Berühmte letzte Worte: Ein Tweet ist kein Dialog

Berühmte letzte Worte: Die sieben Torheiten des Marketings

Ein Tweet ist kein Dialog

5. Social Media Kommunikation ist Werbung!
Der schlaue Marketingwerber glaubte dies und erkannte: Dann kann ich auch TV machen! Aber ein 30-Sekunden-Spot ist kein Dialog - auch nicht auf YouTube. Sorry. Ein Tweet ist kein Dialog. Wie oft muss man das noch gebetsmühlenartig wiederholen?

Machen Sie den Test: Nehmen Sie einen beliebigen Werbespot und stellen Sie sich diesen im Netz vor. Sie lachen - genau das ist das Problem. Warum aber verstehen Marketing und Agenturen den Unterschied nicht? Viral, lebendig, sich virusartig verbreitend ist diese heutige Werbung keineswegs. Auch Facebook ist mitnichten immanent sozial, sondern nur ein Marktplatz - auf dem die Marktschreier sich gegenseitig anschreien.

Sozial wird es, wenn die Markenmarktfrau mit der Konsumentin über ihre Wehwehchen, die Familie, die Zukunft sprechen würde. Zuhörenkönnen ist 'Social', reines Senden ist 'Media' oder Werbung. Einen Fake-Twitter-Account erkennt man daran, wem dieser Account folgt, wem er also zuhört! Soweit denken die meisten Ghostwriter-Agenturen nicht. Achten Sie mal darauf. Sie werden wieder lauthals lachen. Und dann kamen die Mobile Gurus, die früher Social Media Gurus waren, und sprachen:

6. Mobile Social Media Kommunikation ist Werbung!
Da Werbung gleich Monolog - wie der Marketingwerber deduzierte -, kann es natürlich zu sieben-sekündigen Printanzeigen auf einer Smartwatch kommen.

7. Was Werbung sonst noch fehlt!
Werber und Werbung sind heute gefangen im Bermudadreieck ihres vorauseilenden Gehorsams, gleichzeitig möglichst aufmerksamkeitsstark, humorvoll und unangreifbar zu sein. Das ist kontrakreativ, kontrainnovativ und kontraproduktiv - und zwar aus drei Gründen

Erstens löst Werbung keine Probleme - aber sie könnte. Dabei ist Werbung heute das Problem. Sie hält uns davon ab, was wir gerne tun. Surfen, fernsehen, Musik hören, spannende Artikel und Texte lesen. Stattdessen könnte die Werbung zum Nutzen transzendieren, Service oder gar Lösung werden.

Zweitens ist Werbung kein Content - aber sie könnte es sein. Content ist das, was man früher in der Zeitschrift 'Redaktion', im Gegensatz zur Werbung, nannte. Davon ist Werbung heute meilenweit entfernt. Tanzende Mädchen um Yogurette, Bebe und Tutus reichen nicht.

Drittens Werbung ist nicht feministisch - aber sie könnte es sein. Frauen haben Blasen an den Füßen und Gewichtsprobleme. Männer sind erfolgreiche Manager, Autofahrer, Biertrinker, Alkoholiker, Sportler, Versicherungsvertreter. Frauen haben die Probleme, Männer sind erfolgreich? Was stimmt da nicht mit dem Weltbild der Werbung? Wer erinnert noch die Zeiten, als das Marketing gesellschaftliche Grenzen hinausschob? Heute bleibt es gar hinter der gesellschaftlichen Entwicklung zurück, mehr noch: Es manifestiert diese - aus Angst vor einem Shitstorm.

Früher waren Marketingprofis Generalisten. Sie waren empathisch. Innovativ. Intuitiv. Und dachten an die Zukunft.

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Heute bleibt anscheinend allein die umfängliche Vorgaukelung falscher Tatsachen übrig. Statt über sich hinauszuwachsen, kapriziert sich das Marketing immer weniger auf seine eigentlichen Fähigkeiten. Ein Teufelskreis, der in der Selbstauflösung enden wird.

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