Bilfinger: Ein Problem namens Kraftwerksgeschäft

Bilfinger: Ein Problem namens Kraftwerksgeschäft

Der kriselnde Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger ist im ersten Halbjahr tief in die Verlustzone gerutscht. Schuld sind hohe Abschreibungen auf das Kraftwerksgeschäft und Umbaukosten.

Hohe Abschreibungen und Verluste in der kriselnden Kraftwerkssparte Power haben beim Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger ein tiefes Loch in die Bilanz gerissen. Im zweiten Quartal summierte sich der Fehlbetrag auf 423 Millionen Euro nach einem Gewinn von 47 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Mittwoch erklärte.

Kurz nach dem Antritt des neuen Firmenchefs Per Utnegaard hatte der Vorstand im Juni beschlossen, das defizitäre Kraftwerksgeschäft innerhalb von einem Jahr zu verkaufen. Der Norweger will den Mannheimer Konzern wieder auf Erfolgskurs bringen. "Wir werden unsere Profitabilität steigern, die Komplexität im Konzern reduzieren, Prozesse vereinfachen und die Kosten in allen Bereichen senken", versprach er.

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Beim Verkauf der Bilfinger-Straßenbausparte hat Ex-Chef Roland Koch wohl nicht genau genug hin gesehen: Baustellen stehen still, inzwischen ist Betam insolvent. Nun sind dort rund 450 Jobs in Gefahr.

Baustelle auf der A7: Seit Wochen steht die Arbeit auf zahlreichen Betam-Baustellen still. Quelle: dpa

Die Sparte Power, nach Industrieservice sowie Bau und Immobiliendienste die kleinste der drei Sparten, leidet Bilfinger zufolge unter der Energiewende in Deutschland und dem Ölpreisrückgang. Die Aufträge von Energiekonzernen brachen ein.

Im ersten Halbjahr nahm Bilfinger eine nicht zahlungswirksame Firmenwertabschreibung von 330 Millionen Euro vor, der operative Verlust und Restrukturierungskosten drückten das Ergebnis um weitere 100 Millionen Euro. Bilfinger hatte bereits im Juni für das erste Halbjahr ein deutlich negatives Konzernergebnis angekündigt.

Bilfinger verkauft Energie-Sparte Panik auf der Bilfinger-Titanic

Per Utnegaards Ankündigung soll Handlungsfähigkeit demonstrieren: Bilfinger werde sein durch und durch krankes Standbein, den Power-Bereich, abstoßen. Ein krasser Entschluss nach nur 17 Tagen Amtszeit.

Bilfinger Quelle: dpa/Montage

Das um das Kraftwerksgeschäft und andere verkaufte Aktivitäten bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) ging um fünf Prozent auf 53 Millionen Euro zurück, von Reuters befragte Analysten hatten mit rund 40 Millionen Euro gerechnet. Die Leistung stieg bereinigt um sieben Prozent auf 1,64 Milliarden Euro.

Das Unternehmen gab nun erstmals einen Ausblick auf das Gesamtjahr: Bei einer Leistung auf Vorjahresniveau von 6,2 Milliarden Euro soll das bereinigte Ebitda auf 150 bis 170 Millionen Euro von 262 Millionen Euro im Vorjahr sinken.

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