Banken und Versicherer: So eng ist das Band zwischen ADAC und Industrie

ThemaAutobauer

Banken und Versicherer: So eng ist das Band zwischen ADAC und Industrie

Bild vergrößern

Die Affäre bringt Licht in das enge Geflecht des Clubs mit der Wirtschaft.

Die Aufregung um frisierte Stimmenzahlen bei einem Auto-Preis täuscht über ein viel größeres Problem hinweg: die extremen Verflechtungen des ADAC mit Industrie und Finanzbranche.


Von Franz Rother, Nele Hansen, Matthias Kamp, Hans-Jürgen Klesse und Florian Zerfaß.

Der Termin für den Besuch in der neuen ADAC-Zentrale an der Hansastraße in München war lange geplant. Bei dem turnusmäßigen „Jahresgespräch“ wollte Robert Rademacher, Präsident des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), am vergangenen Donnerstag mit Präsident Peter Meyer über die Entwicklung der Autobranche insgesamt reden, über neue Herausforderungen für das Kfz-Handwerk – und die Pläne des ADAC, deutschlandweit ein Netz von Autowerkstätten aufzuziehen. Doch der Skandal um die Manipulation von Teilnehmerzahlen bei der Leserwahl zum ADAC-Auto-Preis „Gelber Engel“ drehte das Gespräch schnell in eine andere Richtung: Wie geht man künftig miteinander um – der Club und die Kfz-Branche?

Anzeige

Mehr als 100 Jahre nach der Gründung ist der mit 19 Millionen Mitgliedern zweitgrößte Automobilclub der Welt heute nicht nur die mächtigste Interessenvertretung der Autofahrer, sondern auch ein Wirtschaftsimperium. Der ADAC ist aber nicht nur mit der Autoindustrie, sondern auch mit Versicherungen, Banken und Tourismusanbietern weit enger verbandelt, als die meisten Mitglieder ahnen. Wie eng, das zeigen die Treuebekundungen aus der Wirtschaft trotz der „Gelber Engel“-Affäre.

Der Club vertreibt über seine 1981 gegründete 100-prozentige Tochter ADAC Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst (siehe Grafik) unter anderem Kfz-Versicherungen von Zurich Deutschland und vermittelt Mietwagen von Avis, Hertz und Sixt. Mit Schwäbisch Hall bietet der Club Bausparverträge an und über die Berliner Bank Autokredite. Und mit der Deutschen Post betreibt man neuerdings eine Fernbuslinie. „Wir werden den ADAC Postbus erfolgreich weiter betreiben“, versichert ein Post-Sprecher nach dem Skandal.

Die Post ist auch ein wichtiger Dienstleister für den ADAC: Ende 2009 unterzeichneten die Partner einen Fünfjahresvertrag über die Zustellung von monatlich rund 13,5 Millionen Exemplaren des Clubmagazins „Motorwelt“. Auftragsvolumen: rund 250 Millionen Euro.

Bild vergrößern

Gelbe Geldmaschine: Der ADAC und seine Nebengeschäfte.

(zum Vergrößern bitte anklicken)

Auch in der Reisebranche ist der ADAC präsent, als Namensgeber für die Veranstaltermarke ADAC Reisen. Dahinter steht AD Clubreisen, ein Joint Venture zwischen ADAC (49 Prozent) und DER Touristik (51 Prozent). DER Touristik ist die Reisesparte der Handelskette Rewe und war 2012 mit 4,65 Milliarden Euro Umsatz der zweitgrößte Reiseanbieter in Deutschland nach TUI. Für Leitung und operatives Geschäft ist DER Touristik zuständig, der Gewinn wird geteilt.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%