Bank of England: Soziale Netzwerke werden zum Wirtschaftsindikator

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Bank of England: Soziale Netzwerke werden zum Wirtschaftsindikator

Eigentlich ist es so, dass Unternehmen soziale Netzwerke nutzen, um sich selbst zu vermarkten. Die Bank of England dagegen setzt auf Facebook & Co., um die wirtschaftliche Entwicklung Großbritanniens zu analysieren.

Eine der ältesten Banken der Welt geht bei Analysen und Statistiken neue Wege: Statt der üblichen Analysetools die Auskunft darüber geben, ob die Arbeitslosigkeit oder die Preise steigen, setzt die Bank of England jetzt auf die sozialen Netzwerke. Eine Arbeitsgruppe soll die Schwankungen der Wirtschaft mit Hilfe von Facebook, Twitter und der Google-Suche erkennen.

Die Experten der Bank of England glauben, dass konjunkturelle Veränderungen so früher erkannt werden können. Zugleich entstünden relevantere Datensätze, als diejenigen, die mit herkömmlichen Methoden gewonnen werden und auf Informationen zurückgreifen, die ein Jahr oder älter sind.

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Ein halber Follower pro Filiale Warum Banken in sozialen Netzwerken versagen

Banken und soziale Netzwerke, das ist eine klassische Hassliebe. Eine neue Analyse bestätigt dieses Vorurteil. Dabei stellt sich die Frage: Wollen die Kunden überhaupt mit ihrer Bank chatten?

Quelle: dpa/Montage

"Offizielle Statistiken stellen Entwicklungen oft verzögert dar und müssen überarbeitet werden," sagt Andy Haldane, Chefökonom der Bank of England, im Interview mit Sky News. "Das Monitoring im Internet lässt uns besser verstehen, was sich gerade tut."

Das Modell der Bank of England stützt sich dabei auf klassische Algorithmen: Wird beispielsweise nach freien Stellen gesucht, kann das ein Indikator für eine gute oder weniger gute Beschäftigung sein. Suchabfragen für Preise können zeigen, ob die Inflation die Wirtschaft beeinflusst oder nicht, gleiches gilt für Suchabfragen nach bestimmten Produkten.

Deshalb hat das englische Finanzinstitut Anfang des Jahres damit angefangen, die neuen Daten zu nutzen, speziell mit Schlüsselwörtern zum Immobilienmarkt. Die Bank of England setzt also auf Big Data. Allerdings nicht ganz ohne Bauchschmerzen - schließlich sind nicht nur die Bankbranche, sondern auch das Institut an sich sehr konservativ. Auch Haldane muss zugeben, dass der neue Analyseansatz der Bank eine "große strategische Veränderung" gewesen sei. Inwieweit sie sich lohnt, wird sich zeigen.

Falschmeldungen geben ein falsches Bild

Ein Beispiel: Auch die New Yorker Börse (NYSE) nutzt ein Tool, mit dem Tweets ausgewählter Twitterkanäle ausgewertet werden, um Stimmungsindikatoren zu berechnen.

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Dafür werden die Tweets von Wirtschaftsmedien, Händlern und Unternehmen nach bestimmten Hashtags, also Schlagworten, gefiltert und bewertet. Zusammen mit den altbewerten Börsenindikatoren entstehen so Prognosen für die Kursbewegungen einzelner Papiere oder auch ganzer Branchen.

Der Haken an dieser Methode: Internethypes und gezielte Falschmeldungen ergeben ein verzerrtes Bild.

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