Bild: dapdPlatz 10: Bilfinger*
Der deutsche Konzern beschäftigt aktuell mehr als 59.000 Mitarbeiter, gut 23.000 davon in Deutschland. Seit Juli 2011 ist der ehemalige CDU-Politiker Roland Koch Chef des Unternehmens.
Konzernumsatz 2010: 8 Milliarden
* Quelle: Deloitte-Report "European Powers of Construction 2010"
Bild: APPlatz 9: FCC SA
Das spanische Unternehmen entstand 1992 aus der Fusion der beiden Traditionsunternehmen Construcciones y Contratas und Fomento de Ombras y Construcciones. Aktuell beschäftigt der Konzern rund 90.000 Mitarbeiter.
Umsatz 2010: 12,1 Milliarden Euro
Bild: PRPlatz 8: Ferrovial SA
Der spanische Konzern existiert seit den 50er Jahren. In den 90er war Ferrovial für den Bau des berühmten Guggenheim Museums in Bilbao verantwortlich. Für Ferrovial arbeiten weltweit mehr als 60.000 Menschen - rund die Hälfte davon in Spanien, ein gutes Drittel in Großbritannien und Irland, 8 Prozent in Polen, der Rest in den USA und Kanada, Portugal, Chile und anderswo.
Umsatz 2010: 12,1 Milliarden Euro
Bild: APPlatz 7: Balfour Beatty Plc
Der britische Konzern feierte 2009 seinen hundertsten Geburtstag. Heute ist Balfour Beatty in mehr als 80 Ländern der Welt unterwegs.
Umsatz 2010: 12,2 Milliarden Euro
Bild: dpaPlatz 6: Strabag SE
Der österreichische Baukonzern Strabag beschäftigt fast 77.000 Mitarbeiter. 80 Prozent der Leistung erwirtschaft Strabag in Österreich, Deutschland, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Polen, Rumänien und der Schweiz.
Umsatz 2010: 12,7 Milliarden Euro
Bild: dpa/dpawebPlatz 5: Skanska AB
Die schwedische Skanska begeht in diesem Jahr ihren 125. Geburtstag. Mit 53.000 Mitarbeitern ist der Konzern vor allem in Europa, den USA und Lateinamerika vertreten. Die größten Anteil der Aktiengesellschaft halten Industrivärden, Lundberg Group and Alecta.
Umsatz 2010: 12,8 Milliarden Euro
Bild: APNPlatz 4: Eiffage SA
Der französische Konzern beschäftigt 70.000 Mitarbeiter - davon 85 Prozent im Heimatland selbst.
Umsatz: 13,5 Milliarden Euro
Bild: dpaPlatz 3: Bouygues SA
Die Nummer drei unter Europas größten Baukonzernen kommt ebenfalls aus Frankreich. Der Konzern wurde 1952 gegründet. Heute ist Bouygues in mehr als 80 Ländern der Welt präsent.
Umsatz 2010: 31, 2 Milliarden Euro
Bild: dpaPlatz 2: Vinci SA
Auch Platz zwei geht an einen französischen Baukonzern. Seit 1988 gibt es Vinci auch in Deutschland. 2011 waren die insgesamt 167.000 Mitarbeiter der Gruppe bei 264.000 Einzelprojekten in 100 Ländern tätig. Bis vor kurzem war Vinci unangefochten die Nummer eins. Doch nun stößt sie ein anderer vom Thron.
Umsatz 2010: 33,7 Milliarden Euro
Bild: dpaPlatz 1: ACS SA + Hochtief AG
2011 stieg der spanische Konzern ACS als Großaktionär bei Hochtief ein. Die feindliche Übernahme war nicht mehr abzuwenden. Für Hochtief arbeiten 75.000 Menschen, für ACS fast 139.000.
Umsatz 2010: ACS 15,3 Milliarden; Hochtief 20,2 Milliarden - gemeinsam rund 35,5 Milliarden Euro
Platz 10: Bilfinger*
Der deutsche Konzern beschäftigt aktuell mehr als 59.000 Mitarbeiter, gut 23.000 davon in Deutschland. Seit Juli 2011 ist der ehemalige CDU-Politiker Roland Koch Chef des Unternehmens.
Konzernumsatz 2010: 8 Milliarden
* Quelle: Deloitte-Report "European Powers of Construction 2010"
Bei Hochtief stehen nach der Übernahme durch den spanischen Baukonzern ACS alle Unternehmensteile auf dem Prüfstand. Entscheidungen zur Zukunft des Konzerns gibt es dabei noch nicht. Diese könnten bis Ende des Monats fallen - dann will der neue Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes seine Strategie vorstellen. Die Analyse der künftigen Strategie sei "noch nicht abgeschlossen", erklärte ein Unternehmenssprecher. "Es gibt daher auch keinerlei Entscheidungen." Er reagierte damit auf einen Bericht der Zeitungen der WAZ-Gruppe vom Donnerstag, Verdes plane den Verkauf von Geschäftsbereichen mit insgesamt rund 6200 Mitarbeitern.
Der Hochtief-Aufsichtsrat will im Laufe des Tages zusammentreten. Im Umfeld des Arbeitnehmerlagers hieß es, Beschlüsse seien bei der Sitzung nicht zu erwarten.
Aktienrechtler Oliver Maaß erklärt, wie ACS die deutsche Tochter ausschlachten kann:
Option 1: Zur Kasse bitte - Beratungsaufträge, Provisionen, Gebühren
Obwohl die spanische ACS-Gruppe seit anderthalb Jahren über die Aktien-Mehrheit bei Hochtief verfügt, hat sie die seit 2011 befürchtete Zerschlagung bisher nicht eingeleitet und stets alle entsprechenden Absichten bestritten. Doch mit dem erzwungenen Wechsel an der Hochtief-Spitze und dem gleichzeitigen Wechsel im Aufsichtsratsvorsitz hat sich der spanische Konzern - wie SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sagen würde - zusätzliche Beinfreiheit verschafft.

