Bettina Röhl direkt: Das System Burger ist am Ende

ThemaGastronomie

kolumneBettina Röhl direkt: Das System Burger ist am Ende

Kolumne von Bettina Röhl

Nach dem Bekanntwerden gravierender Mängel im deutschen Burger-King-Imperium treten grundsätzliche Fragen in den Vordergrund: Muss das Franchise-Modell bei den Systemgastronomen generell reformiert werden? Und: Wie zeitgemäß ist das Angebot der Fastfood-Ketten noch?

Wäre es der Weltuntergang, wenn das Fastfood-Zeitalter jetzt so schnell zu Ende ginge, wie es in den 70er Jahren begann? Meine Antwort lautet: jaFastfood und Fastfood  - das könnten eigentlich verschiedene Qualitätsessen sein, variabel in Auswahl, Qualität und Preis - sind es aber in der Realität ganz überwiegend nicht.

Fastfood heißt für die meisten Menschen McDonald's und Burger King. Und natürlich einige andere,  teils regionale Ketten. Für den Gourmet waren die Einheitsburger, Nuggets, Shakes, Apfeltaschen und Co.  eher ungenießbare Attacken auf die Geschmacksnerven. Diese globalisierte Einheitsgeschmacksbildung haben nicht einmal die Kommunisten zustande gebracht, die ihre Entindividualisierungs- und Einheitsideen mit den größten Armeen der Welt und den schrecklichsten Atomwaffenarsenalen durchzusetzen versucht haben.

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Burger als kulturlose Fratzen des American Way of Life

Das Jedermanns-Fastfood eine kommunistische Idee? Warum nicht: Billiges Essen gegen den Hunger der Armen und gegen die Privilegien der Eliten, gegen Feinschmeckerrestaurants und Kapitalisten. Sozusagen Fleisch, Salat und Kartoffeln (Pommes) für alle auf niedrigem Niveau. Doch wie so oft sind die unpraktikablen und nicht zu Ende gedachten Ideen des Egalismus in der Realität viel besser und viel stylischer vom Kapitalismus "verwirklicht" und perfektioniert worden. Wobei paradoxerweise ausgerechnet die billigen Burger von Kommunisten und ihren linksradikalen Nachläufern nicht als etwas Gutes, angesehen sind, sondern eher als Ausgeburt des bösen, dekadenten Kapitalismus gesehen und zu regelrechten Hassobjekten auserkoren wurden: McDonald's, Disney und Coca Cola - das waren die drei bösen, kulturlosen Fratzen des amerikanischen Way of Life, vor denen man seine Kinder schützen wollte - da waren sich die ganz Linken wie die ganz Rechten, wie so oft, einig.

Der Siegeszug der Burger in Deutschland seit dem Ende der siebziger Jahre fiel bemerkenswerterweise mit dem Siegeszug der Grünen, der Biofanatiker und der Körneranbeter zusammen. Der böse, rund um die Uhr verfügbare Burger hatte seinen ganz eigenen Reiz und in der Tat ist Fastfood ja auch ein im Prinzip sehr passendes Element in einer immer mehr auf Arbeitsteilung angelegten und auch angewiesenen kapitalistischen Gesellschaft. Allerdings lebt der Mensch bekanntlich nicht vom Brot allein, und so bleibt beispielsweise die soziale Funktion des Essens, beim Fastfood weitestgehend auf der Strecke.

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