Billig-Tochter: Air France steckt eine Milliarde in Transavia

Billig-Tochter: Air France steckt eine Milliarde in Transavia

, aktualisiert 11. September 2014, 17:10 Uhr
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Ein Airbus der Transavia. Air France pumpt Geld in die Billig-Tochter.

Die Fluggesellschaft Air France will in ihre europäische Billigtochter investieren. Mit Hilfe der Finanzspritze in Höhe von einer Milliarde Euro sollen neue Piloten eingestellt werden.

Die Fluggesellschaft Air France-KLM setzt bei der Sanierung auf ihre Billigmarke Transavia. Die Sparte soll ihre Flotte binnen drei Jahren auf rund 100 Maschinen mehr als verdoppeln und bis 2017 einer der führenden Billigflieger in Europa werden. Ihre Direktverbindungen in Europa führt Air France-KLM mit denen der Tochter Hop! zusammen. Auf der Langstrecke will das Unternehmen mit einem aufgewerteten Angebot seiner Stammmarken wachsen. Die Frachterflotte wird dagegen kräftig eingedampft, wie Konzernchef Alexandre de Juniac am Donnerstag ankündigte. Die Aktie von Air France-KLM gewann daraufhin kräftig.

Die neuen Sparpläne bauen auf einem bereits laufenden Programm auf, mit dem der französisch-niederländische Konzern seine jährlichen Kosten um mehr als eine Milliarde Euro senken will. Finanzziele gab das Management zunächst für die erste Hälfte der Strecke aus: Auf Basis des Jahres 2013 soll der Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Leasingkosten (Ebitdar) bis 2017 jährlich um acht bis zehn Prozent zulegen. Vergangenes Jahr war dieses Ergebnis um 18 Prozent auf 2,77 Milliarden Euro gestiegen.

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Neben Wachstum gehe es nun um Wettbewerbsfähigkeit und Ausgabendisziplin, sagte de Juniac. Die Kapazität im Passagiergeschäft will der Manager nur vorsichtig ausbauen - um 1 bis 1,5 Prozent pro Jahr. Das Angebot in den Langstreckenjets der Marken Air France und KLM will der Konzern qualitativ aufwerten - ähnlich wie es bereits Lufthansa-Chef Carsten Spohr für die deutsche Kranichlinie plant. Bis 2020 will Air France-KLM ein „führendes Langstreckennetz“ haben.

Die einschneidendste Veränderung soll der Ausbau der Billigtochter Transavia werden. Der niederländische und der französische Teil der Marke kamen Ende 2013 zusammen auf 41 Flugzeuge. Bis zum Jahr 2017 soll die Flotte jährlich 20 Millionen Passagiere befördern. Dominiert wird das Billigflug-Segment in Europa bislang von der irischen Ryanair und der britischen Easyjet. Vor allem von Urlaubern verspricht sich Air France-KLM regen Zulauf. Transavia soll 2017 ein Ebitdar von 100 Millionen Euro beisteuern und 2018 einen operativen Gewinn abwerfen.

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Unterdessen will die französische Sparte Air France ihr Direktflug-Geschäft in Europa mit dem ihrer Regionalflugtochter Hop! zusammenlegen. Ab 2017 soll das Geschäftsfeld operativ in die schwarzen Zahlen kommen. Damit lehnt sich Air France-KLM an das Vorbild der Lufthansa an.

Die verlustreiche Frachterflotte soll bis Ende 2016 von zuletzt 14 auf nur noch 5 Maschinen schrumpfen. Fracht wird dann vor allem in den Laderäumen der Passagierflieger befördert. 2013 hatte die Frachterflotte 110 Millionen Euro Verlust eingeflogen. Ausbauen will Air France-KLM dagegen das Geschäft mit der Flugzeugwartung und hat dafür auch die Übernahme anderer Anbieter im Auge.

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