Bild: dpaWilly Brandt-Flughafen Berlin
Beim weltweit jüngsten Pannenairport wird derzeit der fünfte neue Starttermin verhandelt. Die Liste der Mängel ist lang und reicht von mangelhaftem Brandschutz über zu kleine Check-in Schalter, falsch gepflanzte Bäume und nicht genehmigte Flugrouten.

Elefthérios Venizélos Flughafen, Athen
Zur Olympiade im Jahr 2004 wollte die griechische Regierung der Welt zeigen, dass sie trotz mangelnder Erfahrung nicht nur ein Ereignis wie die Spiele, sondern parallel auch noch ein anspruchsvolles Großprojekte mit fortschrittlicher EDV wie den Flughafen Elefthérios Venizélos hinbekommt. Doch als es ernst wurde, waren nicht nur die Zufahrtsstraßen nicht fertig. Es versagten auch die Computersysteme und wiesen verwirrten Passagieren statt der Flugsteige des neuen Airports die Gates des alten zu.
Bild: dpaSuvarnabhumi Flughafen, Bangkok
Bei seiner Eröffnung im September 2006 lief es beim Suvarnabhumi Flughafen zunächst ohne größere Probleme, gerade weil nicht auf einen Schlag alle Flüge vom alten Don Muang Airport verlegt wurden. Doch ab November zeigten sich die ersten Probleme. Weil beim Bau gepfuscht wurde, bekamen etwa die Landebahn Risse und die Fluggastbrücken funktionierten nicht richtig. Darum schloss der Flughafen im Januar 2007 teilweise und ein Teil der Flüge ging zurück nach Don Muang bis die Schäden behoben waren.
Bild: APDenver
Der Flughafen sollte ein Symbol werden für das Selbstbewusstsein des platten Mittleren Westen der USA werden und dem US-Bundesstaat Colorado helfen sein Provinz-Image abschütteln. Dazu zählte vor allem ein im Vergleich zu den heimischen Marktführern in New York oder Los Angeles besonders schnelles Drehkreuz mit kurzen Umsteigezeiten und einer flotten Gepäcksortieranlage. Leider war die so schnell, dass sie die Koffer verlor oder schredderte. Erst nach einem Jahr war das Problem gelöst. Und trotz der Verzögerung verlief der erste Tag turbulent, denn noch immer landeten Koffer auf dem falschen Abhol-Band und Passagiere warteten stundenlang auf ihr Gepäck.
Bild: APChek Lap Kok Airport, Hongkong
Dieser Flughafen ist nicht nur dank seiner aufwendigen Bauweise laut Guinnessbuch der Rekorde bis heute mit 15 Milliarden Euro Kosten der teuerste Flughafenneubau der Welt. Er gilt auch als besonders komfortabel. Mit kleinen Ausnahmen allerdings: In seinen Lounges holten sich nicht nur Reisende nasse Füße, weil sie die mannigfach verteilten Minibrunnen für feuchten Marmor hielten – und beherzt hinein traten. Auch die Check-in-Computer folgten eher dem Design als der Gewohnheit des Personals, so dass die Mitarbeiter mangels Routine so viel falsche Knöpfe drückten, bis das System das nicht mehr verkraftete. Und zu guter Letzt gab es dann noch menschliches Versagen. Ein Mitarbeiter des Frachtbereichs löschte dem Vernehmen nach eine wichtige Datei und kappte die Verbindung zwischen dem neuen Airport und den Servern auf dem alten namens Kai Tak. Darum musste der Frachtverkehr für mehrere Wochen wieder auf dem alten Airport starten und landen.
Bild: REUTERSKuala Lumpur
Dass zu viel Stolz gefährlich ist, zeigte 1998 der neue Flughafen der Hauptstadt Malaysias. Mit ihm wollte die Regierung Malaysias nicht nur den technisch besten Airport bauen und damit den Nachbarstaat Singapur ausstechen - der gilt nämlich in punkto Service als der beste der Welt. Der Landeplatz in KL, wie die Bewohner die malayische Hauptstadt nenne, sollte auch schneller fertig werden als der Konkurrent in Hongkong. Doch als der Airport 1998 öffnete, kollabierten EDV und Flugverkehr.
