Bilfinger: Konzern plant weitere Stellenstreichungen

Bilfinger: Konzern plant weitere Stellenstreichungen

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Der Schriftzug des Bau- und Dienstleistungskonzerns Bilfinger am Dach des Hauptgebäudes in Mannheim.

Bilfinger hat in den ersten neun Monaten des Jahres hohe Verluste eingefahren. Laut dem Finanzvorstand sind 1400 Mitarbeiter derzeit nicht ausgelastet - daher sollen Jobs gestrichen werden.

Beim kriselnden Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger steht im Industrieservice-Geschäft ein weiterer Stellenabbau bevor. Derzeit seien 1400 Mitarbeiter im operativen Geschäft nicht ausgelastet, erklärte Finanzvorstand Axel Salzmann am Donnerstag. Der Vorstand diskutiere mit den Arbeitnehmervertretern über eine Kapazitätsanpassung. Wie viele Stellen abgebaut werden, steht noch nicht fest. Doch hat Salzmann bereits 70 Millionen Euro an Restrukturierungskosten einkalkuliert. Im dritten Quartal brockten die Industriesparte und das zum Verkauf stehende Kraftwerksgeschäft Bilfinger erneut einen Verlust ein.

Unter dem Strich summierte sich der Fehlbetrag von Juli bis September auf 71 Millionen Euro nach einem Nettoverlust von 180 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Bis Ende September ist ein Verlust von 510 Millionen Euro aufgelaufenen. Für das Gesamtjahr rechnet der Finanzchef mit einem Minus von 530 bis 540 Millionen Euro. Die im Nebenwerteindex MDax gelistete Bilfinger-Aktie verlor mehr als zwei Prozent.

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Auch im kommenden Jahr sei noch keine durchgreifende Wende zu erwarten, bekräftigte Vorstandschef Per Utnegaard. "2016 wird ein Übergangsjahr, wir erwarten Wachstum in 2017", erklärte der Norweger, der im Juni die Nachfolge des im vergangenen Jahr über die Krise gestürzten ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch angetreten hatte. Seit zwei Jahren wurden inzwischen rund 2800 der einst 71.000 Arbeitsplätze gestrichen.

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Das Geschäft mit Bau und Instandhaltung von Kraftwerken ist bei dem Mannheimer Konzern wegen der Energiewende, aber auch wegen Fehlern im Projektmanagement eingebrochen. Die Sparte soll bis Mitte nächsten Jahres den Besitzer wechseln. Bilfinger will sich künftig auf Bau und Gebäudedienste sowie technische Industrieservices konzentrieren und sich von Aktivitäten außerhalb Europas trennen. Das Bau- und Immobiliengeschäft, das mit einer Rendite von fünf Prozent vor der Energiewende im Schatten des damals profitableren Kraftwerksgeschäft stand, ist nun der einzige Lichtblick. Mit Großkunden für Gebäudedienste wie der Deutschen Bank und dem Chemiekonzern BASF verdiente Bilfinger im dritten Quartal mit 43 Millionen Euro etwas mehr als vor einem Jahr, während das Ergebnis der Industriedienste um zwölf Prozent auf 45 Millionen Euro sank.

"Durch die eingeleitete strategische Neuausrichtung werden wir das Unternehmen mittelfristig wieder auf einen profitablen Wachstumskurs führen", erklärte Utnegaard. Im Februar will er neben dem Ausblick auf 2016 auch konkrete mittelfristige Ziele vorstellen. Utnegaard bestätigte den Ausblick: Ohne die zum Verkauf stehende Sparte "Power" soll die Leistung auf dem Vorjahresniveau von rund 6,25 Milliarden Euro liegen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen werde auf 150 bis 170 Millionen Euro von 262 Millionen Euro im Vorjahr sinken.

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