Axel Springer-Blatt: Wer will für BILD.de bezahlen?

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Axel Springer-Blatt: Wer will für BILD.de bezahlen?

, aktualisiert 27. Mai 2013, 19:05 Uhr
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Kai Diekmann, Chefredakteur der BILD-Zeitung, zeigt die iPad-Ausgabe der Zeitung (2010). In wenigen Monaten will das Springer-Blatt auch für Artikel auf seinem Webauftritt Geld verlangen.

von Peter Steinkirchner

Der Medienkonzern Springer will für sein Boulevardblatt „Bild“ künftig im Internet kassieren. Zwischen 4,99 und 14,99 Euro soll das Bild-Abo kosten, Sportvideos gibt es für 2,99. Kann das klappen?

Weit schweift der Blick vom 19. Stock des Hochhauses an der Axel-Springer-Straße 65 über den Fernsehturm am Alexanderplatz zur Kuppel des Berliner Doms, dort unten verlief einst die Mauer. An diesem symbolträchtigen Ort stellt jetzt der Springer-Konzern eines seiner wichtigsten Projekte vor: Der Medienriese will den Online-Auftritt seines Flaggschiffes „Bild“ neu erfinden.

Voraussichtlich von August an wird Springer unter dem Namen Bild-Plus Eintritt verlangen für wesentliche Teile des Online-Auftrittes, den monatlich mehr als zwölf Millionen Leser besuchen. Statt wie bisher nur auf Werbeerlöse setzt Springer-Chef Mathias Döpfner auch im Netz auf zahlende Leser: „Paid Content – hier entscheidet sich das Schicksal der Verlage.“ Nutzer können vom 11. Juni an zwischen Monatsabos von 4,99 bis 14,99 Euro wählen. Die Spanne reicht von Angeboten für Internet, Smartphone und Tablet bis hin zu einem Paket mit Kiosk-Gutscheinen für die gedruckte „Bild“-Zeitung. Das kündigte das Medienhaus Axel Springer am Montag in Berlin an. Große Teile von Bild.de bleiben aber für die Leser weiterhin kostenlos.

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Mit dem Start der Bundesliga-Saison können Fußballfans zusätzlich aktuelle Videoclips mit den Höhepunkten des Spieltages für 2,99 Euro im Monat dazu buchen.

„BILDplus“ ist ein sogenanntes „Freemium“-Modell und verbindet kostenfreie und kostenpflichtige Angebote. Berichte und Interviews, Hintergründe und besondere Fotos werden nur gegen Bezahlung freigeschaltet, kündigte der Chefredakteur von „Bild.de“, Manfred Hart, an. Die Geschäftsführerin von BILDdigital, Donata Hopfen, sprach von einem „Paradigmenwechsel“ hin zu einer Bezahlkultur für journalistische Inhalte im Internet. Die Redaktion werde Angebote so aufbereiten, „dass sie dem Leser auch im Netz Geld wert sind“, sagte Marion Horn, Stellvertreterin des Chefredakteurs.

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Wie das aussehen kann, zeigt die „Sun“ in England. Das Revolverblatt aus dem Reich des Medienzaren Rupert Murdoch verlangt von August an für ein Sieben-Tage-Abo zwei britische Pfund, knapp 2,40 Euro. „Bild“ und „Sun“ – beide werden zu fast 70 Prozent von Männern gelesen – wollen die zahlende Web-Kundschaft vor allem mit Erstliga-Fußball locken. Beide schnappten sich jeweils für zig Millionen Online-Rechte am Kick. „Bild“ darf online schon eine Stunde nach Abpfiff Spielberichte zeigen, drum herum wollen sie exklusive Artikel anbieten.

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6 Kommentare zu Axel Springer-Blatt: Wer will für BILD.de bezahlen?

  • „Guter Journalismus“, predigt „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann, „muss etwas kosten, nur mit Anzeigen lässt er sich nicht finanzieren.“

    Aus diesem Grund kann der Ansatz bei der FAZ funktionieren, nicht aber bei BILD.

  • Keinen Cent für BILD-DUNG.

  • Bezahlung (Belohnung) für Information OK.
    Ver-Bild-ung und Verdummung kostet.
    Werbung ertragen kostet.
    Verlogenheit no go.

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