Bild: APParis: Charles de Gaulle
Die neue 900 Millionen Euro teure Sektion 2 E am Pariser Flughafen Charles de Gaulle steht für die wohl tragischste Neueröffnung eines Flughafenterminals. Dorst stürzte 2005 ein Jahr nach der Inbetriebnahme auf einer Fläche von 600 Quadratmetern das Dach ein. Die Trümmer töteten vier Reisende und verletzten drei weitere schwer. Grund war nicht allein Pfusch am Bau. Die Schäden waren bereits Wochen vorher sichtbar. Doch die zuständigen Bauingenieure hielten das Problem für nicht gravierend. Und trotz der 100 Millionen Euro teuren Nachbesserungen wirkt das Problem noch nach. Als im Winter 2010 eine dicke Schneedecke auf dem Dach lag, schloss der Flughafen den Unglücksteil vorsorglich.
Bild: APLondon Heathrow
Das neue Terminal 5 am Londoner Flughafen Heathrow gilt seit 2008 als Symbol für eine verkorkste Airporteröffnung. Der Neubau rangierte wochenlang am Rande des Kollaps – mit Tausenden gestrandeten Passagieren und Zigtausend verlorenen Koffern. Beim Terminal 5 in London-Heathrow etwa wollte Projektchef Bullock zeigen, wie schnell ein Investment von umgerechnet fünf Milliarden Euro Geld abwerfen kann und sparte sich in der Vorbereitung Teile der teuren Tests. Darum kamen die Beschäftigten zu spät zu ihren Arbeitsplätzen. Heathrow steht für eine der größten Blamagen Großbritanniens mit mindestens 30 Millionen Euro Mehrkosten. Der Flughafenchef verlor seinen Job.
Willy Brandt-Flughafen Berlin
Beim weltweit jüngsten Pannenairport wird derzeit der fünfte neue Starttermin verhandelt. Die Liste der Mängel ist lang und reicht von mangelhaftem Brandschutz über zu kleine Check-in Schalter, falsch gepflanzte Bäume und nicht genehmigte Flugrouten.
Die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Berlin-Schönefeld wird aller Voraussicht nach nochmals um rund ein halbes Jahr verschoben. Als Termin für die Inbetriebnahme ist der Herbst 2013 vorgesehen. Ein entsprechender Beschluss soll auf einer vorgezogenen Aufsichtsratssitzung des Flughafens an diesem Freitag gefasst werden. Der Airport soll nun zum neuen Herbstflugplan am 27. Oktober 2013 eröffnen. Das bestätigte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck.
Bild: dpaBER könnte mehr als fünf Milliarden Euro kosten
Die Kosten laufen aus dem Ruder - die Instandhaltung des Hauptstadtflughafens verschlingt täglich große Summen. Nun könnten die Endkosten höher ausfallen, als bisher geplant. Die Zahlen, auf die sich das Handelsblatt beruft: Jeden Monat 35 bis 40 Millionen Euro mehr - wegen des verpatzten Starts des Berliner Hauptstadtflughafens. Damit würden sich die Gesamtkosten für die Flughafengesellschaft FBB - und damit für die Bundesländer Berlin, Brandenburg und den Bund - bis Ende 2014 auf 5,1 Milliarden Euro summieren - 800 Millionen mehr als die veranschlagten 4,3 Milliarden Euro.
Bild: REUTERSRyanair kehr Berlin den Rücken
Zwar will die irische Billig-Airline Ryanair am deutschen Markt weiter wachsen - Berlin wird in Zukunft aber wohl nicht mehr zu den angeflogenen Airports zählen. "Wir wollen in Deutschland fünf bis sechs neue Airports bedienen“, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sein Unternehmen führe derzeit mit insgesamt 20 deutschen Flughäfen Gespräche über weiteres Wachstum. Doch Berlin werde in Zukunft voraussichtlich nicht mehr dabei sein, sagte O'Leary. Der Grund: die Flughafengebühren in der deutschen Hauptstadt seien einfach zu hoch.
