Bertelsmann-Tochter: Arvato will Geschäft mit Konsumentendaten ausbauen

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Arvato-Chef Achim Berg sieht erste Erfolge nach dem Umbau der Bertelsmann-Tochter und plant den Einstieg ins Kundendaten-Geschäft

von Peter Steinkirchner

Der Technologie-Dienstleister Arvato will das Geschäft mit Kundendaten ausbauen und auf den ganzen Bertelsmann-Konzern erweitern.

„Wir verschaffen uns gerade einen Überblick, auf welchem Schatz wir da sitzen, wie wir diese Daten verknüpfen können und welche Restriktionen für die Nutzung existieren“, sagte Arvato-Chef Achim Berg im Interview mit der WirtschaftsWoche. Laut Berg dürfte es in Deutschland kaum ein anderes Unternehmen geben, „das über ähnlich viele Konsumenten- und Marketingdaten verfügt wie Arvato“.

Es gehe darum, diese Daten für die eigenen Kunden intelligent aufzubereiten und durch weitere Informationen anzureichern. Berg: „Ein Autohersteller etwa kann viel Reklamegeld sparen, wenn er weiß, wer gerade für seine Werbung empfänglich ist. Mit unseren Verbraucherdaten könnten wir ihm weiterhelfen und etwa ganz simpel aus den häufigeren Bestellungen von Autoprospekten Kaufabsichten ableiten“, nannte Berg ein Beispiel.

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Als nächsten Schritt plant Arvato laut Berg, Unternehmen Mittel und Wege aufzuzeigen, um Konsumenten anzusprechen. „Wir können Kunden aber auch mit Daten bei Investitionen beraten – etwa bei der Frage: Wo setze ich meinen nächsten Baumarkt hin?“, ergänzte Berg. „In Spanien haben wir für ein Fast-Food-Unternehmen den besten Standort für eine neue Filiale errechnet. Das können wir noch ausbauen. Der ganze Bereich, um den ich mich selber kümmere, steht aber auch jetzt schon für zehn Prozent des Arvato-Umsatzes.“ Geprüft würden Optionen über den ganzen Konzern hinweg. Berg: „Und dort, wo ein Austausch ökonomisch sinnvoll und datenschutzrechtlich möglich ist, werden wir innovative Geschäftsmodelle aufsetzen.“

Wachstum bei Umsatz und Marge

Der Umbau des milliardenschweren Logistik- und Druckkonzerns Arvato zeigt Erfolge. „Die ersten Zahlen sind sehr ermutigend. Wir wachsen beim Umsatz wie in der Marge. Das gab es bei Arvato längere Zeit nicht“, sagte Arvato-Chef Achim Berg im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Ich halte das für nachhaltig.“ 2013 setzte die Bertelsmann-Tochter mit 66.400 Mitarbeitern 4,4 Milliarden Euro um.
Der Technologie-Dienstleister wurde komplett umgebaut, die Organisation verschlankt. Statt 23 kleinen Einheiten gibt es heute nur noch sieben große. „Die neue Struktur bringt uns größere Flexibilität. Vorher waren viele Teile des Konzerns stark in sich abgeschlossen, und die Zusammenarbeit war sehr kompliziert. Jetzt gibt es eine Geschäftsführung etwa über dem ganzen Bereich Logistik, die das Zusammenspiel koordiniert“, sagte Berg, der Arvato seit April 2013 führt.

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Durch die Zersplitterung sei der Konzern früher nicht in der Lage gewesen, große Innovationen voranzutreiben. Berg: „Wir haben unseren Kunden viel zu oft schlicht das geliefert, was sie nachgefragt haben, hatten aber zu wenige eigene neue Ideen.“
Besonders in der Logistik merke man den Schwung, so Berg: „Allein schon dadurch, dass Lagerflächen jetzt intelligenter genutzt werden, kann die ganze Organisation mehr atmen. Jetzt kann ich auch mal Pakete aus dem Fashion- oder Lifestyle-Bereich ins angrenzende High-Tech-Lager packen und von dort aus verschicken.“
Zu den wichtigsten Kunden von Arvato zählen Google, Microsoft, Vodafone und Telefonica

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