Andienungsquote: Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone wackelt

Andienungsquote: Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone wackelt

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Vodafone bangt um Kabel-Deutschland-Deal.

Die geplante Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone steht auf der Kippe. Der britische Mobilfunkanbieter könnte dabei scheitern, die Schwelle von 75 Prozent der Kabel-Papiere zu erreichen.

Die geplante Übernahme von Kabel Deutschland gerät für Vodafone zur Zitterpartie: Einem Pressebericht zufolge wollen einige Kabel-Investoren ihre Aktien vorerst nicht verkaufen. Der britische Mobilfunkanbieter könnte dabei scheitern, die Schwelle von 75 Prozent der Kabel-Papiere zu erreichen, schrieb die "Financial Times" (Montagausgabe). "Einige der Kabel-Anteilseigner glauben, dass die Andienungsquote unterhalb dieser Hürde liegen wird", zitiert die Zeitung ungenannte Aktionäre. Vor allem sogenannte Index-Tracker-Investoren, die den Verlauf eines Aktienindizes in ihrem Portfolio nachbilden, wollten die Titel erst so spät wie möglich verkaufen.

Vodafone rief alle noch unentschlossenen Investoren zum Verkauf auf. Sollte die Hürde von drei Viertel der Anteile verfehlt werden, sei eine Verlängerung der Annahmefrist ausgeschlossen, teilte der Konzern mit. Das ist brisant, da die Uhr tickt - die Kaufofferte läuft nur noch bis Mittwochmitternacht. Anleger reagierten verunsichert und trennten sich von Kabel-Aktien: Die Titel verloren gut ein Prozent auf 84,80 Euro.

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Kennzahlen Kabel Deutschland

  • Umsatzentwicklung

    Der Kabelnetzbetreiber verzeichnete im Geschäftsjahr 2011/12 einen Umsatzanstieg von 6,3 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro (Vorjahr 1,6 Milliarden Euro)

  • Gewinnentwicklung

    Das Netto-Ergebnis (Gewinn nach Steuern) betrug für 2011/12 159 Millionen Euro. Im Vorjahr machte Kabel Deutschland noch einen Netto-Verlust von gut 45 Millionen Euro.

  • TV-und Breitband-Abonnements

    Die Abozahl stieg zum 31. März 2012 gegenüber dem Vorjahr um 750.000 auf über 13,4 Millionen (Vorjahr 12,7 Millionen, plus 5,9 Prozent). Kabel Deutschland konnte die Gesamtzahl der Abonnements rund um den Kabelanschluss auf 12,7 Millionen steigern (Vorjahr 12,1 Millionen). Die Zahl der Internet- und Telefon-Abonnements stieg im Vorjahresvergleich um 511.000 oder 20,0 Prozent auf 3 Millionen (Vorjahr 2,5 Millionen)

    Auch die Nachfrage nach den Premium TV-Angeboten (Pay TV und digitale HD-Videorecorder) nahm deutlich zu. Zum Ende des Geschäftsjahres am 31. März 2012 hatte Kabel Deutschland 1,7 Millionen Premium TV-Abo-Kunden (Vorjahr 1,3 Millionen), ein Plus von 415.000 Abonnements oder 32,9 Prozent.

Bislang haben die Briten erst wenige Aktionäre des Kabel-Marktführers auf ihre Seite gezogen. Bis zum Börsenschluss am 6. September seien erst 7,6 Prozent der Kabel-Deutschland-Titel angedient worden, erklärte Vodafone. Zusammen mit den Aktien, die der britische Mobilfunkriese bereits vorher kaufte, beläuft sich der Anteil derzeit damit auf 11,9 Prozent. Der geringe Zuspruch ist bei solchen Offerten nicht ungewöhnlich - üblicherweise trennen sich die meisten Aktionäre erst am Ende der Frist von ihren Papieren.

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Die Briten bieten 84,50 Euro in bar für jeden Kabel-Deutschland-Anteilsschein. Dazu kommen 2,50 Euro Dividende, die Kabel Deutschland für das Geschäftsjahr 2012/13 versprochen, aber noch nicht ausgezahlt hat. Die Offerte ist damit 7,7 Milliarden Euro schwer - einschließlich Schulden ist Vodafone das Unternehmen 10,7 Milliarden Euro wert. Das Geld dafür beschafft sich Vodafone-Chef Vittorio Colao durch den Ausstieg aus dem US-Mobilfunk-Jointventure Verizon Wireless - Partner Verizon überweist dafür 130 Milliarden Dollar nach London. Vodafone will durch den Kabel-Deal in Deutschland ein Schwergewicht mit superschnellen Datennetzen im Mobilfunk und Festnetz schaffen und Marktführer Telekom in die Zange nehmen.

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