Bild: dpaInstandhaltungskosten explodieren
Der Flughafen Berlin-Brandenburg kostet jeden Monat Unsummen an Steuergeldern. Doch längst nicht alles sind Baukosten. Allein für die Reinigung des Gebäudes fallen jeden Monat 150.000 Euro an. Hinzu kommen Instandhaltungskosten in Höhe von 270.000 Euro im Monat. Strom, Heizung, die Bewässerungsanlage für die Pflanzen im Gebäude sowie die Führungen für Besucher kommen ebenfalls noch zu den Kosten hinzu.
Bild: dpaBender verzichtet auf den Beraterjob
Der frühere Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender, wird nicht Chefberater am neuen Hauptstadtflughafen. Das gab Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) bekannt. „Ich kann Ihnen mitteilen, dass Herr Bender abgesagt hat. Ich muss diese Entscheidung akzeptieren.“ In den vergangenen Tagen war unter den Gesellschaftern des Flughafens Streit über Benders Honorar ausgebrochen.
Bender begründete seine Absage in einer Erklärung mit unterschiedlichen Auffassungen der Gesellschafter in wesentlichen Zukunftsfragen des Flughafens, „der Nichteinhaltung von Verabredungen und dem mehrfachen Bruch der vereinbarten Vertraulichkeit“. Bender sehe unter diesen Voraussetzungen „keine ausreichende Gewähr dafür, dass seine Tätigkeit für den BER erfolgreich sein kann“, teilte sein Büro in Frankfurt am Main mit.
Gesellschafter der Flughafengesellschaft sind der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg. Aufsichtsratschef Platzeck hatte zunächst versucht, Bender als Vorsitzenden der Geschäftsführung zu gewinnen, dann als Berater für Technikchef Horst Amann. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Bender dafür eine Tagessatz von rund 4000 Euro inklusive Spesen und Reisekosten ausgehandelt hatte.
Bild: dpaDas Licht geht nicht aus
Der nächtliche Anblick des hell erleuchteten neuen Hauptstadtflughafens ist imposant - aber muss auf den 300.000 Quadratmetern Geschossfläche unbedingt das Licht brennen? Wo doch nicht geflogen wird? Bislang lautete die Antwort, Sicherheitspersonal und Reinigungskräfte bräuchten das Licht. „Es brennt Tag und Nacht das Licht da draußen“, gab auch Technikchef Horst Amann am Mittwoch zu.
Unter Gelächter der versammelten Kaufleute und Industriellen nannte er aber einen ganz anderen Grund: „Auch das hat damit zu tun, dass wir mit der Leittechnik nicht so weit sind, dass wir es steuern können.“ „Es trifft zu, dass sich Mängel in der Leittechnik derzeit auch auf die Steuerung der Terminal-Innenbeleuchtung auswirken“, sagte ein Sprecher der Flughafengesellschaft. Aber unabhängig davon sei die Beleuchtung in der Nacht auch aus Sicherheitsgründen notwendig.
Bild: dpaFür den neuen Hauptstadtflughafen zeichnen sich neue Schwierigkeiten ab. Brandenburgs rot-rote Regierungskoalition will sich unter dem Druck eines Volksbegehrens für ein strengeres Nachtflugverbot in der Zeit von 22 bis sechs Uhr einsetzen. Nach jetzigem Stand soll für die Zeit zwischen 00.00 und 5.00 Uhr ein strenges Verbot gelten.
Nachdem die Koalitionsfraktionen das Volksbegehren zum erweiterten Nachtflugverbot am neuen Flughafen BER angenommen haben, hat Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) Verhandlungen mit den anderen beiden Gesellschaftern des Flughafens, dem Bund und dem Land Berlin aufgenommen. „Ich werde mich bemühen, Regelungen zu finden, die am Ende für mehr Nachtruhe sorgen“, versprach Platzeck. Es gehe um einen vernünftigen Kompromiss.
Bild: dpaEigentlich ist der neue Flughafen Berlin-Brandenburg nur auf 27 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt. Doch soviel Besucher werden in Berlin voraussichtlich schon im Jahr 2014 an den Flughäfen Tegel und Schönberg landen. Das Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2004 ging davon aus, dass der "Willy Brandt"-Airport die 27 Millionen Passagiere erst 2020 erreichen werde.
