Bahn: Streik im Personenverkehr hat begonnen

Bahn: Streik im Personenverkehr hat begonnen

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Seit dem frühen Mittwochmorgen wird auch der Personenverkehr bestreikt.

Wieder stehen zahlreiche Züge still: Die neunte Streikwelle bei der Bahn trifft erneut den Personenverkehr. Dabei hatten Konzern und Gewerkschaft GDL noch zuletzt im Stillen miteinander geredet.

Die Lokführer der Deutschen Bahn sind in der Nacht auch im Personenverkehr wieder in den Streik getreten. Die Bahn bestätigte, der Ausstand habe wie geplant am Mittwoch um 2.00 Uhr begonnen. „Es ist losgegangen“, sagte eine Bahnsprecherin. Wann der Streik enden wird, hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) diesmal offen gelassen. Bereits am Dienstagnachmittag hatten die Lokführer der Güterzüge die Arbeit niedergelegt. Es ist der neunte Streik in diesem Tarifkonflikt seit Anfang September.

Für Millionen Bahnfahrgäste bedeutet der Arbeitskampf starke Einschränkungen. So werden voraussichtlich etwa zwei Drittel der Fernzüge ausfallen und je nach Region 40 bis 85 Prozent der Nahverkehrszüge. Auch die S-Bahnen sind vom Streik betroffen. Die Bahn hat Ersatzfahrpläne für den Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr veröffentlicht. Sie sind nach Angaben der Bahn verlässlich.

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Fahrgastrechte während des Bahnstreiks

  • Welche grundsätzlichen Rechte habe ich bei Verspätungen?

    Das hängt von der Verspätung ab. Kommt die Bahn mindestens eine Stunde zu spät am Ziel an, werden 25 Prozent des Fahrpreises erstattet. Die Hälfte des Preises wird bei einer Verspätung ab zwei Stunden zurückgezahlt.

  • Was ist, wenn mein Zug streikbedingt ausfällt?

    "Fahrgäste, die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht wie geplant durchführen können, können ihre Fahrkarte und Reservierung im DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen kostenlos erstatten lassen", schreibt die Bahn. Fahrgäste, die ihre Reise gar nicht antreten, können ihr Ticket auch nach dem ersten Gültigkeitstag erstatten lassen.

    Fahrkarten, die in einem DB Reisezentrum, einer DB Agentur oder am DB Automaten gekauft wurden, können nur dort erstattet werden. Für Online-Tickets gibt es ein Erstattungsformular: http://www.bahn.de/p/view/home/info/streik_gdl_042015.shtml

  • Und wenn ich einen anderen Zug nutzen will?

    Fällt ein Zug streikbedingt aus, können Reisende den nächsten - auch höherwertigen - Zug nutzen. In diesem Fall wird bei zuggebundenen Angeboten, wie beispielsweise Sparpreis-Tickets, auch die Zugbindung aufgehoben. Ausgenommen hiervon sind regionale Angebote mit erheblich ermäßigtem Fahrpreis (Schönes Wochenende-, Quer-durchs-Land- oder Länder-Tickets) sowie reservierungspflichtige Züge.


  • Bezahlt die Bahn mein Hotel, wenn es nicht weitergeht?

    Nur im äußersten Notfall: "Wird aufgrund eines Zugausfalls oder einer Verspätung eine Übernachtung erforderlich und ist die Fortsetzung der Fahrt am selben Tag nicht zumutbar, werden dem Fahrgast angemessene Übernachtungskosten erstattet", heißt es von der Bahn. Wichtig: Um die Kosten erstattet zu bekommen, muss das Original der Hotelrechnung eingereicht werden.

  • Wo bekomme Informationen und Hilfe?

    Über die Fahrgastrechte informiert die Bahn auf ihrer Homepage: http://www.bahn.de/p/view/service/fahrgastrechte/faq_fahrgastrechte.shtml

    Details zu den Rechten während des Streiks stehen auf dieser Seite:

    http://www.bahn.de/p/view/home/info/streik_gdl_042015.shtml

    Die kostenpflichtige Servicenummer lautet: 0180/699 66 33

    Wenn es einmal Streit gibt, übernimmt die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr: https://soep-online.de/

Sollten sich Bahn und GDL nicht zuvor am Verhandlungstisch wieder näher kommen, soll der Streik „etwas länger“ dauern als Anfang Mai, hatte GDL-Chef Claus Weselsky angekündigt. Damals waren es knapp sechs Tage. Nun soll der Ausstand nach Ankündigungen der GDL über die Pfingstfeiertage andauern.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung (Mittwoch) soll der Deutsche Beamtenbund keine finanzielle Unterstützung für die GDL leisten. Grund sei, dass die GDL diesmal keinen entsprechenden Antrag gestellt habe.

Über einen Vermittlungsversuch gab es zunächst keine näheren Informationen. Bahn und GDL loteten bei einem Treffen in Frankfurt die rechtlichen Bedingungen einer möglichen Schlichtung aus. Als unabhängige Instanz nahm der frühere Bundesarbeitsrichter Klaus Bepler teil. „Es ist Vertraulichkeit verabredet worden“, sagte eine Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Die Gespräche sollten „kurzfristig fortgesetzt“ werden.

Der Vorsitzende des Dachbverbands dbb-Beamtenbund, Klaus Dauderstädt, verteidigte den Streik. „Wir stehen hinter den Zielen der GDL“, sagte er der „Nordwest-Zeitung“ (Mittwoch). „Wenn man am Verhandlungstisch nicht weiterkommt, gehören immer zwei Seiten dazu.“ Die Deutsche Bahn AG habe nicht genug dafür getan, schnell zu einer Einigung zu kommen.

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Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann kritisierte den GDL-Chef indes erneut: Weselsky wolle augenscheinlich das Gesetz über die Tarifeinheit abwarten, „um dann im Zusammenhang mit dem schwelenden Konflikt gegen das Gesetz klagen zu können“, sagte er dem „Tagesspiegel“ (Mittwoch). Er instrumentalisiere die Beschäftigten und die Kunden der Bahn gegen das Gesetz. „Das geht zu weit, um es vorsichtig zu sagen“, sagte Hoffmann.

Wirtschaftsverbände wiesen auf drohende Probleme durch den Ausstand hin. „Die Ankündigung eines unbefristeten Bahnstreiks ist pures Gift für das Krisenmanagement der Unternehmen“, klagte der Bereichsleiter Gunnar Gburek vom Logistik-Bundesverband BME. Die Chemieindustrie - einer der wichtigsten Güterkunden der Bahn - überdenkt ihre Logistikkonzepte.

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