Bahnbetreiber HKX: "Beim Aufbau einer Privatbahn läuft eben nicht alles nach Plan"

exklusivBahnbetreiber HKX: "Beim Aufbau einer Privatbahn läuft eben nicht alles nach Plan"

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HKX-Chefin Eva Kreienkamp freut sich über einen stabilen Vorverkauf von Tickets

von Christian Schlesiger

Die Chefin des neuen Bahnbetreibers HKX, Eva Kreienkamp, greift die Deutsche Bahn auf der Fernstrecke an und räumt Probleme beim Umbau der eigenen Zugflotte ein.

WirtschaftsWoche: Frau Kreienkamp, wenn HKX am 23. Juli im Fernverkehr zwischen Köln und Hamburg startet, setzen Sie keine eigenen Züge ein, sondern mieten Rheingold-Waggons aus den Siebzigerjahren. Warum?

Kreienkamp: Beim Aufbau einer Privatbahn läuft eben nicht alles nach Plan. Es gibt Probleme beim Umbau unserer eigenen Zugflotte. Wir starten zunächst mit gebrauchten Zügen, um den Markt zu testen.

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Am Wochenende setzen Sie sogar Züge aus dem Regionalverkehr ein. Wie wollen Sie sich da gegen IC und ICE behaupten?

Die Fahrgäste wollen zu angemessenen Preisen von einem Ort zum anderen kommen – und dabei angenehm, sicher und mit freundlichem Servicepersonal reisen. Das bieten wir. Unsere Züge sind zudem Erste-Klasse-Standard aus den Siebzigerjahren. Am Wochenende können Passagiere Fahrräder mitnehmen.

Wie läuft der Vorverkauf?

Ich bin zufrieden. Der Verkauf läuft stabil. Jeder Tag bringt online neue Buchungen. Wir werden Tickets auch an Bord und telefonisch verkaufen und den Fahrkartenverkauf ausweiten. Wir verhandeln derzeit mit Regionalbahnen und den Nahverkehrsbetrieben in Köln und Hamburg über eine Vertriebskooperation. Den Verkauf im Reisezentrum der Bahnhöfe lehnt die Deutsche Bahn ab.

Sie verlangen für eine Fahrt 20 bis 60 Euro. Kunden der Deutschen Bahn mit Bahncard 50 fahren für 41,50 Euro.

Unsere Zielgruppe sind jene, die ohne Bahncard oder mit Bahncard 25 sowie seltener fahren, auf den Preis achten und zeitlich flexibler sind. Zudem bekommt jeder Reisende einen festen Sitzplatz. Und an Bord gibt es unter anderem vegetarische Snacks, frisches Obst und Gemüse-Sticks.

Sie warten auf 18 Wagen, die früher in Österreich fuhren und nun in Polen modernisiert werden. Wann sind die fertig?

Frühestens 2013. Leider gab es Probleme mit unserem Dienstleister. Wir haben die Zusammenarbeit beendet und suchen einen neuen Dienstleister.

Wie wirkt sich das aufs Geschäft aus?

Wir rechnen dieses Jahr mit einem Umsatz von zwei bis drei Millionen Euro. Geplant hatten wir mit dem Dreifachen. Gewinne werden wir vorerst nicht erzielen. Aber unser Hauptinvestor RDC, der in den USA eine sehr profitable Güterbahn betreibt, wird uns auch weiterhin unterstützen. Bislang hat RDC schon rund 16 Millionen Euro investiert.

Hat Sie die Deutsche Bahn diskriminiert? Ihr gehören Schienennetz und Bahnhöfe.

Offene Diskriminierung lässt sich kaum feststellen, aber es gab Behinderungen. Zum Glück hat die Bundesnetzagentur das unterbunden. Wir machen den Weg frei für andere.

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