Nach Berichten der Zeitung "Die Welt" prüft die Flughafengesellschaft FBB nun den Bau eines Satellitenterminals, das zusätzlich 7,5 Millionen Passagiere im Jahr abfertigen könnte. Mutmaßliche Kosten: 500 Millionen Euro - und die Finanzierung ist unklar. Besonders peinlich: Mit dem Bau des neuen Terminals müsste eventuell schon vor Eröffnung des Willy Brandt-Flughafens angefangen werden.
Bild: dpaDa kann man sich nur noch an den Kopf fassen: Die Hängepartie um den neuen Berliner Flughafen wird immer länger, die zuletzt für den 27. Oktober 2012 geplante Inbetriebnahme war am 6. Januar 2013 auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Und immer wieder gibt es neue Pannen-Meldungen rund um das einstige Prestige-Projekt:
Am 24. Januar hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Wannsee-Flugroute des künftigen Berliner Hauptstadtflughafens gekippt. Die Strecke führe zu nah an einem Forschungsreaktor vorbei. Das Risiko für einen Flugunfall oder einen terroristischen Anschlag sei vor der Routenfestlegung nicht ermittelt worden. Geklagt hatten neben den brandenburgischen Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow die Stadt Teltow, mehrere Grundstücksbesitzer und Anwohner des Wannsees. Es war die erste von mehreren Verhandlungen über Entscheidungen des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung, das die Flugrouten im Januar 2012 festgelegt hatte.
Bild: dpaDie Zeitung "Die Welt" berichtete am 9. Januar, dass auf dem Flughafengelände 1036 Bäume falsch gepflanzt wurden und eigentlich wieder entfernt werden müssten. Dieses Detail sei auf einer der hinteren Seiten des jüngsten Controllingberichts festgehalten worden. Um einen neuerlichen Image-Schaden in der Öffentlichkeit zumindest zu begrenzen, beschloss die Geschäftsführung laut dem Blatt, nicht alle der "ca. 1000 zumeist gut angewachsenen Bäumen" herauszureißen. Wegen der "nicht vertragskonformen Pflanzung" sollen aber zumindest 600 Bäume ausgetauscht werden, "da ein Belassen dieser Bäume auf Grundlage der Bewertungskriterien nicht begründbar ist", zitiert die "Welt" aus dem Bericht.
Bild: dpaNach der neuerlichen Verschiebung der Eröffnung hat Technikchef Horst Amann die Probleme des Milliardenprojekts „fast grauenhaft“ genannt. Der bauliche Zustand der Brandschutzanlage habe sein Team „in der Tat überrascht, da gibt es heute zum Teil noch Überraschungen“. Bei Rauchgasversuchen im Terminal vor Weihnachten habe sich gezeigt, dass die Entrauchungsanlage „nicht auf Anhieb funktioniert“ und zeitraubende Nacharbeiten nötig seien.
BER könnte mehr als fünf Milliarden Euro kosten
Die Kosten laufen aus dem Ruder - die Instandhaltung des Hauptstadtflughafens verschlingt täglich große Summen. Nun könnten die Endkosten höher ausfallen, als bisher geplant. Die Zahlen, auf die sich das Handelsblatt beruft: Jeden Monat 35 bis 40 Millionen Euro mehr - wegen des verpatzten Starts des Berliner Hauptstadtflughafens. Damit würden sich die Gesamtkosten für die Flughafengesellschaft FBB - und damit für die Bundesländer Berlin, Brandenburg und den Bund - bis Ende 2014 auf 5,1 Milliarden Euro summieren - 800 Millionen mehr als die veranschlagten 4,3 Milliarden Euro.
Die Inbetriebnahme des Hauptstadtflughafens war bereits zweimal verschoben worden, zuletzt vom 3. Juni 2012 auf den 17. März 2013. Grund dafür war nach offiziellen Angaben die noch nicht funktionstüchtige Brandschutzanlage. Allerdings gab es auch Zweifel, ob andere Teile der Gebäudetechnik betriebsbereit waren, etwa die Gepäckbeförderung.
Der steinige Weg zum Hauptstadtflughafen
Dezember 1991
Gründung der Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF). Gesellschafter sind die Länder Berlin und Brandenburg.
