Bäckerhandwerk: Dürre könnte höhere Brötchenpreise bringen

Bäckerhandwerk: Dürre könnte höhere Brötchenpreise bringen

Die deutschen Bäcker klagen über steigende Getreidepreise. Die Kunden sollen deshalb mehr für Brötchen und Brot bezahlen. Das ist aber nicht überall so einfach durchzusetzen.

Brot und Brötchen werden wegen der hohen Getreidepreise wohl schon bald teurer. „Ich gehe davon aus, dass die Bäckereien ihre Preise anpassen werden“, sagte der Hauptgeschäftsführer des deutschen Bäckerhandwerks, Amin Werner, dem „Weser-Kurier“.

Als Grund nannte er die stark gestiegenen Kosten für Agrarrohstoffe. Große Preissteigerungen erwarten Fachleute wegen des scharfen Wettbewerbs aber nicht.

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Werner befürchtet angesichts des Preiskampfes in der Branche auch, dass weitere Bäckereien auf der Strecke bleiben werden. Die Getreidepreise seien nicht der einzige Grund, warum Brot teurer werde. Die Bäcker müssten auch immer mehr für Energie und Personal ausgeben. „Alle drei Kostenblöcke sind deutlich gestiegen und bedeuten in der Folge, dass die Bäcker über Preiserhöhungen nachdenken müssen.“ Um wie viel die Preise steigen könnten, hänge allerdings vom jeweiligen Sortiment und der Lage ab.

Auch der Handelsverband Deutschland erwartet, dass steigende Getreidepreise Brot und Brötchen verteuern. „Allerdings wirkt der Wettbewerb preisdämpfend“, sagte Geschäftsführer Kai Falk am Freitag. „Die höheren Kosten werden nicht eins zu eins an die Kunden weitergeben.“ Sprich: Hersteller und Handel müssen einen Teil der Zusatzkosten selbst wegstecken.

Die deutsche Ernährungsindustrie insgesamt leidet unter den hohen Rohstoffpreisen. „Seit Jahresbeginn sind die Weltmarktpreise für wichtige Agrarrohstoffe um rund 20 Prozent gestiegen“, teilte Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie am Freitag mit.

Agrarrohstoffe Wie Anleger vom Weizenpreis profitieren

Die Dürre in den USA und Russland treiben die Preise für Agrarrohstoffe ins Unermessliche. Es droht Nahrungsmittelknappheit. Investoren können dennoch von der Preisrally bei Mais, Soja und Weizen profitieren.

Ein Sohn eines Landwirts, nimmt auf einem Weizenfeld Proben Quelle: dpa

Wegen bestehender Lieferverträge seien Preiserhöhungen für die Kunden aber nur mittelfristig möglich. Lebensmittel sind in Deutschland aber immer noch vergleichsweise günstig zu haben: In den vergangen 30 Jahren seien ihre Preise nur halb so stark gestiegen wie die allgemeinen Lebenshaltungskosten, hob die Ernährungsindustrie hervor.

Banken steigen aus Spekulation mit Agrarrohstoffen aus

Die Getreidepreise sind zuletzt auf Spitzenstände geklettert: Erst am Donnerstag hatte der Verband Deutscher Mühlen mitgeteilt, dass die Preise für Brotgetreide um 25 bis 35 Prozent höher als noch vor zwölf Monaten seien. Für die Branche zeichneten sich Mehrkosten beim Rohstoffeinkauf von 400 Millionen Euro ab, die letztlich in die Verkaufspreise einfließen müssten.

Die deutschen Mühlen beziehen 95 Prozent des Brotgetreides, also Weizen und Roggen, aus dem Inland. Die Preise werden aber maßgeblich von den internationalen Getreidemärkten bestimmt, die wegen einer extremen Dürre im wichtigen Anbauland USA gerade hoch angespannt sind. Wegen Ernteausfällen reichten die Weltgetreidevorräte derzeit für nur noch 69 Tage, erläuterte der Mühlenverband.

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Für die stark gestiegenen Rohstoffkosten machte der Hauptgeschäftsführer des Bäckerhandwerks hingegen vor allem Spekulanten verantwortlich. Er forderte einen Ehrenkodex für Investoren, Banken und Versicherungen, der die Spekulation mit Agrarrohstoffen und Lebensmitteln verbietet.

Zuletzt waren mehrere Banken aus dem Geschäft mit Agrarrohstoffen ausgestiegen, darunter die Commerzbank. Auch die Fondsgesellschaft der Sparkassen Dekabank und die Landesbank Baden-Württemberg hatten bereits angekündigt, bei eigenen Produkten auf Investments in Agrarrohstoffe zu verzichten.

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