Alitalia: Italien will Krisenairline mit Brückenkredit stützen

Alitalia: Italien will Krisenairline mit Brückenkredit stützen

, aktualisiert 26. April 2017, 15:10 Uhr
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Flugzeuge der Alitalia stehen auf dem Flughafen Leonardo da Vinci in Rom.

Das Melodram um Alitalia zieht sich weiter in die Länge. Die italienische Regierung buhlt um Käufer und will mit einer Zwischenlösung Zeit schinden. Am Flugbetrieb soll sich erst mal nichts ändern.

Nach dem gescheiterten Rettungsversuch der italienischen Fluggesellschaft Alitalia wirbt die Regierung in Rom um Käufer für die Krisen-Airline. „Das Unternehmen wird an den besten Bieter verkauft“, sagte Verkehrsminister Graziano Delrio der Zeitung „La Stampa“. Auf die Frage, ob etwas gegen eine Übernahme durch die Lufthansa spreche, sagte er: „Es gibt keine Einwände dagegen, aber die Entscheidung liegt bei den Anteilseignern.“ Zunächst soll Alitalia mit einem Brückenkredit der Regierung gestützt werden.

Eine Verstaatlichung der ehemaligen Staatslinie schloss der Minister aus. „Mancher glaubt, es wird die x-te Rettung durch den Staat geben. Dann sage ich klar: Es wird keine geben.“

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Wirtschaftsminister Carlo Calenda stellte einen Brückenkredit für sechs Monate in Höhe von 300 bis 400 Millionen Euro in Aussicht, bis ein Käufer gefunden sei. Ein Sonderverwalter müsse den Erhalt des Unternehmens sicherstellen „und dann einen Käufer finden, der (Alitalia) managen kann“, so Calenda bei Radio24. Um den Übergangskredit werde man sich bei der EU-Kommission bemühen, sagte er in einem anderen Interview.

Alitalia Einigung in letzter Minute wendet Pleite ab

Die italienische Fluggesellschaft Alitalia steckt seit Jahren in der Krise. Streiks brachten die Airline nun an den Rand einer Pleite. Geschäftsführung und Gewerkschaften konnten sich jedoch in letzter Minute einigen.

Alitalia Quelle: AP

Alitalia ist seit Jahren in Schwierigkeiten und steht erneut kurz vor der Pleite. Diese Woche hatten die Mitarbeiter einen Sanierungsplan, der drastische Sparmaßnahmen beinhaltet, in einem Referendum abgelehnt. Wirtschaftsminister Calenda erklärte, dass eine außerordentliche Sonderverwaltung - was einer Insolvenzverwaltung entspricht - die wahrscheinlichste Option sei. Das Unternehmen hat weltweit rund 12.500 Mitarbeiter. Für diesen Donnerstag wurde eine Hauptversammlung einberufen. Der Flugbetrieb soll laut Alitalia zunächst wie gehabt weitergehen.

Mit Abstand größter Aktionär bei Alitalia ist die arabische Airline Etihad. Lufthansa wollte sich zu den seit Tagen zirkulierenden Spekulationen über eine mögliche Übernahme nicht äußern.

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