Berühmte letzte Worte: Der Marke ins Gesicht gesehen

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Berühmte letzte Worte: Ich werde alt, ich höre Offline-Stimmen

Der Marke ins Gesicht gesehen

Ich selbst nehme inzwischen lieber die Abkürzung und schaue einem Menschen oder einer Marke direkt ins Gesicht. Ich lasse meine animalischen Wurzeln und meine Intuition entscheiden, ob ich ihm oder ihr vertrauen kann. Ja, ich gestehe, ich spreche immer öfter einfach face-to-face mit ExpertInnen auf ihrem Gebiet.

Ich lasse z.B. meine freie Werkstatt mit Smart und Mercedes telefonieren, um eine Lösung für den zerbröselten Smart-"engineered by Mercedes"-Motor zu finden. Ich frage nicht das Netz. Denn mir helfen keine werblichen Hochglanzbilder und 'Sponsored Posts' mit Photoshop-gelifteten Karossen, wenn der Hersteller einem frech und konsequenzenlos erklärt, das sei "ein schlechter Jahrgang" gewesen. Das ist eben Mercedes mit seinem Slogan "Das Beste oder nichts" wie es leibt und lebt. Eine Hilfe ist das nicht. Und schon gar nicht vertrauensbildend.

Ich laufe z.B. in einer knappen Stunde mehrere Schuhgeschäfte offline ab und probiere den 'Adidas Stan Smith' an. Ich erkenne die Unterschiede im Leder, in der Verarbeitung, der Sohle. Ich lasse mir von der genialen jungen Dame mit der Punk-Frisur im Szene-Laden erklären, was die Jugend heute trägt, dass die Hersteller immer weniger auf Qualität achten, sie nur noch einen oberflächlichen Markt bedienen. Wer es nicht glaubt, dem empfehle ich, die Beurteilungen des 'Adidas Stan Smith' oder 'Spezial' auf der Adidas-Seite zu lesen.

Warum auch sollte ich Adidas noch online vertrauen, wenn die es nicht mal schaffen, einen Adidas-eigenen Store aus der Locator-Liste zu nehmen, der laut Nachbarschaft seit einem Dreivierteljahr(!) geschlossen ist (Köln, Ehrenstrasse)?

Das Netz ist allgemein, neben dem Fernsehen, dank der Werbung und ihrer Kollateralschäden, zu einer großen Zeitverplemperungsmaschine verkommen. Weil Werbung nicht mehr Service oder Lösung, sondern nur noch Ablenkung ist.
Weil jeder seinen ungewürzten Senf zu allem dazugeben muss. Weil Aufmerksamkeit wichtiger scheint als Inhalt, Relevanz oder Qualität. Ich bin froh, dass ich bei den für mich wirklich wichtigen Online-Exkursionen nicht profan belästigt und werblich abgelenkt werde.

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Marken könnten hier Leuchttürme sein. Leuchttürme, die die Navigation erleichtern. Leuchttürme, die uns den Weg weisen. Leuchttürme, denen man vertrauen kann. Wenn diese Leuchttürme jedoch nur Schiffe anlocken, um möglichst viele Menschen in den werblichen Untiefen zu meucheln, statt ihren Weg zu erhellen, muss man sich auch von diesen Leuchttürmen fernhalten. Langfristig kann das nicht gutgehen.

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Die Offline-Stimmen der Marken sind gerade mein Goldstandard. Es wäre zu wünschen, das hier das Netz, die Werbung und Marken wieder aufholen. Die Möglichkeiten des Netzes sind unendlich, anscheinend die Dummheit vieler Marken auch ein wenig.

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