Bahn: Streik dauert bis Donnerstag

, aktualisiert 15. Oktober 2014, 12:04 Uhr
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Die Lokführergewerkschaft erwartet von Bahn noch Zugeständnisse.

Die Streiks im Zugverkehr in Deutschland erreichen einen neuen Höhepunkt: Reisende bei der Deutschen Bahn müssen bis Donnerstagnacht mit Verspätungen und Ausfällen rechnen.

Tausende Pendler und Bahnreisende haben schon vor Beginn des Lokführerstreiks am Mittwoch vergeblich auf Züge gewartet. Bereits seit Mitternacht fielen etliche Verbindungen aus, weil die Bahn mit abgespeckten Ersatzfahrplänen auf die Streikankündigung reagiert hat. Am Mittwoch wird vermutlich nur einer von drei geplanten Fernzügen fahren. Auch im Regionalverkehr galt ein Notfahrplan.

Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL sollte um 14.00 Uhr beginnen und bis 4.00 Uhr am Donnerstagmorgen dauern. Ziel: Flächendeckender Stillstand im Fern- und Regionalverkehr wie auch bei den S-Bahnen.

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Die GDL verlangt für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Sie will auch für das übrige Zugpersonal verhandeln.

Streiks bei der Deutschen Bahn Gewerkschaften streiten, Kunden leiden

Die Bahn-Gewerkschaften tragen ihren internen Konkurrenzkampf auf dem Rücken der Kunden aus. Das muss aufhören.

Die Lokführergewerkschaft erwartet von Bahn noch Zugeständnisse. Quelle: dpa

Mit dem zweiten Streik innerhalb von acht Tagen herrscht weiter Funkstille zwischen der GDL und der Bahn. Eigentlich seien für den Abend vertrauliche Gespräche vereinbart gewesen, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber. „Diese Chance wird durch den Streik mutwillig vertan.“ Er warf der GDL Machtgier vor. „Die GDL will nicht zusammenarbeiten - mit niemandem. Sie stellt Machtgelüste über vernünftiges Verhandeln.“

Ähnlich äußerte sich der Fahrgastverband Pro Bahn. „Es wird immer offensichtlicher, dass es der Gewerkschaft GDL vorwiegend um die Ausweitung ihres Machtbereichs geht und nicht um tarifliche Forderungen“, sagte Pro-Bahn-Sprecher der dpa. Die Lokführergewerkschaft handele „auf dem Rücken der Fahrgäste“. Wegen der kurzen Vorwarnzeiten hätten viele Fahrgäste keine Chance, sich auf die Einschränkungen einzustellen.

Bahn Noch diese Woche neue Streiks

Bei Bahn und Lufthansa drohen die Gewerkschaften mit neuen Streiks. Noch diese Woche soll es bei der Bahn wieder soweit sein. Das ärgert insbesondere die Tourismusbranche. Sie appelliert an die Gesetzgeber.

Die Gewerkschaften wollen erneut den Bahn- und Flugverkehr lahmlegen. Quelle: dpa

Auch nach Ende des Streiks dürfte es noch Zugausfälle und Verspätungen geben. „Wir werden Donnerstagmorgen so schnell wie möglich versuchen, wieder den Normalbetrieb aufzunehmen“, sagte ein Bahnsprecher. Pendler sollten aber mehr Zeit einplanen, um rechtzeitig zum Arbeitsplatz zu kommen. Auch der Güterverkehr ist von dem Ausstand betroffen.

Am Mittwoch fallen bei der Deutschen Bahn wohl zwei Drittel der Fernzüge aus. Seit dem Morgen gebe es Einschränkungen, sagte ein Sprecher in Berlin. Das mache die Bahn, damit zu Beginn des 14-stündigen Streiks nicht überall Züge an Bahnsteigen stehen, die dann nachts nicht gewartet werden könnten. „Ziel ist, morgen zu Betriebsbeginn überall planmäßig zu fahren“, sagte er.

Ob weitere Streiks eventuell am Wochenende drohen, wollte die GDL nicht sagen. „Wir kündigen jede Arbeitskampfmaßnahme rechtzeitig an“, sagte GDL-Chef Weselsky dem „Tagesspiegel“. Er vertrat zudem die Ansicht, die GDL habe die Fahrgäste rechtzeitig informiert. „Am Vorabend 18 Uhr ist rechtzeitig, wenn die Streiks um 14 Uhr beginnen“, sagte er.

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Nach zwei Warnstreiks hatten die Lokführer in der Nacht zum vergangenen Mittwoch für neun Stunden zum ersten Mal in dieser Tarifrunde gestreikt.

Die Bahn will verhindern, dass die Lokführergewerkschaft auch für Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten verhandelt und in Konkurrenz zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) tritt. Das Unternehmen fürchtet konkurrierende Tarifverträge und verweist darauf, schon mehrere Angebote gemacht zu haben.

Weselsky wirft der Bahn jedoch vor, inhaltliche Tarifverhandlungen zu verweigern. „Die DB verlangt von uns tatsächlich, dass wir die Füße stillhalten, bis wir gesetzlich abgeschafft werden“, sagte Weselsky, der ein Gesetz zur Tarifeinheit fürchtet, das die Bundesregierung plant. „Wir haben keine andere Möglichkeit, als mit Arbeitskampfmaßnahmen Druck zu machen“, sagte er.

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