Bilfinger: Konzern verkauft zentrale Dienstleistungssparte

Bilfinger: Konzern verkauft zentrale Dienstleistungssparte

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Ein Schriftzug des Bau- und Dienstleistungskonzerns Bilfinger

Es war lange im Raum, nun ist es spruchreif: Das krisengeschüttelte Unternehmen Bilfinger verkauft ein zentrales Geschäftsfeld - und schrumpft damit erheblich.

Der kriselnde Konzern Bilfinger baut radikal um und trennt sich von einem zentralen Teil seines Geschäfts, der profitablen Sparte Bau- und Gebäudedienstleistungen. Diese geht für 1,2 Milliarden Euro an den Finanzinvestor EQT, wie das MDax-Unternehmen am Donnerstag in Mannheim mitteilte. Bilfinger bleibt nach eigenen Angaben aber an dem Geschäft beteiligt: Bei einem Weiterverkauf oder bei Gewinnausschüttungen würde der Konzern mitverdienen.

Das Segment ist ein Herzstück des Traditionskonzerns. Übrig bleiben nach Veräußerung noch die Industriedienstleistungen. Das Geschäft rund um Kraftwerke steht ebenfalls seit längerem im Schaufenster. Manche Analysten hatten einen Verkauf der zentralen Sparte zuvor mit einer Zerschlagung Bilfingers gleichsetzt. Es hatte laut Konzern mehrere Interessenten gegeben.

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„Der Verkauf des Segments schafft für Bilfinger den größten Wert und eröffnet neue Perspektiven“, erklärte Finanzvorstand Axel Salzmann. „Mit zusätzlicher Liquidität werden wir unsere Position als Marktführer für Industriedienstleistungen in der Prozessindustrie durch gezielte Akquisitionen und Zukunftsinvestitionen ausbauen.“

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Bilfinger in Mannheim. Quelle: REUTERS

Das Unternehmen steckt seit Jahren in der Krise. 2015 hatte der Konzern einen Rekordverlust von fast einer halben Milliarde Euro verbucht. Der Chefsessel war in den vergangenen zwei Jahren ein Schleudersitz. Bisher hatte der Konzern noch rund 56.000 Mitarbeiter.

Die Sparte Bau- und Immobilienservices setzte 2015 mit rund 20.000 Mitarbeitern 2,9 Milliarden Euro um. Dazu zählte damals allerdings noch der Bereich Wassertechnologie, der inzwischen verkauft wurde.

Bilfingers Chefs wechselten zuletzt ständig: Viele Hoffnungen hatten auf Hessens Ex-Ministerpräsident Roland Koch geruht, der 2011 Vorstandschef wurde. Doch wegen schlechter Zahlen musste er 2014 gehen. Sein Vorgänger und Nachfolger Herbert Bodner hatte als Interimschef nur einen Kurzauftritt. Dann kam Per Utnegaard - und ging nach noch nicht einmal einem Jahr wieder. Nach ihm war Finanzvorstand Axel Salzmann übergangsweise am Ruder. Noch in diesem Jahr soll der bisherige Linde-Manager Thomas Blades sein Glück versuchen.

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