Januar 1992
Beginn der Planungen für den Flughafen mit dem Projektnamen Berlin Brandenburg International, BBI.
Juni 1996
Der Ausbau des Flughafens Schönefeld sowie die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof werden beschlossen.
August 2004
Das Genehmigungsverfahren für den BBI wird mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen.
August 2005
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhängt im Eilverfahren einen weitgehenden Baustopp. Bis zum Urteil sind nur Bauvorbereitungen gestattet.
März 2006
Das Gericht genehmigt in letzter Instanz den Bau des BBI unter verschärften Lärmschutzauflagen.
Juli 2008
Erster Spatenstich für das Flughafen-Terminal.
Oktober 2008
Nach 85 Jahren schließt der Flughafen Tempelhof.
Oktober 2009
Das Brandenburger Verkehrsministerium erlässt eine neue Nachtflugregelung: Keine Starts und Landungen von Mitternacht bis 5.00 Uhr, Ausnahme Post- und Regierungsmaschinen, Notfälle. In den Randzeiten davor und danach ist die Zahl begrenzt.
Juni 2010
Unter anderem wegen der Pleite einer Planungsfirma wird die Eröffnung von November 2011 auf den 3. Juni 2012 verschoben.
September 2010
Die Deutsche Flugsicherung legt einen ersten Flugrouten-Vorschlag vor. Tausende Betroffene gehen dagegen auf die Straße. Es gibt neue Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss.
Oktober 2011
Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in den Randzeiten. Der Airport kann ohne weitere Einschränkungen an den Start gehen.
Januar 2012
Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung legt die Flugrouten fest und folgt im wesentlichen einem Vorschlag der Fluglärmkommission aus Gemeinde- und Airline-Vertretern.
Mai 2012
Vier Wochen vor dem Termin wird wegen Problemen mit der Brandschutzanlage die Eröffnung des Flughafens erneut abgesagt. Später wird Chef-Planer Manfred Körtgen entlassen.
Juni 2012
Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg spricht den Anwohnern das Recht auf besseren Schallschutz zu.
22. Juni 2012
Der Aufsichtsrat entscheidet, den neuen Starttermin 17. März erneut zu überprüfen und am 16. August darüber zu entscheiden.
31. Juli 2012
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig weist die Klage von Anwohnern ab, das Genehmigungsverfahren für den neuen Hauptstadtflughafen neu aufzurollen. Jetzt steht der Eröffnung des Airports zumindest juristisch nichts mehr im Weg.
16. August 2012
Sitzung des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft. Der Aufsichtsrat lässt den Eröffnungstermin weiter offen. Damit sind auch die Mehrkosten und deren Finanzierung noch nicht abschließend geklärt. Fest steht, dass Bund und Länder Gelder zuschießen müssen. Beim Schallschutz für Anwohner wird nachgebessert.
14. September 2012
Der Aufsichtsrat will den Eröffnungstermin endgültig festlegen. Der bisherige dritte Termin am 17. März 2013 steht seit langem wieder zur Disposition.
Wegen der Verzögerungen und Zusatzkosten für den Lärmschutz hatte der Flughafen zuletzt mit Mehrkosten von gut 1,1 Milliarden Euro gerechnet. Auf der kommenden Aufsichtsratssitzung soll auch über ein neues Finanzierungskonzept beraten werden. Gesellschafter des Flughafens sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund. Im August hatte der Aufsichtsrat beschlossen, die drohende Zahlungsunfähigkeit des Flughafens mit einer Finanzspritze abzuwenden.
Der neue Technikchef des Flughafens, Horst Amann, hat in den vergangenen Wochen versucht, sich ein genaues Bild von der Lage am halbfertigen Flughafengebäude zu machen. Vor allem auf Amanns Einschätzung dürfte sich der Aufsichtsrat bei seinen Entscheidungen am Freitag stützen.
Zuletzt war über Überlegungen berichtet worden, dass der Flughafen in zwei Etappen im März und im Oktober 2013 eröffnet werden könnte. Nunmehr soll er auf einen Schlag in Betrieb gehen, die Flughäfen Tegel und Alt-Schönefeld würden deshalb am 26. Oktober geschlossen.
























