Amazon-Streik: Mitarbeiter verlängern ihren Ausstand

Amazon-Streik: Mitarbeiter verlängern ihren Ausstand

, aktualisiert 22. Juni 2015, 17:31 Uhr
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In sechs Logistikzentren legen Amazon-Mitarbeiter ihre Arbeit nieder.

Die Amazon-Mitarbeiter legen in sechs Logistikzentren bundesweit die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft Verdi stößt sich an den Urlaubsregelungen beim Versandhandelsriesen.

Die Streiks bei Amazon gehen in die nächste Runde. Am Montag wurde bundesweit in sechs Logistikzentren an fünf Standorten des Online-Versandhändlers die Arbeit niedergelegt, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte.

Betroffen waren neben dem größten deutschen Standort in Bad Hersfeld (Hessen) mit zwei Warenlagern auch Leipzig (Sachsen), Rheinberg und Werne (beide Nordrhein-Westfalen) sowie Graben (Bayern). In Leipzig soll nach Verdi-Angaben bis Donnerstagabend, in Graben bis Samstagabend und an den anderen Standorten nur bis Mittwochabend gestreikt werden.

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Amazon in Zahlen

  • Umsatz

    Der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 22,7 Milliarden Dollar. Dazu führten laut Amazon höhere Umsätze in Nordamerika (dem größten Markt) und die schnell wachsende Cloud-Sparte Amazon Web Services zurück.

  • Unterm Strich

    Amazon ist im ersten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand ein Verlust von 57 Millionen Dollar.

  • Wie geht's weiter?

    Für das laufende Quartal rechnet Amazon mit einem Wachstum des Nettoumsatzes um sieben bis 18 Prozent auf 20,6 Milliarden bis 22,8 Milliarden Dollar. Operativ könnte ein Verlust von 500 Millionen Dollar bis zu einem Gewinn von 50 Millionen Dollar anfallen.

Amazon teilte mit, dass der Ausstand keinen Einfluss auf die Einhaltung des Kundenversprechens für pünktliche Lieferungen habe. Da die Arbeit in Rheinberg und Werne ohne Ankündigung aus dem laufenden Geschäft niedergelegt worden sei und auch bei der Post zusätzlich gestreikt wird, rechnet Verdi aber damit, dass Lieferungen verzögert werden. Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligten sich am Montag mehr als 2000 Beschäftigte am Streik. Laut Amazon waren es hingegen weniger als 1450.

Verdi will für die rund 10.000 Mitarbeiter des Versandhandelsriesen in Deutschland einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Verhandlungen darüber lehnt Amazon aber strikt ab. Das Unternehmen sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen. Die Fronten in dem seit mehr als zwei Jahren andauernden Tarifstreit sind verhärtet.

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Die Gewerkschaft kritisierte, dass es bei Amazon kein Urlaubsgeld und weniger Urlaubstage gebe. Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke sagte: „Amazon-Beschäftigte haben nur 28 Arbeitstage Urlaub, der tarifliche Anspruch wären 30 Tage, und es gäbe ein tarifliches Urlaubsgeld von derzeit 1182 Euro nach hessischem Tarif. Bei dem monatlichen Verdienst, der für die langjährig beschäftigten Versandmitarbeiter in Bad Hersfeld bei 1950 Euro Brutto liegt, ist es kaum möglich, für eine Urlaubsreise etwas zurückzulegen.“

Amazon erwiderte auch hierzu, dass die Löhne oberen Ende dessen lägen, was in vergleichbaren Tätigkeiten üblich sei. „Hinzu kommen Extras: Bonus, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratis-Versicherungen, ein Pensions-Fonds und Mitarbeiterrabatte“, erklärte Firmensprecherin Anette Nachbar. „Viele der Extras, wie etwa die Mitarbeiteraktien, sind traditionellen Tarifverträgen unbekannt.“

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