Auf Erfolgskurs: TUI-Chef Joussen strahlt zu Recht

KommentarAuf Erfolgskurs: TUI-Chef Joussen strahlt zu Recht

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Ex-Vodafone-Chef Joussen hat die Spötter der Touristik-Branche Lügen gestraft. Insgesamt waren seine ersten sechs Monate erfolgreicher als die vergangenen Jahre unter Frenzel.

von Hans-Jürgen Klesse

Der Touristik-Konzern TUI hat im dritten Quartal des Jahres die Wende geschafft und verdient wieder Geld. Allerdings bleibt noch eine Menge Aufräumarbeit zu tun.

Der seit rund einem halben Jahr amtierende neue TUI-Chef Friedrich Joussen kann fürs Erste zufrieden sein. Der größte Touristikkonzern Europas hat sein operatives Ergebnis in den ersten drei Quartalen verbessert und im letzten Vierteljahr sogar wieder Geld verdient. Dazu beigetragen hat die gute Buchungslage bei Pauschalreisen, obwohl das Touristenaufkommen wegen der politischen Krise in Nordafrika in einigen wichtigen Reiseländern wie etwa Ägypten einbrach. Ebenfalls positiv entwickelt hat sich die Lage bei der Container-Reederei-Tochter Hapag-Lloyd.

Zwar ist die Neun-Monatsbilanz von TUI noch negativ, das hängt aber vor allem mit der Zyklizität des Tourismusgeschäfts zusammen: Bei Reiseveranstaltern klingelt die Kasse erst in der Hauptreisezeit zwischen Anfang Juli und Ende September. Die übrigen Monate im Jahr fällt die Bilanz negativ aus, weil Vorauszahlungen an Hotels und Fluggesellschaften geleistet werden müssen. Das Beste für die TUI und ihren neuen Chef kommt also noch.

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Auch der Blick in die Details der bisherigen TUI-Bilanz des Reisejahres 2013 wird Joussen freuen. Zugelegt hat TUI vor allem bei teureren Reisen und damit bei Angeboten, die eine höhere Marge bieten. Eine ähnliche Entwicklung gibt es beim konzerneigenen Hotelportfolio mit seinen insgesamt rund 250 Häusern: Die Auslastung der Kapazitäten hat sich dort ebenso erhöht wie der Durchschnittspreis pro Zimmer. Auch das sollte in Zukunft positiv auf das Konzernergebnis durchschlagen.

Daneben hat die Bereinigung bei den TUI-Hotelmarken begonnen. Zwei Anlagen wurden verkauft, alle Marken kommen auf den Prüfstand, einige der kleineren werden wohl verschwinden. Experten halten das für notwendig, weil Marken mit nur wenigen Anlagen und einem unklaren Qualitätsprofil im Konzernverbund wenig bringen. Letztlich geht es darum, dass die zur TUI gehörenden Veranstaltermarken ihre eigenen Umsätze stärker in die zum Unternehmen gehörenden Hotelkapazitäten steuern. Nur über eine bessere Auslastung bei höheren Durchschnittspreisen kann die Profitabilität der TUI insgesamt verbessert werden.

Über die bessere Lage bei Hapag-Lloyd kann sich Joussen ebenfalls freuen – nicht nur wegen des positiven Ergebnisbeitrags, sondern auch, weil die Stabilisierung der Containertochter seine Pläne erleichtern, die restlichen Anteile zu verkaufen. Ungeklärt ist allerdings nach wie vor, wer die TUI-Anteile an Hapag-Lloyd übernehmen könnte, nachdem der deutsche Wunschpartner Hamburg-Süd, der Schifffahrtsableger des Puddingpulver-Konzerns Oetker, abgewinkt hat.

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