Bestechungsskandal: Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky gesteht

Bestechungsskandal: Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky gesteht

Bild vergrößern

Der Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky hat gestanden, Bestechungsgeld von Bernie Ecclestone angenommen zu haben.

Der ehemalige BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky hat gestanden, von Formel 1-Chef Bernie Ecclestone 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld angenommen zu haben. Ihm drohen sieben Jahre Knast.

Der ehemalige BayernLB-Manager Gerhard Gribkowsky sagte kurz vor Prozessende doch noch aus. Der 54-Jährige erklärte am Mittwoch vor dem Münchner Landgericht, dass die Vorwürfe „im Wesentlichen stimmen“. Ihm wurde vorgeworfen, beim Verkauf der Formel-1-Anteile der Bayerischen Landesbank an Bernie Ecclestone 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld erhalten zu haben. Zuvor hatte er vor Gericht acht Monate lang zu dem Vorwurf geschwiegen.

Landesbank als Formel-1-Besitzer

Anzeige

Es war der Höhepunkt der New Economy, als das Medienunternehmen EM.TV im Jahr 2000 bei der Formel 1 einstieg. Kurz zuvor hatte EM.TV um die Gebrüder Thomas und Florian Haffa in einem ähnlich spektakulären Deal die Rechte an der „Muppets Show“ erworben. Mit im Boot bei der Formel 1 war auch damals schon Bernie Ecclestone, Zampano des PS-Spektakels, mit seiner Familienstiftung. Nur wenig später ging es mit EM.TV bergab. Die Kirch-Gruppe des damaligen Medienzaren Leo Kirch kam zu Hilfe, erhielt im Gegenzug den Anteil an dem Rennzirkus und stockte ihn noch auf. Dafür musste Kirch Kredite aufnehmen, unter anderem bei der BayernLB.
Die Kirch-Gruppe meldete dann 2002 Insolvenz an. Dadurch wurde die Landesbank aus München unerwartet zum Anteilseigner der Formel 1 und der damalige Risikovorstand Gerhard Gribkowsky zum Motorsport-Verantwortlichen. In der Folgezeit entwickelte sich ein Streit mit den Autokonzernen, denen die tonangebende - und profitable - Rolle Ecclestones und seiner Verbündeten ein Dorn im Auge war. Auch eine Übernahme der Formel 1 durch einen oder mehrere Hersteller oder eine Konkurrenzveranstaltung standen zur Debatte.

Lange Haftstrafe für Gribkowsky

Weitere Artikel zum Thema

Vier Jahre später verkaufte Gribkowsky die BayernLB-Anteile an den Finanzinvestor CVC Capital Partners und die Wogen glätteten sich. Der Finanzinvestor übernahm die Formel-1-Mehrheit durch den Erwerb der Anteile der BayernLB und von Ecclestone selbst beziehungsweise seiner Familie. Dies geschah indirekt über die neu gegründete CVC- Tochter Alpha Prema, an der Ecclestone wiederum auch selbst beteiligt ist. Im Zuge dieses Deals sollen die 44 Millionen Dollar geflossen sein. Ecclestone blieb Chef der Formel 1, Gribkowsky rückte in den Aufsichtsrat von Alpha Prema.

Dem früheren Risikochef der BayernLB droht nun trotz des späten Geständnisses eine lange Haftstrafe. Das Landgericht München kündigte an, eine Strafe von sieben Jahren und zehn Monaten zu verhängen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%