Angst vor Paketbomben: Verdächtiges DHL-Paket in Thüringer Staatskanzlei

Angst vor Paketbombe: Verdächtiges DHL-Paket in Thüringer Staatskanzlei

, aktualisiert 04. Dezember 2017, 12:52 Uhr

In der thüringischen Staatskanzlei sind Mitarbeiter auf ein verdächtiges DHL-Paket aufmerksam geworden. Die Polizei stellte es sicher. Ob ein Zusammenhang mit der Paketbombe von Potsdam besteht, ist unklar.

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Die Thüringer Staatskanzlei in Erfurt.

Ein DHL-Paket mit möglicherweise explosivem Inhalt ist in der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt eingegangen. Mitarbeiter seien auf das Paket aufmerksam geworden, es sei von der Polizei sichergestellt worden, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) in Erfurt. Nach einer ersten Vorprüfung habe die Polizei von einer möglichen Wurfgranate gesprochen. Ob sie scharf sei, müssten die weiteren Untersuchungen ergeben.

Eine Parallele zu dem Fund einer Paketbombe in Potsdam und einer möglichen Erpressung des Paketdiensts DHL wollte Thüringens Regierungschef nicht ziehen. „Das ist pure Spekulation“, sagte er. Das Paket sei am Freitagnachmittag zugestellt worden und habe bis Montag in einem Regal gelegen. Ramelow sprach von einem ernstzunehmenden Vorfall.

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Nach Paketbomben-Fund: Viele Hinweise - aber kein heißer Tipp

Sechs Fakten zu DHL

  • Beziehung zur Deutschen Post

    Seit Ende 2002 ist DHL eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Post.

  • Wofür steht "DHL"?

    Die drei Buchstaben stehen für Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn, die das Unternehmen 1969 in San Francisco gründeten.

  • Drei Bereiche

    Es gibt die Unternehmensbereiche Paket, Express und Logistik.

  • Mitarbeiter und Standorte

    DHL beschäftigt etwa 350.000 Mitarbeiter in mehr als 220 Ländern.

  • Filialen und Co.

    DHL Paket hat in Deutschland etwa 13.000 Filialen, rund 10.000 Paketshops, 2750 Packstationen und 1000 Paketboxen.

  • Umsatz

    Der Umsatz der gesamten Gruppe betrug 2016 mehr als 57 Milliarden Euro.

Nach dem Fund einer Paketbombe in Potsdam sind bei den Ermittlern zahlreiche Hinweise eingegangen, aber der entscheidende Tipp war noch nicht dabei. Auf der Jagd nach dem Paketbomben-Erpresser prüft die Polizei erste Hinweise aus der Bevölkerung. Nach dem Zeugenaufruf am Sonntag seien einige Hinweise eingegangen, sagte die Sprecherin der Polizei Brandenburg, Stefanie Klaus. Die Sonderkommission in dem Fall sei inzwischen auf 50 Beamte verdoppelt worden. Experten bemühten sich weiter, das bei der Entschärfung zerstörte Paket wieder zusammenzusetzen. "Sie schauen, was sie noch an Spurenmaterial finden können", erklärte die Sprecherin.

Zuvor hatten die Ermittler aus dem Päckchen einen zerfetzten Zettel mit einem QR-Code wiederhergestellt, der ein Erpresserschreiben enthielt. Der oder die Täter verlangen darin eine Millionen-Summe vom Paketdienst DHL, um den Versand weiterer Paketbomben zu verhindern. Anfang November war laut Polizei ein ähnliches Paket an einen Online-Händler in Frankfurt (Oder) gesendet worden. Dieses sei beim Öffnen in Brand geraten.

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