Berühmte letzte Worte: Ich werde alt, ich höre Offline-Stimmen

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Unser Kolumnist geht lieber ins Geschäft als sich von Online-Werbung beeinflussen zu lassen. Dabei stellt er fest, dass er Adidas nicht mehr vertrauen kann

Kolumne von Ralf Schwartz

Unser Kolumnist hört Stimmen. Und die Offline-Stimmen sind plötzlich lauter als das Online-Gebrabbel. Er glaubt: Dann haben Marken im Netz ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Das ganze Online-Getue wird für mich immer mehr zu einem undurchschaubaren Grundrauschen ohne Peaks, ohne Höhepunkte. Das kann daran liegen, dass ich alt werde, es kann aber auch daran liegen, dass das Netz an vielen Stellen immer profaner wird.

Ganz ehrlich, ich habe die Nase voll von der sogenannten Crowd, die phlegmatisch vor sich hin brabbelt - gestern in den Nachmittags-Talkshows des Privat-TV, heute überall im Netz. Eine amorphe Masse, die sich, an ihren eigenen Dunstkreisen berauschend, in diesen um sich selbst dreht.

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Ich habe die Nase voll von Bloggern, die ihr Hobby ihren Beruf nennen - und sich selbst Autoren, Gründer, Entrepreneure. Die den Autofirmen, den Handyunternehmen, den Gadgetherstellern nach der Pfeife tanzen, um Produkte abzustauben (Ausnahmen bestätigen bitte auch hier die Regel). Eure Zeit ist vorüber.
Ich erwarte eine kritisch-relevante Auseinandersetzung mit den Themen unserer Zeit oder dem eigenen Schicksal.

Mobile Werbung boomt Gute Zahlen katapultieren Facebook-Aktie auf Allzeithoch

Facebook kann immer mehr Werbung auf Smartphones und Tablets platzieren und hat seinen Umsatz deshalb unerwartet deutlich um mehr als 60 Prozent gesteigert. Zudem legte die Zahl der Nutzer auf 1,32 Milliarden zu.

Facebook lockt immer noch mehr als eine Milliarde Menschen auf die Plattform. Quelle: REUTERS

Ich habe die Nase voll von Facebook-Werbung und entsprechenden Kommentaren. Früher, als ich noch die Hoffnung hatte, Kommentatoren würden relevante Informationen oder gar eigene Erfahrungen unter die 'Sponsored Posts' der Industrie addieren, habe ich diese sogar gelesen. Vielleicht um dem Ganzen wenigstens ein Minimum an Relevanz, Crowsourced Quality oder Authentizität abzuringen, die die Werbung selbst so schmerzlich vermissen lässt. Auf diese Authentizität aus Beschimpfungen aber kann man getrost verzichten.

Ich habe die Nase voll von hyperscharfen, hyperrealen Werbebildern eines Autos, eines Deos, eines Abflussreinigers. Ich weiß, liebe Agenturen, Ihr seid stolz, wenn Ihr dafür viele 'Likes' einfahrt. Denn es gelingt Euch selten genug und das hat Gründe. Was aber bringen diese 'Likes' der Marke? Die habe ich doch 30 Sekunden und fünf 'Competitive Likes' später längst wieder vergessen. Kommentare? Dialoge? Pfff. Alles Böhmische Facebook-Dörfer, um Eure Honorare zu rechtfertigen.

Ein 'Share' würde ich ja gerade noch akzeptieren. Da hätte jemand wenigstens soviel Gefallen an Eurem Posting gefunden, dass er es mit Freunden teilen möchte.
Erzählt also lieber denk- und merkwürdige Geschichten und initiiert wahre Gespräche um diese herum.

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