Amazonchef auf Shoppingtour: Bezos als neuer Mäzen der Washington Post

ThemaMedien

Amazonchef auf Shoppingtour: Bezos als neuer Mäzen der Washington Post

Bild vergrößern

Der Amazon-Chef Jeff Bezos kauft die Washington Post.

von Matthias Hohensee

Jeff Bezos finanziert gern utopische Abenteuer. Raumschiffe etwa – oder nun die Wiedergeburt der Washington Post. US-Investorenlegende und Zeitungs-Liebhaber Warren Buffett hat er damit schon mal reicher gemacht.

Dass Amazon.com-Gründer Jeff Bezos für 250 Millionen Dollar die US-Tageszeitung The Washington Post kauft, schlug am Montagnachmittag in den USA wie eine Bombe ein. Einer der bekanntesten Internet-Unternehmer kauft eine für ihre Behäbigkeit und traditionellen Werte bekannte Medienmarke aus der Tote-Holz-Fraktion? Den Watergate-Enthüller? OMG! Hätte eine Superjacht oder ein privates Raumschiff wie es Bezos' Startup Blue Origin konstruiert, nicht gereicht?


Dabei hat es Tradition, dass Medienunternehmen von reichen Familien besessen werden. In Deutschland sind es die Springers, Burdas und Holtzbrincks. In den USA die Sulzbergers bei der New York Times. Oder einst die Bancrofts beim Wall Street Journal und die Grahams bei der Washington Post. Nun lenkt Murdoch-Familienpatriarch Rupert die Geschicke beim Wall Street Journal. Bezos speist die Washington Post aus seinem auf 25 bis 28 Milliarden Dollar geschätzten Vermögen. Der Boston-Red-Sox und FC-Liverpool-Eigentümer John Henry hat gerade für 70 Millionen Dollar den „Boston Globe“ erworben.

Anzeige

Die besten Zitate von Amazon-Gründer Jeff Bezos

  • Die Legende

    Jeff Bezos ist eine der spektakulärsten Manager-Persönlichkeiten der Welt. Die Lebensgeschichte des Amazon-Gründers bietet eine unglaubliche Vielfalt und zahlreiche interessante Erzählungen. Der Top-Journalist und Bestsellerautor Richard L. Brand hat die Biografie in seinem Buch „Mr. Amazon“ (Ambition Verlag) aufgeschrieben. Die besten Zitate von Bezos finden sich auch darin und folgen nun.

  • Über das Landleben

    „Wenn man eines beim Landleben lernt, dann ist es, sich auf sich selbst zu verlassen. Die Leute dort machen alles selbst. Und diese Eigenständigkeit kann man lernen.“

  • Über seine Beziehung zu Frauen

    „Ich bin nicht der Typ, bei dem Frauen eine halbe Stunde nach dem Kennenlernen sagen: 'Wow, der ist klasse.' Ich bin eher albern und nicht ... also jedenfalls nicht so, dass irgendeine Frau über mich sagen würde: 'Oh mein Gott, genau so einen habe ich gesucht.'"

  • Über seinen ersten Job bei McDonalds

    „Heute heben sich die Pommes selbst aus der Friteuse – und das, glauben Sie mir, ist ein echter technischer Fortschritt.“

    (Bezos jobbte mit 13 Jahren in den Sommerferien für die Fast-Food-Kette und machte umgehend Vorschläge zur Optimierung der Abläufe)

  • Über seinen leiblichen Vater, den er nicht kannte

    „Die einzigen Male, die er überhaupt Thema wird, sind die, wenn ich beim Arzt nach meiner Krankengeschichte gefragt werde. Dann kreuze ich eben 'unbekannt' an.“

  • Über Sturheit

    „Wenn etwas kaputt ist, machen wir es heil. Um etwas Neues durchzusetzen, muss man stur und zielstrebig sein, auch wenn es andere vielleicht unvernünftig finden.“

  • Zur Begeisterung für den Weltraum

    „Der einzige Grund, aus dem ich mich für das All interessierte, besteht darin, dass mich die NASA inspirierte, als ich fünf Jahre alt war.“

  • Zur Wende im Lebenslauf

    „Zu den wichtigsten Dingen, die mich Princeton lehrte, zählt die Einsicht, dass ich nicht klug genug bin, ein Physiker zu sein.“

    (Auf der Universität änderte Bezos seine Fachrichtung und machte den Abschluss in Elektrotechnik und Informatik)


Vielleicht gehört die New York Times bald den Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin oder aber Laurene Powell. In das Medien-Startup Ozy Media hat die Witwe von Apple-Gründer Steve Jobs bereits investiert.
Besser jedenfalls als der mexikanische Telekom-Mogul Carlos Slim, der der New York Times schon mal eine dringend benötigte Kreditlinie zur Verfügung stellte.
Während Springer in Deutschland den umgekehrten Weg geht und um sein Print-Imperium ein digitales Vertriebs-und Vermarktungsnetz herumbaut, ergänzt Bezos sein vorhandenes Distributionsnetz durch eine altehrwürdige Zeitungsmarke. Zwar betont Bezos, dass der Kauf reine Privatsache sei und nichts mit seinem Online-Händler Amazon.com zu tun habe. Doch der Amazon.com-Chef hat schon angekündigt, dass er die Digitalisierung bei der Washington Post vorantreiben werde.

Dabei geht es nicht nur um verlegerischen Einfluss. Investoren-Legende Warren Buffet hat schon lange erkannt, dass sich eingeführte Zeitungsverlage als Geldanlage durchaus lohnen können. Zumindest kann man im Zeitalter der Geldschwemme flüssige Mittel dort sicherer parken.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%