Bernie Ecclestone: "Warum sollte ich zurücktreten?"

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InterviewBernie Ecclestone: "Warum sollte ich zurücktreten?"

von Yvonne Esterházy

Die Tage von Bernie Ecclestone als König der Formel 1 könnten bald gezählt sein. Im Interview mit WirtschaftsWoche und Handelsblatt berichtete der 83-Jährige diese Woche über seinen letzten, ganz persönlichen Kampf.

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Der Formel-1-Chef Bernie Ecclestone im Interview mit WirtschaftsWoche.

Ein dunkel verglastes Gebäude am Londoner Hyde Park. Kein  Adressschild, nur eine Klingel und Kameras. So unscheinbar der Bau, so mächtig sein Bewohner: Bernie Ecclestone, 83, Chef der Formel 1.  Hier laufen die Fäden des größten Motorsport-Ereignisses der Welt, und schon der Eingangsbereich macht klar, wer hier der Strippenzieher ist: Die Sekretärin sitzt auf einem umfunktionierten Rennwagen-Sitz als Bürostuhl. Im palisandergetäfelten Gang steht eine meterhohe Schwarz-Weiß-Zeichnung des legendären Rennfahrers Ayrton Senna - gemeinsam mit Ecclestone. In seinem mit Nippes aus aller Welt vollgestopften Büro spricht Ecclestone dann im gemeinsamen Interview von Handelsblatt und Wirtschaftswoche über die Bestechungsvorwürfe gegen ihn, eine Kaufofferte für den Nürburgring in Deutschland – und seine bislang erfolglose Suche nach dem Glück.

WirtschaftsWoche: Mr. Ecclestone, in Grenoble kämpft der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher derzeit um sein Leben. Haben Sie Kontakt zur Familie und können Sie uns sagen, wie es ihm geht?

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Bernie Ecclestone: Niemand weiß,  wie es wirklich um ihn steht. Wahrscheinlich wissen es nicht einmal die Ärzte genau. Es heißt, sein Zustand sei stabil.

Sie haben einmal gesagt, Geld sei die neue Weltreligion. Ist Cash auch für Sie das Wichtigste im Leben?

Ich erinnere mich gar nicht daran, das je gesagt zu haben. Am wichtigsten ist es, am Leben zu bleiben. Mir zum Beispiel geht es nur darum, meinen 84. Geburtstag zu erleben.

Angesichts Ihres Alters dürften Sie jedenfalls gelegentlich an Ruhestand denken.

Ich mache so lange weiter, wie ich meinen Job gut mache und das erreiche, was ich mir vorgenommen habe.

Möglicherweise werden Sie das aber nicht alleine entscheiden. Die Investmentfirma CVC hat als größter Anteilseigner der Formel 1 ein wichtiges Wort mitzureden.

CVC wird sich daran orientieren, ob ich meine Aufgaben gut erfülle oder nicht.

Und die wären?

Es geht darum, dass die Formel 1 in der Spur bleibt, und dass sie Geld verdient. Jeder Sport ist heute kommerziell.

Formel1-Prozess in London Bernie Ecclestone: Bestechungsvorwürfe sind Blödsinn

Im Kreuzverhör wies der Formel-1-Chef alle Bestechungsvorwürfe zurück und beschuldigte den Ex-Vorstand der Bayerischen Landesbank, Gerhard Gribkowsky erneut der versuchten Erpressung.

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone wird vorgeworfen, dem früheren BayernLB-Vorstand Gribkowsky beim Verkauf der Formel-1-Anteile der Bank rund 44 Millionen Dollar Schmiergeld gezahlt zu haben. Quelle: REUTERS

Es geht nicht nur ums Geld, es geht auch um Image. In mehreren Ländern wird gegen Sie wegen einer möglichen Schmiergeldaffäre im Zusammenhang mit dem Verkauf der Formel-1-Rechte im Jahr 2006 ermittelt. Von einem Londoner Gericht wird dieser Tage wegen einer Schadensersatzklage von Constantin Medien ein Urteil erwartet. Auch die Bayern LB will dort einen Schadensersatzprozess gegen Sie anstrengen und fordert 400 Millionen Dollar zurück. Selbst in München könnte bald ein Verfahren gegen Sie starten. Welcher Fall ist für Sie am gefährlichsten?

Wir warten im Moment auf das Urteil im Londoner Schadensersatzprozess, den die Constantin Medien AG angestrengt hat.

Und, treten Sie zurück, wenn Sie verlieren?

Warum sollte ich zurücktreten? Dafür besteht überhaupt keine Notwendigkeit. Constantin Medien klagen auf Schadensersatz. Wenn sie gewinnen, bekommen sie das Geld.

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