BER könnte bis Ende 2017 kommen: Flughafen Tegel soll modernisiert werden

BER könnte bis Ende 2017 kommen: Flughafen Tegel soll modernisiert werden

Der künftige Hauptstadtflughafen BER soll bis Ende 2017 in Betrieb sein, kündigen die Manager der Großbaustelle nun an. Während Kritiker das bezweifeln, richtet sich der Blick der Betreiber auch nach Tegel.

Weil der neue Hauptstadtflughafen BER frühestens 2017 eröffnet, soll der Flughafen Tegel modernisiert werden. „Wir kümmern uns um Tegel“, sagte ein Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg am Sonntag. Nach Berichten von „B.Z.“ (Sonntagausgabe) und „Bild am Sonntag“ sollen 20 Millionen Euro in den maroden Airport im Norden der Hauptstadt investiert werden. Die Summe kommentierte der Sprecher nicht. Am Freitag hatte Flughafen-Geschäftsführer Hartmut Mehdorn das zweite Halbjahr 2017 als neuen Zieltermin für die BER-Eröffnung in Schönefeld genannt. Bis dahin trägt Tegel die Hauptlast des Berliner Luftverkehrs.

So stiegen die Kosten des neuen Hauptstadtflughafens

  • Mehrkosten und kein Ende in Sicht

    Schon in der 15-jährigen Planungsphase stiegen die Kosten für den neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld. Nach Baubeginn war es nicht anders. Ein Überblick über die Entwicklung:

  • September 2006

    Erster Spatenstich für den Airport mit einer Jahreskapazität von 22 Millionen Passagieren. Der Betreiber gibt die Kosten mit 2 Milliarden Euro an, die Bruttogeschossfläche des Terminals mit 220.000 Quadratmetern.

  • Juli 2007

    Die Kapazität steigt auf 25 Millionen Passagiere, die Investitionssumme erreicht 2,2 Milliarden Euro. Die Fläche wächst auf 300.000 Quadratmeter.

  • Juni 2009

    Der Flughafen wird erneut größer – und teurer: 27 Millionen Passagiere, 2,5 Milliarden Euro Investitionskosten. Für die Kredite von 2,4 Milliarden Euro bürgen Berlin, Brandenburg und der Bund.

  • Mai 2012

    Nach der Absage der für Juni geplanten Eröffnung sickert durch, dass der Bau in Wirklichkeit mindestens 3 Milliarden Euro kostet. Dazu tragen Umbauten nach geänderten Sicherheitsbestimmungen bei, aber auch Beschleunigungsversuche auf der Baustelle. Die Terminalfläche erreicht 340.000 Quadratmeter.

  • September 2012

    Erste Finanzspritze: Bund und Länder wollen 1,2 Milliarden Euro nachlegen, so für Baukosten, Betriebskosten des leeren Terminals und den falsch veranschlagten Schallschutz. Neuer Finanzrahmen: 4,3 Milliarden Euro.

  • Juni 2014

    Die zweite Finanzspritze steht bevor: Der Flughafen benötigt nach eigenen Angaben weitere 1,1 Milliarden Euro, um den Bau und den Schallschutz für die Anwohner fertigzustellen. Geben die Gesellschafter das Geld frei, dehnen sie den Finanzrahmen damit auf über 5,4 Milliarden Euro aus.

Mehdorn sprach von Juni bis September 2017 als angestrebtem Zeitraum für die Inbetriebnahme. Bis März 2016 soll der Flughafen baulich fertiggestellt sein, sagte Flughafen-Technikchef Jörg Marks. Danach folgten die Abnahmen durch die Behörden. Wann der konkrete Termin feststehen soll, wurde zunächst nicht gesagt. Die „Berliner Morgenpost“ (Samstag) berief sich auf ein Papier der Flughafengesellschaft, in dem es heiße: „Zur Jahresmitte 2015 wollen wir die Unwägbarkeiten so weit abgearbeitet haben, dass wir einen konkreten Eröffnungstermin nennen können.“

Einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge sollen die Kosten für den Flughafen auf 5,6 Milliarden Euro steigen. Der Flughafensprecher gab an, sich dazu nicht zu äußern. Technikchef Marks bezeichnete am Freitag den mehrfach erhöhten Kostenrahmen von zuletzt 5,4 Milliarden Euro als „in Ordnung“. Auch eine mögliche Erweiterung des Flughafens, der für 27 Millionen Passagiere ausgelegt ist, wird diskutiert. Er wird nach Ansicht Mehdorns bereits zu Beginn überlastet sein. Der Flughafenchef dringt deshalb auf ein zweites, kleineres Terminal, dass 8 bis 10 Millionen Fluggäste pro Jahr zusätzlich bewältigen soll.

Das derzeit größte Bauvorhaben in der Region Berlin steckt seit 2010 in der Krise. Seit fast zwei Jahren gab es für das Milliardenprojekt keinen Eröffnungstermin mehr. Zu den Ursachen zählen Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagte dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, er wolle, dass Probleme gelöst würden, „Schritt für Schritt, belastbar, nachweislich, transparent“, so der SPD-Politiker. „Ich habe genug gehört von großen Plänen, die weit in der Zukunft liegen.“ Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gab sich von dem nun geplanten Eröffnungstermin überzeugt. „Das Ganze ist mit Puffer gerechnet, dass zwischen der baulichen Fertigstellung und der Eröffnung eineinhalb Jahre liegen sollen“, sagte Woidke am Samstag in Frankfurt (Oder). „Ich halte das für realistisch, aber was die Kosten angeht, muss man sich das erstmal genauer ansehen.“

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Aus Sicht der Grünen im Bundestag ist dagegen völlig offen, ob das Fiasko um den Flughafen 2017 ein Ende haben wird. „Wir brauchen endlich Klarheit über die Gesamtkosten“, forderte Fraktionsvize Oliver Krischer. Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Potsdamer Landtag, Ingo Senftleben, äußerte sich ebenfalls kritisch. Eine Eröffnung in drei Jahren zöge ein zusätzliches „Wartegeld“ von einer Milliarden Euro nach sich. Bei der geplanten Modernisierung in Tegel soll vor allem in Rollwege und Vorfeldflächen Geld fließen. Bereits 2013 investierte die Flughafengesellschaft eigenen Angaben zufolge 20 Millionen Euro in die Flughäfen Schönefeld und Tegel.

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