Billigflieger will wachsen: Geschäftsreisende sollen Gewinn von Easyjet treiben

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InterviewBilligflieger will wachsen: Geschäftsreisende sollen Gewinn von Easyjet treiben

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Easyjet-Chefin Carolyn McCall: "Beim Gepäck widerspricht vieles dem gesunden Menschenverstand"

von Rüdiger Kiani-Kreß und Yvonne Esterházy

Der Billigflieger Easyjet will in Deutschland stärker wachsen und mithilfe von mehr Geschäftsreisenden an Bord den Unternehmensgewinn steigern. Doch der Markt ist umkämpft.

WirtschaftsWoche: Mrs. McCall, warum haben Sie Angst vor dem deutschen Markt?

Carolyn McCall: Wie kommen Sie denn darauf?

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Easyjet ist in ganz Europa aktiv, aber mit Ausnahme von Berlin in Deutschland kaum präsent.

Das hat aber nichts mit Angst zu tun. Wir wachsen seit Jahren in Deutschland und werden das weiter tun. Wir haben gerade fünf neue Strecken gestartet, und neue Ziele stehen für die nahe Zukunft weit oben auf unserer Liste.

Das haben Ihre Vorgänger auch gesagt. Trotzdem ist Easyjet ein Nischenanbieter.

Das täuscht. Der deutsche Markt funktioniert nur etwas anders als andere.

Deutschland ist doch angesichts der Krise im Rest von Europa genau, was Sie suchen: Die Wirtschaft wächst, es gibt viele Flughäfen und zahlungskräftige Geschäftsreisende und Urlauber.

Leider hat Deutschland auch ein Überangebot deutscher Anbieter. Das drückt auf die Preise. Lufthansa dominiert den Markt stärker als andere große Airlines in ihren Ländern. Zudem hat Air Berlin relativ schwache Finanzen, aber mit Etihad einen spendablen Aktionär. Aber am Ende kümmern wir uns nicht um Ländergrenzen, wenn wir eine neue Strecke aufnehmen.

Sondern?

Wir sehen jede Stadt in Europa als einen eigenen Markt, unabhängig davon, in welchem Land sie liegt. Sehen wir in einer Stadt Chancen, gehen wir dahin.

Woran denken Sie – Frankfurt, Hamburg?

Unser Ziel ist der neue Berliner Flughafen, wenn er denn offen wäre. Da sollten wir sein. Dann würden wir anders wahrgenommen.

Das wird noch länger dauern. Bis dahin haben andere wie Norwegian oder Vueling aus Spanien sich die lukrativen Städte wie Düsseldorf und München gesichert.

Das glaube ich nicht. Wir bauen unser Netz in Deutschland aus, aber vorerst expandieren wir erst mal in Frankreich oder Italien. Wenn wir in einer Stadt nicht sind, hat das gute Gründe.

Zum Beispiel, dass Sie anderswo weniger Konkurrenz haben?

Nein. Aber wir haben nur eine begrenzte Zahl neuer Flugzeuge, und die setzen wir da ein, wo sie das meiste Geld bringen. Es gibt in Deutschland einfach keine Strecke, die uns so viele Möglichkeiten bietet wie die zwischen Mailand und Rom.

Wenn Ihnen Flugzeuge fehlen, warum kaufen Sie nicht einfach ein paar neue? Früher sind Sie mit bis zu 20 Prozent im Jahr gewachsen und hatten auch immer genug Flieger.

Da hatten wir auch eine andere Strategie. Heute geht es uns nicht um ein größeres Netz, sondern um mehr Gewinn.

War das Ihre Entscheidung oder die Ihres Hauptaktionärs, Sir Stelios Haji-Ioannou?

Die von allen in Vorstand und Verwaltungsrat. Wir wollen vor allem Geld verdienen. Das ist bei hohem Ölpreis und schwacher Konjunktur leichter, wenn wir nur um vier Prozent wachsen.

Das wird Sir Stelios freuen, der mit Forderungen nach mehr Gewinn Ihre Vorgänger und mehrere Verwaltungsratschefs zermürbt hat. Nun hat mit John Barton ein neuer angefangen. Ist jetzt Ruhe?

Der Wechsel ist eine gute Möglichkeit zur Versöhnung und um einen konstruktiven Dialog zu führen.

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