ARD-Markencheck: Bei Tui klaffen Erwartung und Realität auseinander

ARD-Markencheck: Bei Tui klaffen Erwartung und Realität auseinander

von Kerstin Dämon

Tui will für perfekte Hotels und perfekten Service stehen. Im ARD-Markencheck zeigt sich, dass der Reiseanbieter diesem Ruf nicht gerecht wird.

Die ARD widmet sich in ihrer Sendereihe Markencheck den Lieblingsmarken der Deutschen. Egal ob bei Deutschlands größtem Autoclub ADAC, H&M, Rewe, den Discountern oder McDonalds - der Aufbau ist immer der gleiche: Passanten in deutschen Fußgängerzonen müssen Produkte der getesteten Marke von Konkurrenzprodukten unterscheiden, anschließend wird die Marke auf Fairness, Preis, Service und Qualität geprüft.

ADAC-Markencheck "Ihr seid kein Autoclub mehr, ihr seid ein Puff"

Der mächtige ADAC-Konzern mit seinen 18 Millionen Mitgliedern ist mehr als nur ein Club. Die ARD hat sich im Markencheck den gelben Engel vorgenommen – dabei kam teilweise Erstaunliches zutage.

Nach H&M, McDonalds, Rewe und den deutschen Discountern hat sich die ARD in ihrem Markencheck nun den ADAC vorgeknöpft. Quelle: dpa/dpaweb

Wie in den vorangegangenen Tests sind auch die Tui-Fans in der Fußgängerzone überzeugt: das schönste Hotel, der luxuriöseste Pool - das muss ein Angebot von Tui sein. Ganze 79 Prozent verbinden mit Tui Hochglanz. Ähnlich überzeugt waren auch die H&M-Kunden in einem der vorangegangenen Markenchecks: Der schönste, flauschigste Pullover kann nur von Hennes & Mauritz sein, Markentreue bleibt eben Markentreue - daran ändert auch die ARD nichts.

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Im Fall Tui zeigten die Reporter vier verschiedene Bilder von immer dem selben Hotel. Die Testpersonen sollten herausfinden, welcher Reiseanbieter hinter welchem Angebot steckt. Wer mit Europas größtem Reiseanbieter bislang positive Erlebnisse hatte, ordnete dementsprechend die schönsten Bilder dem Anbieter zu. Das sagt zwar noch nichts über die Qualität des Unternehmens, aber die PR-Abteilung scheint immerhin gute Arbeit geleistet zu haben.

Fairness ist Ansichtssache

Im Laufe des Checks fallen die Beurteilungen dann etwas differenzierter aus. Da lobt eine Urlauberin "Das Zimmer ist perfekt", die nächste sagt: "Runtergewohnt ist noch ein positiver Ausdruck." Beim Preis freuen sich die einen über ein Angebot, mit dem sich rund 1000 Euro sparen ließ, der nächste ärgert sich, 400 Euro mehr bezahlt zu haben als bei der Konkurrenz. Ein Erlebnis, das sich wohl auf so ziemlich Marke anwenden lässt.

Allerdings klaffen in puncto Fairness Anspruch und Wirklichkeit auseinander: Dass laut Unternehmenspolitik jeder Mitarbeiter ein gerechtes Einkommen haben soll, schließt nicht aus, dass das Zimmermädchen im Riu-Hotel nur rund 1,20 Euro pro Stunde verdient.

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