Berlin Intern: Fluggäste sind die Dummen

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Komische Vögel - Das Plakat zeigt: der Kranich kannich. Die anderen aber auch nicht

Kolumne von Henning Krumrey

Wer Streikopfer werden will, muss gar nicht Lufthansa buchen. Die Taktik der Flugbegleiter-Gewerkschaft nimmt alle Passagiere in Mithaft.

Alles war genau geplant: Nicht Lufthansa, sondern Airberlin gebucht, damit es trotz Streikdrohung auf jeden Fall mit dem Flug nach Frankfurt klappt. Mein Kalkül: Wenn die blauen Flugbegleiter auf explosive Stimmung machen, statt in die Luft zu gehen, dann bin ich mit der roten Konkurrenz auf der sicheren Seite. Und trotzdem blieb ich am Dienstag vergangener Woche am Boden und ganz Berlin intern.

Anfangs sieht es ja noch gut aus. Um 8.55 soll die Maschine abheben, um 8.30 stehen schon alle artig in der Reihe, die Bordkarte griffbereit. Doch dann kommt die gefürchtete Durchsage: Die Maschine erhalte vorerst gar keine Starterlaubnis. „Das Einsteigen ist jetzt für 9.30 geplant. Der Abflug ist für spätestens 10.45 vorgesehen. Wenn alle Passagiere an Bord sind, wird der Kapitän noch einmal mit Frankfurt verhandeln, ob wir eine frühere Startzeit bekommen.“ Was ist passiert?

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Fliegen oder nicht fliegen?

Etliche erstaunlich friedliche Fluggäste verlangen am Einstieg nach Auskunft. Die lautet: „In Frankfurt sind alle Parkpositionen besetzt, deshalb lässt uns die Flugsicherung nicht losfliegen.“ Das Problem wird für mich zum Risiko: Um 9.30 einzusteigen bedeutet, als Geisel in der Kabine zu sitzen. Vielleicht gelingt es dem Piloten, eine frühere Abflugzeit auszuhandeln – dann könnte ich zum geplanten Termin in Frankfurt mit Verspätung hinzustoßen. Vielleicht erfolgt der Start aber auch erst um 10.45, also fast zwei Stunden verzögert – dann ist die Verabredung im Eimer (und ich könnte mich am Rhein-Main-Flughafen direkt in die Schlange für den Rückflug einreihen). „Oder wir fliegen gar nicht, weil der Slot um 10.45 endet“, lautet die am Gate genannte dritte Möglichkeit.

Die Auskunft löst beim Laien gleich die Frage aus, die viele Passagiere stellen: Warum verscheucht die Flughafenverwaltung in Frankfurt nicht die flügellahmen Lufthanseaten von den Abfertigungs-Fingern? Dann können andere hier andocken. Platz ist auf dem riesigen Gelände doch genug!

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