Alltours-Chef Verhuven: "Macht Urlaub in Griechenland"

Alltours-Chef Verhuven: "Macht Urlaub in Griechenland"

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Willi Verhuven, Chef des Reiseunternehmens Alltours, im Gespräch mit der WirtschaftsWoche

von Christian Schlesiger

Willi Verhuven spricht über die Zukunftspläne des Reiseunternehmens und die Frage, wann er Platz für einen Nachfolger macht.

WirtschaftsWoche Online: Herr Verhuven, der Flughafen Berlin eröffnet später. Wie stark ist Alltours von der Verschiebung betroffen?

Verhuven: Wir haben im Terminal ein sehr großes Reisezentrum geplant und bereits in anderen Büros die Aktivitäten reduziert. Außerdem müssen wir mehr als 20.000 Gäste über neue Abflugdaten informieren. Das ist mit Aufwand verbunden, aber wir sind krisenerprobt. Größere Probleme gibt es woanders.

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Wo denn?

Zum Beispiel in Ägypten und Tunesien. Die Länder sind als Urlaubsziel nicht so stark nachgefragt wie vor drei Jahren. Noch dramatischer ist die Situation in Griechenland. Die Buchungen liegen weit unter Vorjahr. Die Deutschen lassen sich offenbar von einigen radikalen Demonstranten und extremistischen Politikern in Athen abschrecken. In den touristischen Zielgebieten merken Urlauber davon aber nichts. Daher meine Bitte an alle: Macht Urlaub in Griechenland! Die Griechen sind gastfreundlich und freuen sich auf deutsche Gäste.

Fühlen Sie sich der Region auch deshalb so verbunden, weil Sie nach Mykonos 1974 die erste Pauschalreise organisiert haben?

Ja. Damit fing alles an. Griechenland ist wundervoll. Und ich werde im Sommer eine Kreuzfahrt im Mittelmeer machen, die mich zu mehreren griechischen Inseln bringt.

Touristik Der Alltours-Chef gefährdet sein Lebenswerk

Stur, unberechenbar, höchst erfolgreich: Mit seiner Art droht Willi Verhuven keinen Nachfolger an der Spitze seines Reiseunternehmens zu finden und sein Lebenswerk zu gefährden.

Quelle: Pressebild

Die Buchungen bei Alltours laufen blendend. Der Umsatz stieg 2011 auf 1,3 Milliarden Euro. Das Wintergeschäft legte zehn Prozent zu, im Sommer wollen Sie um 7,5 Prozent zulegen. Sind Sie im Plan?

Wir liegen sogar über Plan. Ich gehe von einem guten Jahr aus, denn erfahrungsgemäß buchen die Kunden in Jahren mit Fußball-EM und Olympischen Spielen die Nachsaison immer stärker. Das kommt uns zugute. Andererseits spürt man ja schon eine schleichende Wirtschaftskrise in Deutschland. In Europa ist sie schon da.

Wo Alltours wenig Geschäft macht. Ihre Gäste kommen aus der Schweiz, Österreich, Holland und zu 90 Prozent aus Deutschland. Ist das Ihr Erfolgsrezept?

Deutschland ist unser Kernmarkt. In unseren Quellmärkten sind wir organisch gewachsen und nicht wie unsere Mitbewerber durch Zukäufe. Konzerne wie TUI und Thomas Cook haben sich hoch verschuldet und sie kämpfen mit Problemen in Großbritannien und Frankreich und wechseln ihr Management aus. Das merken die Börsen.

Eine Parallele zu Alltours gibt es: Ihr letzter Touristikchef Dierk Berlinghoff verlässt überraschend nach etwa einem Jahr das Unternehmen. In den vergangenen zehn Jahren hat kaum ein Touristikchef bei Alltours länger als zwei Jahre durchgehalten.

Die Geschäftsführung bei Alltours ist stabil. Die Geschäftsführer sind und waren in der Regel länger als 10 Jahre dabei. Gemeinsam mit ihnen habe ich das Unternehmen groß gemacht. Richtig ist, dass in den letzten Jahren nicht jeder Touristikchef den gestiegenen Anforderungen gewachsen war. Dazu zählen das Beherrschen des Hotel- und Flugeinkaufs ebenso wie das richtige Gefühl für Preise. Über die aktuelle Situation bin ich auch nicht glücklich.

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