Bilanzskandale: Wirtschaftsprüfer wollen für mehr Transparenz sorgen

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Bilanzskandale: Wirtschaftsprüfer wollen für mehr Transparenz sorgen

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Claus C. Securs, neuer Präsident der Wirtschaftsprüferkammer, fordert mehr Transparenz in der Branche der Wirtschaftsprüfer

von Julia Leendertse

Claus C. Securs (67), frisch gewählter Präsident der Wirtschaftsprüferkammer (WPK), will das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer durch Aufklärung und mehr Transparenz zurückgewinnen.

„Wenn Wirtschaftsprüfer oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften schuldhaft oder auch schuldlos in Bilanzskandale verwickelt sind, erwarten die Menschen zurecht konsequente wie auch transparente Aufklärung“, so der Inhaber Inhaber der mittelständischen Wirtschaftsprüfer-Praxis Securs aus Düsseldorf. Hintergrund: Mit dem Beinahe-Zusammenbruch des Finanzsystems hatte auch die Glaubwürdigkeit der Hüter der Unternehmenszahlen gelitten.

Zwar sei die Wirtschaftsprüferkammer Verstößen gegen das Berufsrecht von jeher konsequent nachgegangen. Da aber nie Ross und Reiter genannt würden, wäre in der Öffentlichkeit fälschlicherweise der Eindruck entstanden, Verstöße würden unter den Teppich gekehrt und nicht ausreichend geahndet. „Die derzeit umfassend verstandene Verschwiegenheitspflicht der Wirtschatsprüferkammer nach Paragraph 64 der Wirtschaftsprüferordung führt dazu, dass die Effektivität der Aufsicht öffentlich hinterfragt wird, weil die WPK über Ergebnisse nichts verlauten lassen darf.

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Der Vorstand wird sich daher mit der Frage befassen, wie man das Aufsichtssystem insgesamt sowie einzelne Verfahren und Verfahrensergebnisse für die Öffentlichkeit angemessen transparent machen kann“, so Securs. Zum Stand des berufsrechtlichen Verfahrens gegen die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers, die im Falle der Hypo Real Estate Badbank FMS Wertmanagement 55 Milliarden Euro übersahen, teilte Securs mit, dass das Verfahren noch nicht abgeschlossen sei.

Spannung in der Branche

Securs Vorgänger im Amt des Kammerpräsidenten Michael Gschrei hatte Ende 2011 in der Branche für viel Wirbel gesorgt, als er sich zum Fall FMS Wertmanagement öffentlich im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zitieren hatte lassen. Gschreis Aussage im Spiegel „Die Geschehnisse in München sind ein Super-GAU für die Wirtschaftsprüfer“ wurde als Vorverurteilung gewertet und als Gefährdung des bestehenden Berufsaufsichtssystems. Nach dem überraschenden Rücktritt von Gschrei im März und der Wahl von Securs als sein Nachfolger ist man in der Wirtschaftsprüferbranche nun gespannt darauf, welche Schwerpunkte Securs als oberster Chef der Wirtschaftsprüfer zukünftig setzen wird. Securs: „Als Präsident der Wirtschaftsprüferkammer sehe ich es als meine Aufgabe an, den gesamten Berufsstand unter Beachtung der bestehenden Strukturen zu vertreten.

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Die unterschiedlichen Interessen der großen, mittleren und kleinen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften gilt es dabei zu integrieren“. Die Kammer sei kein Ort, um verbandspolitische Interessen durchzusetzen. Das Institut der Wirtschaftsprüfer und der Verband wp.net sehe er als gleichwertige Berufsverbände an, die ausschließlich der Interessenvertretung ihrer Mitglieder verpflichtet seien.

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