Bedrohung, so das Fazit, lässt sich an drei zentralen Schwachpunkten festmachen:

Die zentralen Schwachpunkte der Lufthansa

  • zu hohe Kosten

    Die Lufthansa arbeitet mit zu hohen Kosten. Trotz aller Sparmaßnahmen wendet die Kranichlinie immer noch sechs Cent auf, um einen Passagier einen Kilometer weit zu fliegen; Easyjet kommt mit knapp vier Cent, Emirates mit gut drei und Ryanair nicht mal zwei Cent aus.

  • zu umständlich

    Deutschlands Marktführer arbeitet zu umständlich. Die Lufthansa macht bis zu Wartung und Flugküchen fast alles selbst und gibt ein Viertel der Kosten für das Personal aus. Emirates und Billigfliegern reicht die Hälfte.

  • zu wenig Komfort

    Die Lufthansa bleibt bei der Flotte und beim Komfort zurück: Weil die Deutschen weniger neue Flugzeuge anschaffen als Emirates, können die Araber deutlich schneller wachsen und ihren Kunden an Bord modernsten Komfort anbieten.

„Low-Cost-Linien und die Airlines aus dem Nahen Osten sind angesichts der wachsenden Herausforderungen besser aufgestellt als Europas große Traditionsairlines“, sagt Tanja Wielgoß, für die Flugbranche zuständige Partnerin bei A.T. Kearney.

Wollen Lufthansa und Air Berlin langfristig überleben, so der Tenor der Untersuchung, werden sie sich so verändern müssen, dass die Fluggäste die Gesellschaften in ein paar Jahren kaum noch wiedererkennen werden. „Sie alle müssen stärker alte Gewohnheiten aufgeben und sich bei Kostenmanagement oder Service stärker an Unternehmen außerhalb der Flugbranche orientieren“, so Beraterin Wielgoß.

Was nach trockenem Berater-Deutsch klingt, bedeutet für Lufthansa und Air Berlin eine kleine Revolution, die an fünf Säulen rüttelt, auf denen das gegenwärtige Selbstverständnis ruht. Vor allem die Kranichlinie wird sich zum Unternehmen mit Dauersparkultur wandeln müssen, statt nur bei Bedarf hie und da Kosten zu drücken.

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Sie darf sich nicht zu schade sein, die Umsätze neben dem reinen Ticketverkauf hochzufahren, Kunden mehr persönliche und unverwechselbare Angebote zu machen, mehr Kunden außerhalb Europas zu gewinnen und zu einer echten Weltmarke zu werden, für die Passagiere wieder gerne einen Aufpreis zahlen. Auf diesen Feldern liegen Lufthansa, Air Berlin, wie die anderen großen europäischen Fluglinien, hinter den wichtigsten Wettbewerbern zurück.

Damit werden die Lufthansa und Air Berlin nicht um den mittelfristigen Komplettumbau herumkommen. Das zeigen die Vorbilder etwa aus Autoindustrie und Handel, an denen sich die beiden Airlines sowie die anderen traditionellen europäischen Airlines werden orientieren müssen, wollen sie nicht entscheidend an Bedeutung verlieren oder gar untergehen.

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6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 06.11.2012, 23:11 UhrDerSchlaueFrank

    Willkommen im Superkapitalismus. Auf Teufel komm raus soll gespart werden, natürlich immer beim hart arbeitenden Kabinenpersonal. Und die Manager und Berater wollen dafür noch mehr Bonus, um diesen in überteuerte Luxuskarossen zu stecken und damit die Umwelt zu belasten. Und die Sicherheit am Himmel geht vor die Füße. Die Globalisierung entwickelt sich zu einer Kannibalisierung.

  • 05.11.2012, 20:53 UhrRobR

    Auch wenn es bei Lufthansa Baustellen gibt, die Firma Kearny hat auch einige! Vergelich der Lokalmärkte ist absurd, natürlich hat Emirates keine 47% Passagiere aus dem Heimatmarkt, wäre aus dem kleinen Dubai auch gar nicht möglich.
    Umsätze ausser Ticketverkauf: hat Lufthansa auch, nur nicht in dieser Höhe. Dafür gibts das Bierchen oder das Glas Wein noch umsonst, auch in der Economy. Ist auch etwas wert...
    Zwei Themen erwähnt Kearny gar nicht: während Lufthansa und Air Berlin mit Luftverkehrssteuer und hohe Kosten für alles Mögliche geknebelt werden, geniessen Emirates und Co "Service aus einer Hand" für wenig Geld, die Scheichs haben erkannt das Luftverkehr eine Wachstumsindustrie ist. In Deutschland werden nur Provinzairports die niemand braucht subventioniert, Hahn, Memmingen, Kassel, Lübeck... und da lässt sich dann Ryanair noch dafür bezahlen den Platz überhaupt zu bedienen.

  • 02.11.2012, 12:44 UhrLindi

    Man kann sich auch zu tode sparen. Bei meinem letzten Flug nach Moskau wurde mir erklärt dass die Lounge in Moskau nur noch für Gold und Biz Class Tickets ist und Silberkarten keinen Zugang mehr haben. Dafür daß Lufthansa hier doppelte Preise aufruft wie der Mitbewerb ist das schon ein sehr schwaches Zeichen - ich jedenfalls werde zukünftig billig fliegen da die Lounge der einzige Grund war diese Ticketpreise zu akzeptieren.

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