Grundsätzlich gilt, sagt einer der führenden deutschen Aktienrechtler, Oliver Maaß von der Kanzlei Heisse, Kursawe, Eversheds in München: "ACS muss auch künftig darauf achten, den Hochtief-Vorstand nicht zu unrechtmäßigem Verhalten zu verleiten. Geschäfte, bei denen ACS Hochtief ohne entsprechende Gegenleistung Werte entzieht – etwa durch schlechte Zinskonditionen oder einen Verkauf von Unternehmensteilen unter dem Marktwert – sind nach Paragraf 117 des Aktiengesetzes verboten. Entsprechend droht ein gesamtschuldnerisches Haftungspotential für Aufsichtsräte und Vorstände sowohl von Hochtief als auch von ACS. Doch wenn die spanische Muttergesellschaft juristisch geschickt agiert, kann sie das Klagerisiko gering halten. Alle Verträge und Geschäfte zwischen Mutter und Tochtergesellschaft (das betrifft die Optionen 1, 3, 4, 5) müsste der Hochtief-Vorstand in einem sogenannten Abhängigkeitsbericht mit dem Jahresabschluss detailliert erklären. Mit diesem Abhängigkeitsbericht muss sich auch der Aufsichtsrat intensiv auseinander setzen und in seinem Bericht an die Hauptversammlung ein Votum dazu abgeben.
Sogenannte Ringfencing-Vereinbarungen mit den kreditgebenden Banken bewahren Hochtief nur scheinbar vor einem finanziellen Ausbluten. Die Hochtief-Geldgeber haben mit diesen Vereinbarungen versucht, die Substanz des Konzerns und damit die Sicherheiten für ihre Kredite bis 2016 vor dem Zugriff großer Aktionäre zu schützen. Doch Maaß meint: „Der vermeintliche Schutzwall ist löchrig. ACS kann so vorgehen, dass die Ringfencing-Vereinbarungen ins Leere laufen.“
Worum geht es bei Hochtief?
Droht die Zerschlagung?
Analysten und Aktionärsschützer werten die angekündigte Auswechslung des Spitzenpersonals bei Hochtief als Auftakt für einen tiefgreifenden Wandel. Der spanische Großaktionär ACS, auf dem Milliarden-Schulden lasten, könnte versuchen, mittelfristig bei dem Essener Traditionsunternehmen Kasse zu machen. Als mögliche Verkaufskandidaten werden bereits die australische Beteiligung Leighton oder Töchter in den USA genannt.
Warum will ACS Teile von Hochtief möglicherweise verkaufen?
Hintergrund der Überlegungen ist die angespannte Finanzlage von ACS. Den spanischen Konzern, der sich im vergangenen Jahr nach einer erbitterten Übernahmeschlacht die Mehrheit an Hochtief gesichert hatte, drücken 9,2 Milliarden Euro Schulden. Im Juli hatte ACS sogar 30,22 Prozent der Hochtief-Anteile an die spanische Großbank BBVA verpfänden müssen. Verkaufserlöse und damit verbundene Sonderdividenden aus Essen könnten nun helfen, den Schuldenberg abzutragen und die Aktien wieder auszulösen.
Warum tauscht ACS Stieler und Wennemer aus?
Über die Gründe gibt es im Umfeld des Unternehmens und des Aufsichtsrats widersprüchliche Interpretationen. Sicher ist, ein Geldregen aus Deutschland ist für ACS nach der Übernahme von Hochtiefausgeblieben. Dem Essener Management ist es bislang weder gelungen, den vor Jahren angekündigten Verkauf seiner Flughafen-Beteiligungen zu realisieren noch die Immobilientochter Aurelis zu versilbern. Insider vermuten, ACS habe mit Stieler die Geduld verloren, weil dieser Probleme nicht schnell genug behoben und Verkaufspläne nicht entschieden genug vorangetrieben habe. Andere verteidigen Stieler - dieser habe sich den Unmut des Großaktionärs zugezogen, weil er vor allem die Interessen Hochtiefs im Auge gehabt habe.
Was will ACS-Chef Florentino Perez?
Insider vermuten, der ACS-Chef stehe selbst unter Druck und müsse zeigen, dass das Investment in Hochtief sich lohne - und wer in Essen das Sagen habe. Durch Personalwechsel lasse sich dies nach außen zeigen.
Dank des vermutlich ACS-freundlichen Hochtief-Vorstands und -Aufsichtsrats steht ACS-Chef Florentino Perez eine Palette von Eingriffsmöglichkeiten zur Verfügung, die vornehmlich eigenen Zwecken dienen." Maaß: "Es geht bei solchen Konstellationen um Geld gegen möglichst wenig Leistung. Einer der Klassiker dabei ist, dass eine Muttergesellschaft – in diesem Fall ACS – die Tochter mit Beratungsrechnungen, Provisionen oder Holding-Gebühren belastet. Je mehr die Unternehmen kooperieren und verschachtelt werden, desto schwerer haben es Wirtschaftsprüfer, Finanzamt oder andere Aktionäre dabei, nachzuweisen, dass die in Rechnung gestellten Kosten unangemessen hoch sind. Suchten aber beispielsweise kritische Aktionäre über eine Sonderprüfung nach Angriffspunkten und fänden welche, stünde schnell der Vorwurf der Untreue im Raum und könnte Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder von Hochtief belasten."
- Seite 1: Wie ACS Hochtief ausschlachten kann
- Seite 2: Option 2: Für mich soll's Dividenden regnen
- Seite 3: Option 4: Cashpooling
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